Selbstbestimmung auch im Sterben-Tagung in Bensberg
(c) P. Weidemann, pfarrbriefservice

Selbstbestimmung – auch im Sterben?

Haltungen und Positionen in einer herausfordernden Debatte

Das Bundesverfassungsgericht hat im Februar 2020 das Verbot geschäftsmäßiger Suizidhilfe für verfassungswidrig erklärt und den Deutschen Bundestag beauftragt, sich mit der Neuregelung der Suizidhilfe zu beschäftigen.

Es braucht ein neues Gesetz und eine gesamtgesellschaftliche Debatte, die im vollen Gang ist: Bundestag, Deutscher Ethikrat, Deutscher Ärztetag, Bischofskonferenz, Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und viele andere Institutionen diskutieren und veröffentlichen zahlreiche Papiere und Stellungnahmen. Die Debatte ist auch in vielen Gemeinden, Familien, Freundeskreisen und Krankenhäusern angekommen.

Die Akademietagung will einen Beitrag zu dieser Debatte leisten, indem sie die zentralen Begriffe und Probleme klärt, einen Überblick über die Argumentation des Bundesverfassungsgerichtes bietet, Vorschläge zur Neuregelung der Suizid-
assistenz unterbreitet, Diskussionsräume öffnet und konkrete Fallbeispiele analysiert.

Samstag, 6. November 2021

14.00 Uhr
Einführung in die Debatte um die sogenannte Sterbehilfe
Hinter dem mehrdeutigen Begriff der „Sterbehilfe“ verbergen sich verschiedene Handlungsformen (wie z.B. Sterbebegleitung, Therapiebegrenzung, Suizidassistenz, Tötung auf Verlangen), die ethisch sehr unterschiedlich zu bewerten sind. Es werden die wichtigsten Argumente aus der ethischen Debatte rekonstruiert und beispielhaft erläutert.

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause

16.00 Uhr
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVErfG) und der Streit um das Verständnis von Autonomie, Menschenwürde und Selbstbestimmung
Die wichtigsten Aussagen des Urteils werden vorgestellt und kritisch eingeordnet. Ein Akzent soll dabei insbesondere auf das Verständnis von „Autonomie“ und „Menschenwürde“ gelegt werden, das dem proklamierten Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben zugrunde liegt.

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Was wünsche ich mir vom Gesetzgeber für die neue Gesetzgebung?
Gegenwärtig liegen ganz unterschiedliche Gesetzentwürfe verschiedener Personen und Institutionen vor, die sich gravierend voneinander unterscheiden. Es sollen einige Desiderate für die neue Gesetzgebung formuliert und diskutiert werden.
Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband hat ein Dialog-papier vorgelegt, das genauer betrachtet wird. Beispiele aus der Praxis der Hospizarbeit werden vorgestellt.

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 7. November 2021

ab 7.00 Uhr
Frühstück für Übernachtungsgäste

8.00 Uhr
Gelegenheit zur Mitfeier der Eucharistiefeier in der Edith-Stein-Kapelle
Aufgrund der aktuellen Sicherheitsstandards ist eine Anmeldung unter https://bit.ly/2SijQIQ erforderlich.

  9.30 Uhr
Die Hospizbewegung und die Palliativmedizin
Wo hat die Hospizbewegung ihren Anfang genommen? Was ist Palliativmedizin? Wo sind Möglichkeiten zu sehen und wo sind Grenzen zu ziehen?
Nach einer theoretischen Einführung wird ein Fallbeispiel – „Können Sie mir beim Sterben helfen?“ – vorgestellt und besprochen.

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Suizidassistenz in katholischen Einrichtungen
Anhand eines konkreten Beispiels werden Möglichkeiten und Grenzen der Mitwirkung an Suizidhandlungen in Form einer strukturierten ethischen Fallbesprechung durchgespielt und diskutiert, um die Probleme vor Ort besser zu verstehen und die Handlungssicherheit der Mitarbeitenden in katholischen Gesundheitseinrichtungen zu verbessern.

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende der Tagung

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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