Ausbildungsangebote Schulmediation

Ausbildungsangebote Schulmediation

Seit Ende 1995 bietet die Akademie Tagungen und Workshops zum Thema „Streitschlichtung durch Schülerinnen und Schüler“ an, in erster Linie für den Bereich der Sekundarstufe I, seit 1998 auch Workshops für den Grundschulbereich. In diesen Workshops werden die Lehrerinnen und Lehrer mit den Grundlagen der Streitschlichtung vertraut gemacht und befähigt, Schülerinnen und Schüler in ihren Schulen auszubilden.

 Ziel der Fortbildungsveranstaltungen ist es, zu lernen

  • mit verschiedenen Verfahren Konflikte zwischen Kindern zu lösen
  • Kindern Wege zu zeigen, ihre Konflikte zunehmend selbständig zu regeln
  • im Unterricht und im Schulleben Erfahrungsfelder für die Entfaltung von Sozialkompetenz bereitzustellen

Die Qualifizierung geschieht nach den Standards und Ausbildungsrichtlinien für Schulmediation der Fachgruppe Mediation in Schule und Erziehung im Bundesverband Mediation e.V. SchulmediatorInnen stehen bei Konflikten in der Schule zwischen SchülerInnen vermittelnd zur Verfügung und sind befähigt, SchülerInnen zu SchülermediatorInnen auszubilden. In der Primarstufe und in den ersten Klassen der SI-Stufe (5 – 7) sind sie in der Lage, mit Klassenprogrammen SchülerInnen auf den Weg zu einem selbständigen, selbstverantwortlichen, gewaltfreien Verhalten in der Konfliktbearbeitung zu führen. (Prävention)

Grundlage ist das Ausbildungsangebot zum Schulmediator, zur Schulmediatorin. Die Inhalte der drei Basismodule bieten die Grundlage für die Tätigkeit in der Schule.

Folgende Workshops bietet die Thomas-Morus-Akademie an:

Basismodule zur Schulmediation in der Sekundarstufe

Streitschlichtung durch Schülerinnen und Schüler
Schüler regeln untereinander gewaltfrei und selbstverantwortlich ihren Streit

Die Module bauen aufeinander auf. Zwischen den Workshops werden die Erfahrungen in der Praxis erprobt und im folgenden Modul besprochen. Darum ist es hilfreich und für den eigenen Erfolg wichtig, sich gleich für alle drei Workshops anzumelden. Kinder lernen Lesen, Schreiben und Rechnen. Sie lernen Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenschaften. Und noch vieles mehr. Dass wir richtiges Streiten lernen und lehren ist weniger selbstverständlich. Schulmediation bietet ein Modell dafür an.

Die Module liegen über Monate verteilt, so dass die Teilnehmer eine praxisbegleitende Ausbildung erleben und eine Didaktik für eine Streitkultur erfahren, die sie in ihrer Schule einführen können. Es ist sehr hilfreich, wenn sich zwei oder mehrere Lehrkräfte einer Schule teilnehmen. Wenn mehr als eine Lehrkraft aus dem Sekundarbereich kommen kann, sollte wenigstens eine Lehrkraft dabei sein, die in der Klasse 5 unterrichtet.

Kurs 1: Anders streiten

Kurs 2: Streit schlichten

Kurs 3: Streitschlichtung durchführen

Basismodule zur Schulmediation in der Primarstufe

Kinder lösen Konflikte selbst!
Das BMM bietet für Grundschulkinder geeignete Übungsbausteine an und bindet jedes Kind einer Klasse oder Gruppe in sein Trainingsprogramm mit ein. Die Konfliktbearbeitung wird nicht allein den Erwachsenen überlassen. Vielmehr lernen die Kinder im Verlauf ihrer Grundschulzeit ihre Konflikte zunehmend selbstständig, eigenverantwortlich und gewaltfrei zu lösen.

Diese Anliegen werden in drei Modulen verwirklicht. Zwischen den aufeinander aufbauenden Workshops werden die neuen Erfahrungen in der Praxis erprobt und im folgenden Workshop besprochen. Darum ist es hilfreich und für den eigenen Erfolg wichtig, sich gleich für alle drei Module anzumelden.

Die Kurse liegen über Monate verteilt, so dass die Teilnehmer eine praxisbegleitende Ausbildung erleben und eine Didaktik für eine Streitkultur erfahren, die sie in ihrer Schule sehr nachhaltig einführen können.

Diesem Anliegen folgen die drei Basismodule zur Schulmediation:

Modul 1:          Anders streiten

Modul 2:          Streit schlichten

Modul 3:          Konflikte selbst regeln

Aufbaumodule Schulmediation (Grundschule und Sekundarstufe)

Diese Module bauen auf den drei Basismodule zur Streitschlichtung für die Sekundarstufe oder die Primarstufe auf. Die dort erarbeiteten Inhalte werden vorausgesetzt.

