Seit 1. Juni ist Karin Dierkes Referentin für Theologie und Philosophie in der Akademie.

Willkommen im Akademie-Team: Karin Dierkes I Referentin für Theologie und Philosophie

„Ich habe immer daran geglaubt, daß das Gegenteil von Liebe nicht Haß ist, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Glaube ist nicht Überheblichkeit, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Hoffnung ist nicht Verzweiflung, es ist Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit ist nicht der Anfang eines Prozesses, es ist das Ende eines Prozesses.“ — Elie Wiesel (1928-2016)

Dieser Satz von Elie Wiesel ist mit mir, gedruckt auf eine Karte, durchs Leben gezogen, immer sichtbar aufgestellt, hingehängt, angepinnt.
Am 1. Juni 2021 habe ich in der Thomas-Morus-Akademie das Referat Theologie und Philosophie von Dr. Michael Hartlieb übernommen. Ich möchte mich Ihnen kurz vorstellen:

Ich wurde 1963 in Essen, NRW, geboren, und bin mit zwei Geschwistern in Ratingen aufgewachsen. Nach dem Abitur war die Stadt Münster eine wegweisende Station in meinem Leben:
In Münster habe ich Katholische Theologie mit dem Abschluss Diplom studiert („Es muss in Ihnen studieren, sonst können Sie das Studium sofort beenden!“ Prof. Angenendt, Kirchengeschichte, in einer Vorlesung im 1. Semester) und war ehrenamtlich in der Studierenden Gemeinde KSG aktiv. Nach dem Studium habe ich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Katholische Soziallehre gearbeitet, war dann für vier Jahre (1992-95) geistliche Leiterin der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) im Bistum Münster und damit die erste Frau, die dieses Wahlamt auf Diözesanebene inne hatte.

Nach 2 Jahren in San Diego, CA 1996-98, wo mein Mann beruflich engagiert war, war unser Lebensmittelpunkt für 8 Jahre in Halle an der Saale, in Sachsen-Anhalt. In Halle habe ich 4 Jahre am St. Elisabeth Krankenhaus den Kurs “Religion und Ethik” für angehende Krankenschwestern und -pfleger unterrichtet und habe eine neue KSJ Gruppe am Elisabeth-Gymnasium mit aufgebaut.

Aus den USA hatte ich mir meine neue Erwerbsarbeit mitgebracht: Von 1998 bis 2020 habe ich in wechselnden Aufgabenfeldern erst als Beraterin, später als Angestellte im Projektmanagement der Wirtschaft für die Pharma- und Biotechnologiebranche gearbeitet. Ich war mit meinem Team verantwortlich für die Umsetzung internationaler Konferenzen, was uns immer sehr erfolgreich gelungen ist und mir logistisch wie inhaltlich sehr viel Spaß gemacht hat.

Seit 2006 leben wir mit unseren drei Kindern in Bayreuth. Mein Mann war als Professor für Biologie an die Universität berufen worden. Ich konnte meinen Beruf immer „mitnehmen“, war dabei viel in Europa und den USA unterwegs und habe in Bayreuth in Kirche und Sport neue Freundinnen und Freunde vor Ort gefunden.
Vor 2 Jahren habe ich eine Ausbildung in der Telefonseelsorge gemacht und bin seit letztem Jahr Kuratin des DPSG Stammes Hl. Kreuz und im Stammesvorstand.

Nach interessanten, wertvollen Jahren in der freien Wirtschaft habe ich dann eine Arbeit in einem anderen, wieder theologisch-philosophisch geprägten Arbeitsfeld gesucht.
In der Thomas Morus Akademie Bensberg sehe ich einen Ort, wo „Religion ist Unterbrechung“ (Metz) vorkommt, Gesellschaftliches reflektiert wird, unsere Zivilgesellschaft mit christlichen Werten befragt wird und Menschen digital und in Präsenz unterwegs sind.
Ich werde von Bayreuth aus und in Bensberg arbeiten – dann werde ich in Bonn, wo unsere beiden großen Kinder, meine Zwillingsschwester mit Familie und viele Freunde und Freundinnen leben, und in Ratingen bei meinen Eltern sein.

Ich danke den Kolleginnen und Kollegen der Akademie für den herzlichen Empfang und für Geduld und Zeit bei der Einarbeitung, in der ich mitten drin stehe. Ich freue mich auf Gespräche mit Ihnen und unser Kennenlernen. Ich freue mich auf große Tagungsthemen und kleine Kaffeepausengespräche, die alle gleichsam wertvoll und bereichernd sind. Ich bin davon überzeugt, dass uns Glaube, Hoffnung, Liebe in einem Übermaß geschenkt sind. Und ich fühle die Verpflichtung, dass wir niemals gleichgültig durchs Leben gehen dürfen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und Gottes Segen. Auf bald.

20. Juni 2021|| ein Beitrag von Karin Dierkes, Akademiereferentin für Theologie und Philosophie