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Zeichendeuter, Retter und Scharlatane

Propheten im Alten Israel

Wortgewaltig mahnten sie zur Orientierung an Gottes Geboten, verkündeten ein bald kommendes Heil oder auch Unheil und sprachen oftmals in machtvollen Rätselworten zu ihrer Umwelt – die Propheten Israels. Unterteilt in „große“ und „kleine“ Propheten sind ihre Bücher ein Grundbestandteil der Bibel. So unterschiedlich ihre Botschaften auch gewesen sind, sagen sie uns heute doch auch viel über die Zeit, in der sie gelebt und in die hinein sie gesprochen haben.
Der Prophet Amos etwa wies mit beispielloser Schärfe auf die sozialen Missstände seiner Zeit hin, während der Prophet Jesaja den Israeliten eine endzeitliche Wende zu universalem Frieden und Gerechtigkeit verkündete, die durch einen zukünftigen Messias gebracht werden sollte. Andere Propheten wie Jona dienen in der Bibel als Protagonisten einer Erzählung.
Heute unterteilen wir in „wahre“ und „falsche“ Propheten und wissen, wer recht hatte und wer im Nachhinein aus der Riege der Propheten ausgesondert wurde. Wie konnte so etwas passieren? Waren sie alle doch nur gewöhnliche Menschen?
Was ließ im Alten Israel Menschen zu Propheten werden? Was zeichnete ihren Charakter aus, was ihre Botschaft? Welche Zeugnisse des Prophetentums lassen sich außerhalb der Bibel nachweisen, welche vergleichbaren Personengruppen gibt es in der vorderorientalischen Umwelt?

Samstag, 27. November 2021

14.00 Uhr
Rettergestalten und Weissager
Von Mose bis Nathan
Als von Gott Beauftragter führt der Prophet Mose das Volk Israel in einer 40-jährigen Wanderung aus dem „Sklavenhaus“ Ägypten heraus, während der Prophet Nathan später dem König David eine ewige Thronfolge zuspricht – so erzählt es die Bibel. Was lässt sich an diesen beiden Charakteren über Propheten skizzieren, was über ihre Weissagungen, was über ihre Funktion in der Geschichte Israels?

15.45 Uhr
Kaffee- und Teepause

16.00 Uhr
Ein Prophet aus Jerusalem
Jesaja und sein Einsatz für Recht und Gerechtigkeit
Jesaja ist der Prophet der Weihnachtszeit, wird seine Botschaft vom heilbringenden Messias doch von Christen als direkter Verweis auf „ihren“ Messias Jesus Christus gelesen. Die Israeliten wussten: Alles, was er verkündet hat – wird wahr. Recht hatten sie – nur auf den Messias (oder seine Rückkehr) warten Juden und Christen bis auf diesen Tag.

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Von Jeremia, der kein Prophet sein wollte
Einblicke in das Alte Israel vor dem Babylonischen Exil
„Ausreißen und niederreißen, vernichten und einreißen, aufbauen und einpflanzen“ (Jer 1,10), dazu sieht sich Jeremia in seiner prophetischen Tätigkeit berufen. Jahrelang predigt er die Bekehrung zu Jahwe und warnt gleichzeitig vor der Zerstörung des Tempels und der Stadt Jerusalem. Sein Buch ist bis heute eine wertvolle Quelle für die letzten Jahre des Südreichs Juda vor seiner Zerstörung durch das Heer des babylonischen Königs Nebukadnezar II. Jeremias Verkündigung zeichnet auch ein bedrängendes Bild. Er wollte nicht Prophet sein. Er litt unter seiner Aufgabe ... bis hin zur Verurteilung, zur Verschleppung und zum Märtyrertod.

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 28. November 2021

ab 7.00 Uhr
Frühstück für Übernachtungsgäste

8.00 Uhr
Gelegenheit zur Teilnahme am katholischen Gottesdienst in der Edith-Stein-Kapelle
Aufgrund der aktuellen Sicherheitsstandards ist eine Anmeldung unter https://bit.ly/2SijQIQ erforderlich.

 9.30 Uhr
Von Engeln als Weghelfern Gottes
Das Buch Tobit
Propheten versuchen, durch Predigt, Zeichenhandlungen und Mahnrede die Menschen zur Umkehr zu bewegen – doch die Bibel kennt auch noch andere Wege: Im Buch Tobit spielt der Erzengel Raphael eine entscheidende Rolle dabei, Gottes Wille durchzusetzen und den Menschen eine Hilfe zu sein. Während das Buch Tobit im Judentum nicht im biblischen Kanon enthalten ist, hat es in einigen christlichen Bibeln einen Platz gefunden. Doch wer braucht schon solche märchenhafte Erzählungen?

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Der Messias der Propheten
Hoffnungen auf den Retter
Das kleine Israel lebte fortwährend in Furcht vor benachbarten Großreichen wie Ägypten oder Babylonien. Es waren Propheten wie Jeremia oder Daniel, die die Hoffnung Israels auf das Kommen eines Messias, einer Rettergestalt lenkten. Dieser sollte Gottes universale Gerechtigkeit wiederherstellen und die Unterdrücker Israels vernichten. Doch er kam nicht. Deshalb versuchten später die Juden, Gott in Aufständen herbeizuzwingen, die Templer wanderten in den Orient, um Christus den Weg zu bereiten ... woran hapert die Wiederkehr?

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende des Seminars

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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