Wiederaufnahme des Veranstaltungsbetriebs ab Juni

Sehr geehrte Akademiegäste,

ab Juni ist es endlich soweit: Die Thomas-Morus-Akademie wird wieder Veranstaltungen in Bensberg für Sie anbieten.

Das Land NRW erlaubt den Weiterbildungseinrichtungen, wieder zu Präsenzveranstaltungen in ihren Häusern einzuladen – natürlich unter Berücksichtigung hoher Corona-Sicherheitsstandards. Wir bereiten nun für Sie für Juni ausgewählte Akademietagungen vor.
Wir freuen uns sehr darauf, Sie wieder persönlich zu sehen und Ihnen bei unseren Angeboten eine bereichernde Zeit zu ermöglichen. Über unsere Homepage und per E-Mail werden wir Sie zeitnah über die Details informieren und zu den Veranstaltungen einladen.

Das Akademieteam der Thomas-Morus-Akademie freut sich mit mir, Sie bald wieder persönlich als Gäste in Bensberg begrüßen zu dürfen,

Ihre

Andrea Hoffmeier
Akademiedirektorin

Dominik Meiering

Auf ein Wort mit… Dominik Meiering

Lieber Herr Dr. Meiering,

seit 2018 sind Sie Leitender Pfarrer in der Kölner Innenstadt und koordinieren den „Sendungsraum Köln-Mitte”, also die katholische Kirche in der Kölner Innenstadt.

Aktuell hat die Covid 19-Pandemie das ganze Land im Griff. Auch die Kirchen waren von den Ausgangsbeschränkungen und Versammlungsverboten massiv betroffen. Wie haben Sie die Corona-Pandemie in der Kölner Innenstadt, in der Kölner Kirche erlebt?

Es ist eine aufregende Zeit. Frère Roger hat immer gesagt: „Wir leben im Vorläufigen“ und das spüre ich augenblicklich sehr existentiell. Wir leben von Woche und zu Woche und hören was die Politik sagt, was die Wissenschaftler sagen, was auch die Verantwortlichen der Kirche sagen. Und bei alledem versuchen wir, schon irgendwie unser Leben neu zu gestalten, ganz persönlich, aber auch unser Gemeinde- und Glaubensleben neu zu sortieren. Es ist eine mühsame Zeit, aber nicht ohne Hoffnung.

Auch wenn Kirchen und Gemeindezentren wieder geöffnet werden – welche Folgen hat die Pandemie langfristig für die Kirche? Was wird nicht mehr so sein wie früher?

Gott sei Dank sind unsere Kirchen die ganze Zeit geöffnet gewesen, die Menschen sind gekommen. Wir haben das besonders stark an Ostern erlebt. Sie haben sich Palmzweige, Osterkerzen und unsere Glaubensimpulse und Gottesdienstvorlagen mitgenommen. Wir versuchen auch, untereinander Kontakt zu halten, indem wir viel anrufen oder auch hier und da in den Gremien eine Telefonkonferenz machen. Das kirchliche Leben hat sich trotzdem extrem gewandelt. Es ist ja nicht nur der Gottesdienst der fehlt, sondern es sind die Erstkommunionfeiern und deren Vorbereitung, es sind die Chorproben und die Treffen der kfd und so weiter. Ich bin der festen Überzeugung, sobald die Menschen sich wieder bewegen können, werden sie sich aufeinander zu bewegen. Das liegt in der Natur des Menschen. Und wenn die Kirche nach wie vor einen Anlass oder einen Ort anbietet, um miteinander das Leben zu teilen, dann wird sich auch kirchliches Leben wieder entwickeln.

Was erhoffen Sie sich für das 1. Maiwochenende, wenn die Kirchen wieder geöffnet und Gottesdienste unter strengen Auflagen gefeiert werden können?

