Beiträge

Im Zirkus der Sonne: Erinnerungen an Robert Lax

Samstag, 26. September 2020 || Robert Lax gilt als der große Unbekannte der amerikanischen Literatur. Es lohnt sich, den Dichter und Eremiten an seinem 20. Todestag neu zu entdecken. Akademiereferent Matthias Lehnert hat sich auf Spurensuche begeben.

„Von diesen Merkwürdigkeiten der Wiederholung“ – Stefan Andres, Hanns-Josef Ortheil und Der Knabe im Brunnen

Donnerstag, 6. August 2020 || Dieser Tage unternimmt so mancher, coronabedingt, eine Reise in die Kindheit. Beliebte Urlaubsziele heißen derzeit nicht Toskana oder Türkei, sondern Ostsee und Bayrischer Wald. Ganz wie früher. Oder warum nicht gar Eifel oder Moseltal? Eine ganz besondere Moselfahrt möchte ich Ihnen heute empfehlen, eine literarische Reise auf den Spuren von Hanns-Josef Ortheil und Stefan Andres.

Aus der Bibliothek der Zukunft: „Factfulness“

Montag, 3. August 2020 || Immer wieder begegnen einem Bücher, die man sich zu lesen vornimmt. Sie werden einem empfohlen oder man entdeckt sie in einer Buchhandlung. Manchmal macht einen auch eine Rezension neugierig. So landen diese Bücher auf der eigenen Leseliste, die mit der Zeit immer länger und zu so etwas wie einer „Bibliothek der Zukunft“ wird. In loser Folge stellen Ihnen Akademiereferentinnen und -referenten Bücher von ihren persönlichen Leselisten vor. Heute schaut Dr. Matthias Lehnert auf das Buch Factfulness, des schwedischen Mediziners Hans Rosling. Auf der Grundlage von Fakten möchte sein Autor zeigen, dass die Welt nicht so schlecht ist, wie wir denken.

Freiheitsstatur

Bedeutend. Revolutionär. Kontrovers. Die Bedeutung der Literatur für Politik, Gesellschaft und Minderheitenrechte der USA

Donnerstag, 23. Juli 2020 || Die Geschichte der USA zeigt eindrücklich, dass sich Bürgerrechte und sozialer Fortschritt nicht automatisch einstellen. Sie wurden – und werden – über lange Zeiträume und gegen zahlreiche Widerstände hart erkämpft. Wichtige Mittel in diesen Auseinandersetzungen sind dabei: Wort, Sprache, Geschichten, Literatur. In Büchern wurde das frühe Selbstverständnis der USA als genuiner Nationalstaat diskutiert. Romane wie Onkel Toms Hütte befeuerten die Abschaffung der Sklaverei. Über die Bedeutung von Literatur und Sprache für die politische Entwicklung der USA sprach Akademiereferentin Julia Steinkamp mit dem Amerikanisten Prof. Dr. Timo Müller.

Buchtipp: „Picknick im Dunkeln“

Samstag, 11. Juli 2020 || Es ist eine Begegnung der „dritten Art“, die Auftakt des Romans von Markus Orths ist: In einem stockfinsteren Tunnel begegnen sich der Filmkomiker Stan Laurel und der große Scholastiker Thomas von Aquin. Diese abenteuerliche Begegnung ereignet sich im Philosophie-Roman „Picknick im Dunkeln“. Akademiereferent Matthias Lehnert empfiehlt die amüsante Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Lebens.

Leseempfehlung: Helga Schubert „Vom Aufstehn“

Samstag, 4. Juli 2020 || Auf der Suche nach einem Werk, das ich einer Patientin nach einer Augen-OP vorlesen konnte, bin ich auf den Text von Helga Schubert gestoßen. Mit der Erzählung „Vom Aufstehn“ gewann die 80-jährige Schriftstellerin den diesjährigen Bachmannpreis. Es ist ein relativ kurzer Text von einer Frau, die noch im Bett liegend, das eigene Aufstehen hinauszögert und sich dabei an ihre eigene Mutter erinnert: berührend wie hier in der Reflektion einer zwiespältigen Mutter-Tochter-Beziehung Verletzungen zur Sprache kommen, es auch ums Verzeihen geht, obwohl dieser Begriff nie vorkommt.

