Die antiken Vesuvstädte und ihre Kunst-Akademietagung
© I.C. d‘Antonio, unsplash.com

Leben unterm Vulkan

Die antiken Vesuvstädte und ihre Kunst

Der weite Golf von Neapel ist eine der Traumlandschaften des alten Europa – oder war es zumindest bis zu seiner modernen Zersiedelung. Hier traf die Welt der griechischen Kolonien auf kleine lokale Kulturen und später auf das alles dominierende Rom. Die Städte am Golf wurden für das kaiserzeitliche Rom das, was Cannes heute für Paris ist: mondäne Badeorte für einen luxuriösen Sommeraufenthalt jenseits der Metropole. Thermen und bizarre Palastvillen entstanden und wurden reich ausgestattet.

Immer war dieses Paradies bedroht durch die Natur: Nicht allein der Vesuv liegt mitten darin. Und so brachten ein starkes Erdbeben und bald darauf der Vulkanausbruch des Jahres 79 n. Chr. der Region Tod und Verderben. Die Katastrophe versiegelte das antike Leben aber auch auf Jahrhunderte und bewahrte es so vor völligem Verfall.

Seit ihrer Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert sind die Vesuvstädte weltberühmt, mehrten sie doch Ansehen und Reichtum der Könige von Neapel, ergaben Sammlungen von nie dagewesener Größe und Pracht und wirkten auf die Kunst und Kultur des späten 18. und des 19. Jahrhunderts ein.

Wir laden Sie ein, Dr. Andreas Thiel auf seinen bilderreichen Spaziergängen durch die Golfregion in Gedanken zu folgen und den „wiederholten Spiegelungen“ (Goethe) der antiken Kulturen nachzusinnen.

Samstag, 7. Mai 2022

14.00 Uhr
Gefährliche Schönheit
Der Golf von Neapel
Die Landschaften am weiten Golf von Neapel sind höchst unterschiedlich: Im Norden liegt eine bizarre, stetig sich verändernde Vulkanlandschaft, die Tiefe der Bucht wird von Neapel mit seinem Hausberg, dem Posillip, dominiert, gen Süden folgt die weite Ebene mit dem immer drohenden Kegel des Vesuv im Zentrum. Im Westen öffnet sich jenseits der Steilküste von Sorrent das Meer mit der Insel Capri als Schlusspunkt. Hier dominiert das Kalkgebirge.

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr
Wo Griechen orakelten und Römer badeten
Zeugnisse griechischer und römischer Geschichte
Die Küstenstriche am Golf von Neapel waren dicht mit antiken Häfen, Städten und Villenanlagen bebaut, von denen sich allenthalben noch Reste finden. Faszinierend vielfältig ist das Bild im Nordwesten des Golfes, wo nahe beieinander etwa das uralte griechische Cumae mit seiner Sibyllengrotte und das Cap Misenum mir dem größten Hafen des römischen Reiches liegen. Eine Bucht weiter liegt dann Baiae, in dessen Thermen die Kaiser badeten.

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Das Erblühen der Städte am Vesuv
Archäologische Funde aus vorchristlicher Zeit
Lange vor den Römern haben lokale Völker die Region geprägt. So ist auch das berühmte Pompeji keine römische Gründung, sondern zeigt noch immer viele Elemente älterer Kulturen, die von den neuen Herren übernommen und umgeformt wurden. Forum, Tempel und Staatsbauten entstanden, bevor sich um 80 v. Chr. die Römer dauerhaft am Golf niederlassen konnten.

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 8. Mai 2022

ab 7.00 Uhr
Frühstück für Übernachtungsgäste

8.00 Uhr
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes in der Edith-Stein-Kapelle

9.30 Uhr
Schöner Wohnen!
Höchste Wohnkultur am Fuße des Vulkans
In der Epoche der späten römischen Republik und der frühen Kaiserzeit entwickelt sich in Pompeji und Herculanum eine raffinierte Wohnkultur, deren Zeugnisse der Vulkan zugleich zerstörte und bewahrte. An erster Stelle ist die weltberühmte Wandmalerei zu nennen, die die teils kleinen, teils weitläufigen Stadthäuser ausschmückte.

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Die Villa über dem Meer
Vorbilder für den europäisches Klassizismus
Jenseits der Stadtmauern von Neapel und Pompeji lagen einst große Landgüter und palastartige Villen am Hochufer des Golfes. Sie gehörten zu den ersten Entdeckungen, die die Schatzsucher des 18. Jahrhunderts machten. Großartige Malereien und Mosaiken, reiche Skulpturenbestände und feinstes Hausgerät bis hin zu teils noch lesbaren Schriftrollen wurden aus den Ruinen geborgen. Sie prägen in hohem Maße unsere Vorstellung von der Kultur der frühen römischen Kaiserzeit und sind, selbst bereits klassizistisch, stilbildend für den europäischen Klassizismus geworden.

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende des Seminars

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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