Wir sehnen uns nach einer völlig ungezwungenen Normalität wieder zurück. Aber das wird so schnell nicht wieder kommen. Daher müssen wir realistisch sein und langsam und vorsichtig anfangen und dabei alle unterschiedlichen Perspektiven im Blick behalten. Ich glaube, wir brauchen jetzt die Fähigkeit, von Woche zu Woche immer wieder neu zu beginnen. Was kann ich jetzt anfangen? Das ist jetzt eine Geduldsfrage. Keiner soll sagen, es gäbe jetzt weniger Arbeit – es gibt viel zu tun: vieles, was wir im Augenblick tun, hat eine Halbwertzeit von einer Woche. Aber es ist auch eine geistliche Frage: Was ist jetzt dran, wo bin ich jetzt gefordert?

Gab es für Sie in dieser Krisenzeit auch Neuentdeckungen, haben sich für die Kirche auch neue Chancen eröffnet, die es sonst vielleicht gar nicht gegeben hätte? Corona als Anstoß für Neues?

Ich fand hochspannend, wie aus dem Nichts heraus plötzlich Dinge gewachsen sind, z.B. zu der normalen Gottesdienstzeit in St. Gereon waren einigen Menschen in der Kirche versammelt und da sagte jemand: „Sollen wir nicht gemeinsam etwas beten?“ – die Personen saßen weit genug auseinander. Und da haben sie das Vater Unser gebetet. Und ein anderer sagte: Ich lese jetzt mal das Evangelium vor und dann haben sie Fürbitten gesprochen. Da ist jetzt eine Kultur gewachsen von der man sagen könnte: Das jetzt zu verlieren, wäre schade. Wie können wir diese Erfahrungen mitnehmen und nicht einfach nur zur Eucharistiefeier zurückkehren. Das sind Impulse, die machen mich sehr nachdenklich, dass Menschen ihren Glauben sehr selbständig leben und auch feiern können und wollen. Das muss Konsequenzen auch für unser gottesdienstliches Angebot haben.

Sie haben neben Theologie auch Kunstgeschichte studiert und Ihre Promotion in Kunstgeschichte geschrieben. Welche Bedeutung spielt die Kunst in ihrer pastoralen Arbeit in der Innenstadt?

Ohne Kunst und Kultur ist die Kölner Innenstadt gar nicht zu denken. Unsere Gottesdienste und unser Gemeindeleben wären tot. Das spüren wir jetzt in Corona-Zeit ganz besonders. Wir sehnen uns alle nach Gottesdiensten, aber wir sehnen uns auch nach einer Kultur, nämlich der Wärme der Menschen, mit denen wir unterwegs sind, der Schönheit der Räume, in denen etwas wieder neu erklingt und zelebriert wird, nach Inhalten, die wir dort vielleicht wieder neu erfahren können, auch wenn Kulturveranstaltungen wie z.B.  Lesungen im Moment nicht stattfinden können. Ich habe das Privileg hier in der Kölner Innenstadt, mit die besten Kirchen auf der ganzen Welt hier zu haben. Diese leben aus der mit der Geschichte verbundenen Kultur. Und deshalb sind sie aufgeladen mit dem Glauben und der Kultur der Jahrhunderte. Und wir dürfen damit wuchern – natürlich auch, indem wir unsere Kultur heute da hinein tragen, mit Kunstaktionen oder auch mit Neuanschaffungen, die Fäden der Kulturgeschichte weiter spinnen. In der Innenstadt gibt es dazu eine große Tradition von Räumen, in denen sich Kunst und Kirche wie selbstverständlich begegnen. Da freue ich mich sehr darauf, wenn das bald wieder gehen kann.

Lieber Herr Dr. Meiering, wir danken Ihnen herzlich für das interessante Gespräch!

Das Gespräch führte Andreas Würbel.

Jeden ersten Sonntag im Monat erscheint der Newsletter der Thomas-Morus-Akademie Bensberg. „Auf ein Wort mit…“ stellt interessante und engagierte Personen vor, mit denen die Akademie auf unterschiedliche Weise verbunden ist. Gesprochen wird über Gott und die Welt, über Kunst und Kultur, über Aktuelles aus Gesellschaft und Kirche ….

