Einträge von Anne Pesch

Geht uns mit Corona die soziale Energie aus? Perspektiven des Soziologen Hartmut Rosa

Dienstag, 23. Juni 2020 || Auf ein lesenswertes Interview des Jenaer Soziologen Hartmut Rosa unter der Überschrift „Leiden wir an einem gemeinschaftlichen Burn-out“ machte uns ein Leser unseres Blogs aufmerksam. Gern nehmen wir diesen Hinweis auf. Denn mit seinen Ausführungen über das Bedürfnis der Menschen nach Resonanz und ihrer Sehnsucht nach Orten und Zeiten, an denen sie nicht unter einem Optimierungsdruck stehen, hat Rosa bereits wichtige soziologische Akzente setzen können. Nun beschreibt der Soziologe Indizien für eine möglichen gesellschaftlichen Burn-out, der durch die Wirkungen der Corona-Pandemie ausgelöst werden könnte.

Langeweile – eine mystische Übung

Sonntag, 21. Juni 2020 || Die große Corona-Langeweile, vor der sich viele fürchteten, scheint ausgeblieben zu sein. Auch während des wochenlangen Lockdowns herrschte allerorten Betriebsamkeit. Wieso fällt es uns offenbar schwer, längere Phasen der Ruhe und des Nichtstuns zuzulassen? In einem für die heutige Taktung der Medien durchaus langen Gespräch, beleuchtet der Theologe und Bestseller-Autor Pierre Stutz unser Verhältnis zur Langeweile, spricht von der „Mystik der Langeweile“: eine schöne Ermutigung zu einem spirituellen Alltagsweg!

Sommerlich, elegant: Florentiner Blütenträume

Sonntag, 21. Juni 2020 II Farbige Einlegearbeiten aus Stein haben in Florenz eine lange Tradition, bereits im Mittelalter wurde mit ihnen Kirchen geschmückt. Weltberühmt wurde die aufwendige Technik, als im Frühbarock das heute noch existierende „Opificio delle Pietre Dure“ gegründet wurde, dessen Künstler für die Medici und die Fürsten Europas Ausstattungsstücke aus edelstem Material schufen. Das „Florentiner Mosaik“ war höchst begehrt. Und wenn man diese Kunstwerke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert eingehender betrachtet, so versteht man auch, warum …

Ein besonderes Angebot in Berlin für kleine „Künstler“

Freitag, 19. Juni 2020 || Der Gropius Bau in Berlin hat ein besonderes Angebot entwickelt, dass sich an alle richtet, die schon einen Stift halten können, aber noch nicht volljährig sind. Kinder und Jugendliche können ihre „Kunstwerke“ vorbeibringen, wo sie in eigens dafür eingerichteten Ausstellungsräumen präsentieren werden. Eine schöne Idee, für die die Akademiereferentin Anne Pesch glatt überlegt, mal einen Abstecher nach Berlin zu machen.

Annette Kolb: Deutsch-Französin, Pazifistin, Schriftstellerin

„Ich bin eben halb deutsch und halb französisch“ sagte im Alter von 95 Jahren die Schriftstellerin Annette Kolb. Vor allem für ihre heiteren Romane und Musikerbiographien ist sie bekannt, doch die Deutsch-Französin konnte auch anders, die vor 150 Jahren geboren wurde. Denn mit kritisch-sarkastischen Texten schrieb die Pazifistin gegen die Kriegstreiber des Ersten Weltkriegs an. Sie reiste viel, emigrierte 1933 nach Paris, floh dann nach New York und verbrachte ihre letzten Lebensjahre in München, wo sie am 3. Februar 1870 geboren wurde und am 3. Dezember 1967 verstarb. Ein Porträt dieser so ungewöhnlichen Frau zeichnet Dr. Elisabeth Peters und liest Ihnen auch aus zwei Werken von Annette Kolb vor.

„Gläubige als Zitterrochen“? Überlegungen und Ermutigung einer Philosophin

Dienstag, 16. Juni 2020 || Die Kirchen könnten in diesen angespannten Zeiten, davon ist die Münchener Philosophin Olivia Mitscherlich-Schönherr, überzeugt, sich viel deutlicher ins Wort bringen. Stattdessen macht sie in einem Interview des Deutschlandfunks eine „spirituelle Hilflosigkeit“ aus. Sie ermuntert daher dazu, sich bewusst in dieser Corona-Krise der Unsicherheit zu stellen.

Der Wald und der Sturm. Ausstellungseröffnung in Bensberg

„Nach dem Sturm Friederike im Januar 2018 sind mir viele Menschen im Wald begegnet, die davon sprachen, dass „ihr“ Wald verschwunden sei, und meinten damit den Waldabschnitt, in dem sie immer spazieren gehen. Sie waren betroffen und traurig angesichts der Verwüstung und des Verlustes. Eine Hilflosigkeit blieb zurück – bei mir verursachte sie den Impuls, mich künstlerisch damit auseinanderzusetzen.“ So schildert die Künstlerin und Initiatorin des Projektes Christine Burlon ihre Motivation und den Beginn des Gemeinschaftsprojektes, an dem sich 10 Künstlerinnen und Künstler beteiligen.

Buchtipp: Ein Sommer-Liebes-Bildungs-Entwicklungsroman

Montag, 15. Juni 2020 || Die Tage werden länger, das Wetter bleibt sonnig, und so wird sich der Buchhandel bald wieder auf die Suche nach dem „Sommerroman des Jahres“ machen. Wer darauf nicht warten möchte, kann auch jetzt schon fündig werden. Mit „Die Liebeshandlung“ hat der Amerikaner Jeffrey Eugenides vor einigen Jahren den klassischen Liebesroman rekonstruiert. Akademiereferent Matthias Lehnert empfiehlt das Buch zur Lektüre an lauen Sommerabenden.

Gefragt sind “Post-Corona-Visionen”  

Sonntag, 14. Juni 2020 II Von „Wende“ wird in diesen „Corona-Pandemie-Zeiten“ oft gesprochen und dass „nichts mehr ist und bleibt wie zuvor“. Aber was bedeutet das? Wird auch eine gemeinsame Sicht auf Zukunft initiiert, um ein neues Leitbild gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen Handelns angesichts der globalen Herausforderungen und Bedrohungen zu entwickeln? Was sind Impulse neuer Visionen? Der Kontemplationslehrer und Professor für Kommunikation und Ethik Claus Eurich lädt ein und fordert zugleich auf, sich jetzt mutig und entschlossen dafür mit Blick auf das Ganze Zeit zu nehmen, da es ja schon im biblischen Buch der Sprüche heißt: „Ohne prophetische Offenbarung verwildert das Volk.“ (Spr 29,18).