Ganz schön Schinkel

Schinkels Einfluss auf die Kölner Architektur

Für Karl Friedrich Schinkel war der Kölner Dom „das Stachelschwein der deutschen Architektur“. Der berühmte preußische Baumeister mochte den „stacheligen“ Bau nicht. Schinkel wirkte zwar nicht unmittelbar in Köln, aber durch seinen Einfluss als Leiter der preußischen Oberbaudeputation und durch die Bauten seiner Schüler finden sich in Köln durchaus seine Spuren. Darüber hinaus lebten Schinkelsche Architekturmomente im 20. Jahrhundert wieder auf und sind auch heute noch – 140 Jahre nach seinem Tod – aktuell.

Freitag, 26. März 2021
Treffpunkt am Eingang zur U-Bahnhaltestelle Christophstraße / Mediapark, Linien 12 und 15 (10.00 Uhr).

Versicherung bei Schinkel – Gerlingkomplex und Bankenviertel
Späte Nachwirkungen des Klassizismus Schinkels und seiner Zeitgenossen lassen sich in den zwischen 1930 und den 1960er-Jahren errichteten Bauten der Gerling-Versicherung erkennen. Auch die jüngsten Neubauten in diesem Gebiet verweisen auf die Schinkelschule. Sehr deutlich ist sein Einfluss bei dem Gebäude von Peter Behrens im Kölner Bankenviertel aus den 1910er-Jahren zu erkennen.

Ensemble der Macht – Regierungspräsidium und Wachgebäude
Nur noch ein Seitenflügel ist vom klassizistischen Gebäude des Regierungspräsidenten aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Aber zusammen mit seinem Gegenüber, dem im Berliner Rundbogenstil gehaltenen Wachgebäude neben dem Zeughaus, lässt sich das frühere Ensemble durchaus noch erahnen.

Stachelschwein – Der Kölner Dom
Ein paar Jahre früher hätte er ihn wahrscheinlich selber vollenden wollen! Schinkel feiert beispielsweise in seinen Gemälden monumentale gotische Dome. In seinen späteren Bauten wandte er sich aber von der Gotik ab und verstärkt dem Klassizismus zu. Sein Schüler Zwirner hatte eine andere Einstellung zur Gotik, aber Spuren des Klassizismus sind am Dom dennoch zu finden.

Säulen der Macht – Klassizismus im 20. Jahrhundert
Bei vielen Repräsentationsbauten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ist der Einfluss des preußischen Klassizismus deutlich erkennbar. So zeigt das Deichmannhaus Ansätze, die an Schinkels Lehrer Friedrich Gilly erinnern. Die ehemalige Eisenbahndirektion übersetzt den Klassizismus ins Monumentale. Die Nachwirkungen dieser Klassizismusrezeption sind dann bis in die 1950er-Jahre - etwa am Spanischen Bau - sichtbar.

Ende der Veranstaltung am Rathaus (ca. 17.30 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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