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Bild: Dominik Meiering (S. Schomäcker – vielen Dank)

Auf ein Wort mit… Uwe Appold

Künstler des aktuellen Misereor-Hungertuchs mit Erde aus dem Garten Gethsemane. Mit Uwe Appold hat die Akademie eine Kunstausstellung und einen Workshop geplant, die nun im Herbst 2020 stattfinden werden.

Lieber Herr Appold, Sie haben sich für das aktuelle Kunstprojekt “Mit IHM allein. Tage in Gethsemane” einige Zeit in den Garten von Gethsemane zurückgezogen. Was hat Sie zu diesem ungewöhnlichen Projekt veranlasst?

Als mir eine Spedition einen Sack voll Erde aus dem Garten Gethsemane für die Gestaltung des Hungertuchs 2019/20 anlieferte und ich den Sack öffnete, fasste ich in die Erde hinein. Augenblicklich spürte ich eine Kraft unter meinen Händen, die mir deutlich machte, dass im Garten Gethsemane mit dem Gründonnertaggeschehen die Wurzeln des Glaubens liegen. In dem Moment war entschieden: Ich musste nach Jerusalem, um im Garten zu zeichnen. Der Evangelist Lukas schreibt, Jesus habe bei seinem Gebetsringen Schweiß verloren, der wie Blut auf die Erde getropft sei. Was für eine Dramatik! Der Gottessohn in Todesangst! Deshalb habe ich vor meiner Reise 33 Bilder zu den Todesängsten Jesu gemalt mit dem Titel “ER ist allein”.

Welche Erfahrungen haben Sie bei Ihrem Aufenthalt im Garten Gethsemane gemacht?Appold_Ölbaum im Garten Gethsemane

Wären die 33 Bilder zu den Todesängsten nicht entstanden, hätte ich den neuntägigen Aufenthalt im Garten nicht ausgehalten. Meine Idee war, im Garten die alten Olivenbäume zu zeichnen, die Zeichenblätter mit Erde vom Ort zu versehen und hebräische Zeitungsausschnitte und –ausrisse in die Zeichnungen einzufügen. Damit wollte ich das Gründonnerstagsgeschehen bis in die Gegenwart führen, um zu verdeutlichen, dass wir uns täglich in dem Spannungsbogen von Hingabe und Verrat befinden. In diesem Zusammenhang wollte ich einen Apostel treffen – wenn ich denn schon mal im Garten Gethsemane bin – um mich mit ihm über das Markus-Evangelium zu unterhalten. Ich kam auf Philippus, der uns geschildert wird als ein Mann, der nicht alles verstanden hatte, was ER ihm auftrug. Da ich nicht alles vom Markus-Evangelium verstehe, dachte ich, dass es vielleicht sinnvoll sei, wenn zwei Nichtverstehende miteinander sprechen, um gemeinsam zu verstehen. Es war für mich eine tiefgehende Erfahrung, beim Zeichnen der Olivenbäume fiktive Treffen mit dem Apostel zu erleben, der natürlich nie kam. Ich erlebte im Garten Gethsemane zum ersten Mal in meinem Leben eine “geerdete Spiritualität”.

In zahlreichen Ihrer Arbeiten haben Sie Erde mit verarbeitet, so im aktuellen Misereor-Hungertuch oder auch in Bilderzyklus “Mit IHM allein. Tage in Gethsemane”. Welche Bedeutung hat Erde für Sie?