Aus der Bibliothek der Zukunft: „Der Weltensammler“

Mittwoch, 1. Juli 2020 || Heute setzen wir unsere Reihe „Bibliothek der Zukunft“ fort. In ihr stehen Bücher, die wir Ihnen zur zukünftigen Lektüre empfehlen. In einer Zeit, in der das Reisen vor neuen Herausforderungen steht, wählte nun der Kunsthistoriker und Historiker Daniel Leis den „Der Weltensammler“ von Ilija Trojanow aus: ein Buch von einem Autor, der in Sofia geboren wurde und der nach Stationen in Nairobi, München, Mumbai und Kapstadt heute in Wien lebt. Der sorgfältig recherchierte Roman folgt den Spuren Richard Francis Burton und führt als „informativ-unterhaltsame Lesereise“ sozusagen um die Welt: Von Indien, wo Burton Offizier war, folgt Trojanow dem „Pilger“ Burton nach Mekka und bricht schließlich mit ihm zu einer Ostafrika-Expedition auf. „Ein Werk voller Abwechslung und Fernweh, das auch in seinen Nebenfiguren eine hohe literarische Kraft entfaltet“, so Daniel Leis.

Unverwechselbar: Goethe! Gespräch mit dem Vizepräsidenten der Goethe-Gesellschaft in Weimar

Mittwoch, 24. Juni 2020 || Es ist ein sehr besonderer Moment, wenn Dr. Silke Henke einen Text von Johann Wolfgang von Goethe oder Friedrich Schiller „enthüllt“. Eindrucksvoll weist sie dann die Gäste einer Goethe Akademie in der ehrwürdigen Petersen-Bibliothek des Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar auf Textfeinheiten und Kontexte hin, erläutert Herausforderungen der Konservierung und digitalen Archivierung. Aber: Woher rührt die Faszination, die die Originale Goethes bis heute ausüben? Was empfiehlt Professor Dr. Jochen Golz jenen, die sich „endlich wieder einmal“ Goethes Werken annähern möchten? Mit dem langjährigen Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs und Vizepräsidenten der Goethe-Gesellschaft in Weimar sprach Akademiereferentin Elisabeth Bremekamp.

Annette Kolb: Deutsch-Französin, Pazifistin, Schriftstellerin

„Ich bin eben halb deutsch und halb französisch“ sagte im Alter von 95 Jahren die Schriftstellerin Annette Kolb. Vor allem für ihre heiteren Romane und Musikerbiographien ist sie bekannt, doch die Deutsch-Französin konnte auch anders, die vor 150 Jahren geboren wurde. Denn mit kritisch-sarkastischen Texten schrieb die Pazifistin gegen die Kriegstreiber des Ersten Weltkriegs an. Sie reiste viel, emigrierte 1933 nach Paris, floh dann nach New York und verbrachte ihre letzten Lebensjahre in München, wo sie am 3. Februar 1870 geboren wurde und am 3. Dezember 1967 verstarb. Ein Porträt dieser so ungewöhnlichen Frau zeichnet Dr. Elisabeth Peters und liest Ihnen auch aus zwei Werken von Annette Kolb vor.

Buchtipp: Ein Sommer-Liebes-Bildungs-Entwicklungsroman

Montag, 15. Juni 2020 || Die Tage werden länger, das Wetter bleibt sonnig, und so wird sich der Buchhandel bald wieder auf die Suche nach dem „Sommerroman des Jahres“ machen. Wer darauf nicht warten möchte, kann auch jetzt schon fündig werden. Mit „Die Liebeshandlung“ hat der Amerikaner Jeffrey Eugenides vor einigen Jahren den klassischen Liebesroman rekonstruiert. Akademiereferent Matthias Lehnert empfiehlt das Buch zur Lektüre an lauen Sommerabenden.