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Wohin steuert die NATO?

Zur Zukunft eines globalen Bündnissystems

Über siebzig Jahre nach der Gründung der NATO steht das immer noch wichtigste Militärbündnis der Welt vor enormen Herausforderungen. Das betrifft zum einen die Aufgaben und Zielsetzungen: Einst gegründet „to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down“, wie es der erste Generalsekretär der NATO, Hastings Ismay in den 1950er Jahren formulierte, umfasst der Auftrag der NATO heute vielfältige und teilweise widersprüchliche Ziele. Denn im Spannungsfeld von globaler Friedens- und Stabilitätssicherung einerseits und andererseits der Aufgabe militärischer Abschreckung und Kampfbereitschaft sind strategische Zielkonflikte eine notwendige Folge der inhaltlichen Überfrachtung des Bündnisses.
Die Herausforderungen resultieren zum anderen aber auch aus dem nachlassenden Verpflichtungsgrad, den die Bündnispartner gegenüber den Aufgaben und Anforderungen der NATO verspüren. Internationales Echo fand die Bemerkung des US-Präsidenten Donald Trump, der sie als überflüssig einstufte – aber fraglich bleibt beispielsweise auch, wie sich eine stärkere militärische Zusammenarbeit der EU-Länder oder gar eine europäische Armee auf die bereits geschwächte Binnenstatik der NATO ausüben würde.
Angesichts dieser vielfältigen Problemlagen ist danach zu fragen, was die Rolle der NATO in der Welt von morgen sein soll und welche Mittel sie dafür benötigt. Zu fragen ist auch danach, wie sie auf solche Akteure reagieren soll, die das Bündnis herausfordern oder handlungsunfähig erscheinen lassen.

Donnerstag, 3. Dezember 2020

14.00 Uhr
Was verbindet, was trennt Staaten?
Ein psychologisch-politikwissenschaftlicher Blick auf die NATO
Katharina Berninger,
Wiss. Mitarbeiterin am Lehrstuhl für internationale Politik und Außenpolitik, Universität zu Köln

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr
Entgrenzte Konflikte
Welche Perspektiven ergeben sich daraus für die Weltgemeinschaft?
Dr. Mitja Sienknecht,
Wiss. Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Die neuen, ungreifbaren Gegner der NATO
Wie kann sie angemessen auf eine komplexe Sicherheitslage reagieren?
Dr. Claudia Major,
Leiterin Forschungsgruppe Sicherheitspolitik, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages

Freitag, 4. Dezember 2020

9.00 Uhr
Morgenimpuls

9.30 Uhr
Osteuropa, Russland und die NATO
Die Wurzeln und die Zukunft eines Trilemmas
Felix Riefer,
Politikwissenschaftler, Bonn

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Braucht es für die Verteidigung des Westens noch die NATO?
Kosten und Nutzen des Militärbündnisses im 21. Jahrhundert
Prof. Dr. Ralph Rotte,
Professor für Politikwissenschaft am Institut für Politische Wissenschaft, RWTH Aachen

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende der Veranstaltung

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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