Die Erde hat als Werkstoff deutliche Heimatbezüge. Da wir nur die eine Welt haben, sollten wir uns angewöhnen, sie als unsere Heimat zu verstehen. Papst Franziskus spricht in seiner Enzyklika von 2015 von dem “Gemeinsamen Haus”. In der Zukunft wird es die Menschheit mit Millionen Klimaflüchtlingen zu tun haben, die alle ihre Heimat verloren haben. Die verhältnismäßig dünne Humusschicht dient auch in der Zukunft dazu, die Feldfrüchte hervorzubringen, die uns alle ernähren müssen. Wir sprechen vom “Mutterboden” und vom “Vaterland”. Ich habe eine große Sammlung von Erden, kürzlich bekam ich Erde aus Ruanda geschenkt. Je nachdem, in welche Kontexte ich die Erden einbringe, entstehen verschiedene Erinnerungen. Erden aus Ruanda oder einem Konzentrationslager erinnern an Genozid, Erde aus Assisi an Franz von Assisis Sonnengesänge. Erde von den Schlachtfeldern um Verdun mahnt an die Schlacht 1916 mit siebenhunderttausenden von deutschen und französischen Opfern. Erden von vierundzwanzig antiken Städten in Griechenland interpretieren Homers “Odyssee” um. Erde ist im kollektiven Bewusstsein verankert.

Neben dem eigenen künstlerischen Schaffen ist es Ihnen wichtig, andere Menschen auch zum künstlerischen Tun anzuregen. So ist auch ein Workshop mit Ihnen in der Thomas-Morus-Akademie geplant. Warum ist das künstlerische Schaffen für Menschen so wichtig?

Wir erleben derzeit an den Schulen eine sehr eingeschränkte oder marginalisierte ästhetische Bildung. Damit wird der Verlust einer der wesentlichen Grundlagen für die Persönlichkeitsbildung in Kauf genommen. Schüler*innen lernen in kreativen Fächern wie Kunst, Werken, Musik und Theaterspiel ständig die eigene Position zu überprüfen, um überzeugende Dialoge führen zu können, die aus zuhören und argumentieren bestehen. Sie lernen, wie aus ästhetischen Leistungen Kriterien zur Beurteilung erwachsen können. Das stärkt ihr Selbstgefühl, aus dem Urteilsvermögen erwächst. Es hilft, zu lernen, im Gespräch ästhetische Prozesse nachzuvollziehen, andere Ideen und Meinungen zu respektieren. Aus meiner Sicht ist der Verlust des Respekts, den wir in der Gesellschaft erleben, ein Fiasko für die Zivilisation. Das betrifft nicht nur Jugendliche. Während der Workshops, die ich seit 2018 in Zusammenarbeit mit MISEREOR durchgeführt habe, habe ich mich bemüht, das Selbstgefühl der Teilnehmenden zu stärken, wenn sie ihre zum Teil sehr persönlichen Ansichten und Erlebnisse gemalt haben. Es ist die Wertschätzung für das eigene Tun, die hilft, mit ästhetischer Freude dem häufig grauen Alltag zu begegnen und sie mit anderen in den Workshops zu teilen. Häufig gelingt es, dass die Teilnehmenden sich selber begegnen in Form und Farbe. Dann sind sie wirklich “zuhause” angekommen.

Sehr geehrter Herr Appold, wir danken Ihnen für das Gespräch. Das Gespräch führte Andreas Würbel.

 

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Hier finden Sie ein Porträt von Uwe Appold.

Jeden ersten Sonntag im Monat erscheint der Newsletter der Thomas-Morus-Akademie Bensberg. „Auf ein Wort mit…“ stellt interessante und engagierte Personen vor, mit denen die Akademie auf unterschiedliche Weise verbunden ist. Gesprochen wird über Gott und die Welt, über Kunst und Kultur, über Aktuelles aus Gesellschaft und Kirche ….

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Bild: Uwe Appold (privat)

Die Akademie trauert um Rainer Thiesen.

In großer Trauer, Dankbarkeit und mit Hochachtung nimmt die Thomas-Morus-Akademie Bensberg mit ihren Gästen Abschied von

Rainer Thiesen.

Nach langer schwerer Krankheit verstarb er am 13. März 2020.