Aufbaumodul

Hilfe durch Mediation
Intervention bei Konflikten in großen Gruppen

Konfliktregelung wird schwieriger, wenn sich Gruppen und einzelne Schüler gegenüber stehen, Einzelne von Gruppen angegriffen werden. Diese Konstellation ist immer häufiger in Schulklassen zu beobachten: Ein Schüler wird durch Mitschüler verbal oder körperlich angegriffen. Soll der Vermittler sich auf die Seite des Schwächeren stellen? Wie ist ein Konfliktge­spräch mit Gruppen oder der Klasse zu führen? Welche Hilfen bietet das Verfahren der Media­tion an? Welche Voraussetzungen sind zu beachten.

Aufbaumodul

Leitung und Begleitung
Unterstützung und Reflexion der Arbeit in der Schulmediation

Mit diesem Aufbaumodul bieten wir Ihnen ergänzende Methoden für das Konfliktgespräch an: Reframing, Selbstbild-Fremdbild-Konfrontation, Doppeln, Umformu­lieren. Praktisch durchführen werden wir Medi­ation mit Eltern, Leitung von Rollenspielen und die Reflexion der Leitung von Rollenspielen. Antworten geben wir auf die Fragen: Was können Mediatoren zu einer positiven Konflikt- und Feedbackkultur in der Schule beitragen? Mit welchen Bausteinen kann die Schulmediation „ein langes Leben“ erhalten?

Die etwas andere Gewalt
Mobbing in der Schule – Ursachen, Mechanismen, Handlungsstrategien – Aufbaumodul

Für Lehrende der Sekundarstufen I und II ist Mobbing unter Schülerinnen und Schülern ein bekanntes Phänomen. Aber auch in der Grundschule sind Anfänge dieses Verhaltens zu beobachten. Mobbing geschieht zumeist im Verborgenen und gerade nicht unter den Augen der Lehrerinnen und Lehrer, so dass es nur selten mit den an der Schule üblichen Konfliktlösungsstrategien erfasst und reguliert werden kann.

Neben der Vermittlung von Hintergrundwissen werden Vorgehensalternativen zur Bearbeitung und Veränderung von Mobbing-Situationen in der Schule – unter besonderer Berücksichtigung des mediationsnahen Unterstützergruppenansatzes „No Blame Approach“ – erarbeitet und auch praktisch in Rollenspielen erprobt.

Ergänzende Angebote

„Anders streiten“ für die Klassen 5 und 6
Für die Entwicklung der Mediation in der Schule ist es hilfreich, für die Klassen 5und 6 Programme einzuführen, die die Schülerinnen und Schüler zu einem gewaltlosen und selbstverantwortlichen Umgang mit Streit befähigen. Die Aufnahme dieses Klassenprogramms kann bei intensiver und regelmäßiger Durchführung bald zu einer Atmosphäre führen, in der Konflikte nicht mehr verschoben, negiert oder mit Gewalt ausgetragen werden, sondern in der sie konstruktiv behandelt werden, so dass die Beteiligten die Möglichkeit erhalten, menschlich daran zu wachsen und mit einem persönlichen Gewinn aus dem Konflikt hinausgehen.

Zielgruppe: Lehrkräfte, die in den Klassen 5/6 unterrichten (KlassenlehrerInnen, Fachlehrer in Politik, Religion, Deutsch …).

Dieser Kurs kann als Modul 1 für die 3 Basiskurse in der Sekundarstufe anerkannt werden.

Forum Schulmediation
Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer haben an den Workshops der Thomas-Morus-Akademie zur Streitschlichtung durch Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Viele von ihnen haben die Streitschlich­tung in ihrer Schule eingeführt. Immer wieder gibt es aus der Praxis Anfragen zu einem Austausch unter Lehrerinnen und Lehrer, die die Streitschlichtung in der Schule betreuen, und den Schülerinnen und Schüler, die als Schlich­terinnen und Schlichter tätig sind.

Im Rahmen dieses Tages steht zum einen der Erfahrungsaustausch mit gegenseitiger Hilfe und Beratung auf dem Programm. Dazu werden schulstufen- und schulformspezi­fische Untergruppen gebildet. Hinzu kommen Übungen zum Sozialtraining, zur Kommunikation und aktuelle Informationen aus dem Themenbereich Streitschlichtung.

Anerkennung als Schulmediator/zur Schulmediatorin BM

Die Thomas-Morus-Akademie bietet die Basisausbildung für die Anerkennung zum Schulmediator BM an. Diese Anerkennung ist für die Praxis in der Schule nicht unbedingt notwendig, für Weiterqualifikation in Bereich Mediation bzw. zum Nachweis einer qualifizierten Gesamtausbildung Voraussetzung.

Dazu sind folgende Teile notwendig:

  • 60 (Zeit-)Stunden Ausbildung (3 Basis-Module, 2 Aufbaumodule)
  • 20 (Zeit-)Stunden Supervision und Intervision
  • Dokumentation

Eine Anerkennung zur Schulmediatorin/zum Schulmediator ist über den Bundesverband Mediation oder über die Thomas-Morus-Akademie möglich. Die detaillierten Unterlagen zur Anerkennung sind erhältlich beim:
Bundesverband MEDIATION e. V. (BM)
Wittestr. 30 K, 13509 Berlin, Tel: +49 (0)30 43 57 25 30, Fax: +49 (0)30 43 57 25 31, E-Mail: info@bmev.de, Web: http://www.bmev.de