Grundlagen, Entwicklungen und Anfeindungen der Demokratie-Seminar in Bensberg
(c) P. Foltz, Wikimedia commons, gemeinfrei

„Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“

Grundlagen, Entwicklungen und Anfeindungen der Demokratie

„Demokratie“ im Sinne der Herrschaft des Volkes ist ein politischer Hoffnungsbegriff, an den hohe Erwartungen geknüpft sind. Von daher braucht es nicht zu verwundern, dass kaum ein politisches Regime sich nicht als demokratisch bezeichnet. Dies gilt nicht nur für die traditionell demokratischen Länder der westlichen Welt, sondern auch für autoritäre Herrschaftssysteme in Asien, Afrika und Lateinamerika wie auch für die zusammengebrochenen realsozialistischen „Volksdemokratien“ Mittel- und Osteuropas.
Weil der Begriff „Demokratie“ selbst wenig aussagekräftig ist und sich leicht ideologisch instrumentalisieren lässt, bleibt er erläuterungsbedürftig. Derzeit wird von vielen Seiten zudem eine Krise der Demokratie konstatiert. Für die einen ist sie am Ende und nicht mehr zu retten, die anderen suchen nach Möglichkeiten, sie weiterzuentwickeln.
Das Seminar beschäftigt sich historisch und systematisch mit den unterschiedlichen Legitimationsdiskursen der Demokratie auf der Suche nach dem normativen Fundament wie dem Gesamtethos dieser Herrschafts- und Lebensform.

Samstag, 23. Oktober 2021

14.00 Uhr
Demokratie warum?
Legitimationsdiskurse für eine Herrschafts- und Lebensform
Als Staats- und sozio-politische Lebensform beansprucht Demokratie, anderen Herrschaftsformen überlegen zu sein. Denn nur mit ihr lässt sich die menschenrechtliche Basisforderung nach der Unabhängigkeit des Einzelnen von der Willkür anderer auf Dauer sicherstellen. Sie wird durch die materiellen Elemente der Demokratie (Freiheit und Gleichheit der Bürger, Volkssouveränität, Rechts- und Sozialstaatlichkeit) sichergestellt.

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause

16.00 Uhr
Demokratietheorien und das Ringen um die rechte Form der Demokratie
Die Demokratie hat ihre Wurzeln in der Antike und seit der frühen Neuzeit wichtige Wandlungsprozesse durchlaufen. Bedeutende Denker haben diese Prozesse entweder angestoßen oder kritisch reflektiert. Politische Theorien beschreiben die Ausprägungen der Demokratie als unmittelbar und direkt oder mittelbar und repräsentativ und arbeiten die Diskrepanz zwischen den unterschiedlichen Demokratietheorien und der praktischen Ausformung dieser Staatsform heraus.

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Krisen- und Verfallsphänomene der Demokratie
Seit ihrer Entstehung in der Antike stößt die Demokratie immer wieder auf Kritik und zeitweilig sogar auf Feindschaft. Gegenwärtig lassen tiefgreifende Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Weltpolitik den Eindruck entstehen, die Demokratie befinde sich in einer Krise. Populistische Bewegungen ziehen mit Berufung auf „das Volk“ die Funktionsfähigkeit der Demokratie in Zweifel. Wie die Krise der Demokratie sich zeigt und wie ihr zu entgegnen ist, das werden die Teilnehmer des Seminars selbst erarbeiten.

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 24. Oktober 2021

ab 7.00 Uhr
Frühstück für Übernachtungsgäste

8.00 Uhr
Gelegenheit zur Mitfeier der Eucharistiefeier in der Edith-Stein-Kapelle
Aufgrund der aktuellen Sicherheitsstandards ist eine Anmeldung unter https://bit.ly/2SijQIQ erforderlich.

 9.30 Uhr
Das zivilgesellschaftliche Ethos der Demokratie
Demokratie ist nicht nur eine Regierungs-, sondern auch eine sozio-politische Lebensform, die eine „offene Gesellschaft“ (Karl Popper) zur Voraussetzung hat. Ihre partizipations- und freiheitssichernden Zwecke erfüllt sie erst dann, wenn das Gemeinwohl, der Schutz vor Manipulation und die Kontrolle des Einflusses von Gruppeninteressen durch Tugenden und Gesinnungen der Bürger (wie Mündigkeit, Verantwortung, Uneigennützigkeit, Toleranz, Diskursivität, Solidarität) gewährleistet sind.

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Universalisierung und Globalisierung der Demokratie?
1989 nährte das Buch des Politikwissenschaftlers Francis Fukuyama „Das Ende der Geschichte“ die Hoffnung, dass der weltweite Siegeszug der liberalen Demokratie nicht mehr aufzuhalten sei. Inzwischen ist diese Hoffnung als Utopie entlarvt. Denn das Gelingen der Demokratie hat historische und kulturelle Voraussetzungen.

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende des Seminars

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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