Seit 1997 beeindruckte Rainer Thiesen als Vortragender und Reiseleiter bei Akademietagungen, Erkundungen und Ferienakademien immer wieder aufs Neue. Mit seinen breitgefächerten Kenntnissen und seiner Begeisterung, mit seiner Ruhe, pädagogischen Gabe und Empathie verstand er es in besonderer Weise, Details in ihren weiteren Kontexten mit Herzblut einzuordnen und zu deuten.

Mit Rainer Thiesen verliert die Akademie einen hochgeschätzten, engagierten und verlässlichen Weggefährten, der ihre Angebote über viele Jahre nachhaltig prägte. Er wird der Akademie sehr fehlen und unvergessen bleiben.

Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Andrea Hoffmeier, Akademiedirektorin

Elisabeth Bremekamp, Referatsleiterin Ferienakademien

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Akademie

Die Reiseleiterinnen und Reiseleiter

 

Die Gedenkseite für Rainer Thiesen finden Sie hier.

 

Familie Thiesen c/o Bestattungen Erken, Aachener Str. 1285, 50859 Köln
Aufgrund aktueller Einschränkungen erfolgt die Beisetzung im engsten Familienkreis. Zu einem Gedenkgottesdienst wird zu einem späteren Zeitpunkt eingeladen.

Foto: W. Diers (Vielen Dank)

Im Zeichen der Zeit: Die Akademie ist nun anders für Sie da!

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste der Thomas-Morus-Akademie Bensberg,

aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie haben auch wir unser Veranstaltungsprogramm zunächst bis 31. Mai 2020 unterbrochen. Wir bedauern die notwendig gewordenen Absagen natürlich sehr, zumal wir unsere Veranstaltungen stets mit viel Herzblut konzipieren und uns die Begegnungen und Gespräche mit Ihnen sehr wichtig sind. Daher setzen wir mit großem Elan unsere Arbeit fort – nun größtenteils im Homeoffice.

Telefonisch sind wir natürlich weiterhin für Sie erreichbar!

Montag, 23. März bis Freitag, 29. Mai 2020
Mo-Do 9.00-12.00 Uhr und 13.00-15.00 Uhr
Fr 9.00-13.00 Uhr
Telefon 0 22 04 – 40 84 72
akademie@tma-bensberg.de

Besuchen Sie unseren Blog „Akademie in den Häusern“. Besuchen Sie die Akademie weiterhin auf ihrer Internetseite.

Bleiben Sie mit uns im Kontakt!
Bleiben Sie uns gewogen und vor allem: Bleiben Sie gesund!

Auf ein Wiedersprechen und Wiedersehen freut sich
Das Akademieteam

Absage aller Veranstaltungen, Ferienakademien und Erkundungen bis zum 31.5.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste der Thomas-Morus-Akademie Bensberg,

aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie haben auch wir unser Veranstaltungsprogramm unterbrochen. Bis zum 31. Mai 2020 finden keine Veranstaltungen der Thomas-Morus-Akademie Bensberg statt. Wir bewerten außerdem fortwährend die Lage und aktualisieren gegebenenfalls diese Mitteilung.

Wir bedauern die notwendig gewordenen Absagen natürlich sehr, entstehen unsere Veranstaltungen doch immer mit viel Herzblut und auch persönlichem Engagement. Als kirchliche Bildungseinrichtung sehen wir uns aber zur gesellschaftlichen Verantwortung verpflichtet, die jetzt besonders gefordert ist. Es ist uns wichtig, das uns Mögliche zu tun, um die Zahl der Infizierten in einer kurzen Zeit nicht exorbitant ansteigen zu lassen. Die Gesundheit unserer Gäste und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen ist uns ein großes Anliegen.

Sofern Sie aktuell für Programme angemeldet sind und Teilnehmerentgelte bezahlt haben, bekommen Sie diese selbstverständlich vollständig erstattet. Da wir allerdings aufgrund von Schul- und Kindertagesstättenschließungen ab jetzt mit reduziertem Personal arbeiten, bitten wir um Ihr Verständnis, falls es zu kleineren Verzögerungen kommen sollte. Falls Sie bereits eine Anmeldebestätigung und Rechnung von uns erhalten haben, widersprechen Sie bitte nicht dem Einzug des Teilnehmerbeitrages, da dies weitere Kosten verursachen kann. Der volle Beitrag wird von uns zurückerstattet.

Wir bleiben weiterhin für Sie telefonisch und per Email erreichbar.

Telefon: 02204 / 408 472

E-Mail: akademie@tma-bensberg.de

Wir freuen uns, auch weiterhin mit Ihnen im Kontakt zu sein und hoffen, Sie bald wieder zu unseren Veranstaltungen begrüßen zu können. Bleiben Sie gesund!

500. Workshop zum Bensberger Mediations-Modell

Es ist eine absolute Erfolgsgeschichte: Seit 1996 bietet die Thomas-Morus-Akademie Workshops für Lehrerinnen und Lehrer, Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter, Pädagoginnen und Pädagogen zur Schulmediation an. Vom 13. bis 14. März 2020 fand der 500. Workshop dazu statt. Das geschützte Bensberger Mediations-Modell ist ein Angebot für Primar- und Sekundarstufe, bei dem Kindern und Jugendlichen ein Ansatz vermittelt wird, den in Konflikten zu beobachtenden Kreis von Gewalt und Gegengewalt zu unterbrechen und Wege aus dem Konflikt zu zeigen. Dabei ist es Ziel Schüler so auszubilden, dass diese anschließend selbst bei Konflikten vermitteln können. (Wü, 16.3.2020)

Nähere Informationen finden Sie hier:

Bensberger Mediations-Modell

oder

Bensberger Mediations-Modell

Wohin führt der synodale Weg? Zwischenberichte aus dem laufenden Prozess

Etwas Vergleichbares hat es in der katholischen Kirche noch nicht gegeben: Unter dem Eindruck der MHG-Studie zum sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche beschlossen die deutschen Bischöfe im März 2019 einstimmig, gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken einen „Synodalen Weg“ zu gehen. Ein Jahr später, im März 2020, liegt der erste Abschnitt dieses Weges hinter den deutschen Katholikinnen und Katholiken. Ende Januar trat die Synodalversammlung zum ersten Mal in Frankfurt am Main zusammen – unter reger Anteilnahme der Öffentlichkeit.

Vor diesem Hintergrund luden die Katholische Hochschule NRW, Abteilung Köln, und die Thomas-Morus-Akademie Bensberg am Dienstag, 10. März 2020, zu einem Gesprächsabend ins Audimax der Hochschule nach Köln ein. Drei prominente Delegierte des Synodalen Weges – die Bundesgeschäftsführerin des Katholischen Deutschen Frauenbundes, Christiane Fuchs-Pellmann, die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Dr. Claudia Lücking-Michel, und die Bundesgeschäftsführerin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, Brigitte Vielhaus – teilten in kurzen Beiträgen ihre persönlichen Eindrücke von der ersten Synodalversammlung.

Mit einer Mischung aus Skepsis und Hoffnung waren alle drei nach Frankfurt gefahren. Die Atmosphäre der Beratungen, Gottesdienste und geistlichen Interventionen wurde einhellig als sehr positiv empfunden. Dr. Claudia Lücking-Michel wies noch einmal auf die erschütternden Ergebnisse der MHG-Studie als Anlass für den Synodalen Weg hin.

Daraus ergebe sich eine große Verantwortung der Delegierten, betonte Christiane Fuchs-Pellmann. Es gehe nicht um die Interessen einzelner, sondern um die zukünftige Gestaltung der Kirche in Deutschland.

In diesem Prozess müsse man immer auch auf die heilige Geistkraft vertrauen, so Brigitte Vielhaus. Man könne zwar nicht wissen, wie diese sich in den vielen Voten, Beiträgen und Begegnungen entfalte, aber man könne darauf vertrauen, dass sie wirke.

Was erhoffen sich die drei Delegierten als Ergebnis dieses Prozesses? Die drei Delegierten waren sich einig, dass es glaubhafte Bewegung brauche. Nur wenn es eine deutliche und ehrliche Bereitschaft zur Veränderung gebe und diese auch von Bischöfen vertreten werde, könne Vertrauen zurückgewonnen werden. Viele nennenswerte Reformen bedürften nicht der Zustimmung des Papstes oder eines Konzils. Diese Möglichkeiten sollten ausgeschöpft werden.

Und bei den anderen Fragen – etwa dem Zölibat, der Frauenordination oder dem Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften – komme es darauf an, dass Bischöfe und Laien die Anliegen der deutschen Katholikinnen und Katholiken kraftvoll, unmissverständlich und zuversichtlich in der Weltkirche zur Sprache brächten. Ein solches Ergebnis des Synodalen Weges sei denkbar, zeigten sich die drei Delegierten überzeugt.

Jetzt bereiten vier Synodalforen die inhaltlichen Beratungen der nächsten Versammlung im September vor. Der Abschluss des Synodalen Weges ist für Oktober 2021 geplant.

 

Bild: Christiane Fuchs-Pellmann

Auf ein Wort mit… Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer

Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer ist Professorin für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg.
Gemeinsam mit der Thomas-Morus-Akademie lädt sie zur Tagung “Instrumentalisierung der Weltkirche? Aktuelle Reformdebatten in der katholischen Kirche” vom 27. bis 28. März 2020 (Fr.-Sa.) in Bensberg ein.

 

Immer wieder kann mal lesen und hören, dass kirchliche Reformen in Deutschland wegen der Befindlichkeiten der Weltkirche nicht möglich sind. Was halten Sie von diesem Argument?

Das Argument ist völlig undifferenziert und von daher nicht sinnvoll. Zum einen gibt es kirchliche Reformanliegen auf sehr unterschiedlichen Ebenen, und zum anderen geht es nicht um “Befindlichkeiten der Weltkirche”. Deutschland kann bestimmte Reformen vor Ort angehen und über deren Umsetzung entscheiden, wie z.B. die konkrete Ausgestaltung der Strukturen in den Diözesen – und damit auch die Gestaltung und Verteilung von Macht in den Ortskirchen. Für andere Anliegen kann die Kirche von Deutschland als Teil der Weltkirche Impulse und Argumente in einen weltkirchlichen Diskurs und Pro einbringen und in diesem auch von anderen Teilkirchen, deren kultureller Prägung, deren Erfahrungen und Anliegen lernen. Schon jetzt gibt es große Unterschiede – so kennen z.B. nur Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Niederlande den Beruf des Pastoralreferenten bzw. der Pastoralreferentin.

 

Ist das Bild der Bistümer als “Filialen” der Weltkirche mit Rom als Zentrum noch zeitgemäß?

War das Bild denn überhaupt schon jemals zeitgemäß? Grundgelegt wurde es mit spezifischen Akzentuierungen im 19. Jahrhundert und im I. Vatikanum. Ein solches Verständnis kann aber doch – pragmatisch betrachtet – fälschlicherweise erst Anspruch auf Realisierung stellen in einem Zeitalter wie dem unsrigen, in dem Kommunikation auch über große Distanzen in Echtzeit funktioniert. In früheren Zeiten gab es schon allein aufgrund langwieriger Rückmeldeprozesse eine entsprechende Eigenständigkeit der Ortskirchen und auch ein unterschiedliches Tempo. Die Rede von den “Filialen” widerspricht aber, und das ist weitaus bedeutsamer, theologisch auch dem, was das Zweite Vatikanum in der Kirchenkonstitution “Lumen gentium” Nr. 8 ausformuliert hat: Die Kirche ist wahrhaft gegenwärtig in den Teilkirchen (lat.: subsistit)! Das ist etwas ganz anderes als “sie besteht aus Teilkirchen” – das wäre eher das Filialen-Denken.

 

Wie sieht für Sie eine Weltkirche aus, in der die Einheit trotz aller Verschiedenheit in den Frömmigkeitsformen oder auch den Theologien gewahrt bleibt? Oder sollten wir uns von Einheitsvorstellungen verabschieden?

Die katholische Kirche ist sicher weder einfach ein global player mit vielen Filialen noch eine Vereinigung von autarken Einzelorganisationen. Verabschieden sollten wir uns von einer monolithischen Vorstellung von Einheit, ich möchte lieber die viel strapazierte, aber immer noch gültige Rede von der Einheit in der Vielfalt bemühen: nicht Einheit mit einem zähneknirschenden Zugeständnis an gewisse, aber unbedeutende Verschiedenheitselemente, sondern die eine Kirche Jesu Christi in vielfältigen, kulturell und rituell unterschiedlichen, theologisch pluralen Ausdrucks- und, mehr noch, Existenzweisen, die sich gegenseitig bereichern und jeweils auch im Laufe der Geschichte weiterentwickeln. Das wiederum ist Ausdruck des konziliaren Ansatzes von der Kirche, die als wanderndes Volk Gottes unterwegs ist mit den Menschen – mit all den unterschiedlichen Menschen und Völkern überall auf der Welt.

 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Wie sähe dann “Ihre” Weltkirche aus?

“Meine” Weltkirche ist eine Kirche, die zu allen Zeiten und an allen Orten mit den Menschen unterwegs ist, ihre Freude und Hoffnung, ihre Trauer und Ängste teilt (so wie es das Zweite Vatikanum in der Einleitung zu “Gaudium et spes” formuliert hat), selber immer wieder neu lernt, wie ihre Botschaft zu verstehen ist und so ihre befreiende und erlösende Botschaft in die jeweilige Situation der konkreten Menschen hinein bezeugt. Es ist eine Kirche, die nicht Angst hat vor der bösen Welt und sich aus ihr in kleine Nischen zum Überwintern zurückzieht, sondern die überall dort in der Welt präsent ist, wo Menschen sind, eine Kirche also, die Weltkirche als Kirche in der Welt ist.

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Nothelle-Wildfeuer, vielen Dank für das Gespräch. Wir freuen uns auf die gemeinsame Veranstaltung.
Die Fragen stellte Dr. Michael Hartlieb, Referent in der Thomas-Morus-Akademie Bemsberg.

Hier geht es zum Programm “Instrumentalisierung der Weltkirche?”.

Jeden ersten Sonntag im Monat erscheint der Newsletter der Thomas-Morus-Akademie Bensberg. „Auf ein Wort mit…“ stellt interessante und engagierte Personen vor, mit denen die Akademie auf unterschiedliche Weise verbunden ist. Gesprochen wird über Gott und die Welt, über Kunst und Kultur, über Aktuelles aus Gesellschaft und Kirche ….

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Bild: Ursula Nothelle-Wildfeuer (privat)

Suizid in der Schule. Workshop zur Krisenintervention

Suizidgedanken, Suizidversuche und vollendete Suizide sind leider im Jugendalter häufig. Mehr als 220 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren sind jährlich zu beklagen. Die Auswirkungen auf die Schule sowie die Mitschülerinnen und Mitschüler sind gravierend. Wie eine angemessene Krisenintervention aussehen kann und welche Möglichkeiten der Postvention es nach einem Suizid gibt, erarbeitete der Workshop „Suizid in der Schule. Unterstützungssysteme, Begleitung, Nachsorge“ unter Leitung der beiden Notfallseelsorger Pater Dr. Jürgen Langer und Pfarrer Albrecht Roebke am 15. bis 16. Februar 2020 in Bensberg. Die Resonanz der Teilnehmenden aus den Bereichen Schule, Notfallseelsorge und Krisenintervention war durchweg positiv, so dass ein weiterer Workshop geplant ist. (Wü, 18.2.2020)