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Das rätselhafteste Volk der Antike?

Die Etrusker: Herkunft, Kultur, Kunst

Weitgehend unklar ist, woher das in vielem rätselhaft gebliebene Volk der Etrusker eigentlich stammt: Einige Theorien verordnen seine Herkunft in Kleinasien, im Orient, im Alpenraum oder in Mittelitalien, andere in der Landschaft, die heute Toskana genannt wird, am Tyrrhenischen Meer. Doch letztlich ist diese Frage nicht zu beantworten. Weder Sprache noch Schrift oder Kunst geben schlüssige Antworten, woher die erste Hochkultur auf italienischem Boden kam und was ihren Aufschwung hervorrief. Seit der ersten vorchristlichen Jahrtausendwende blühen in ihr verschiedene Kunstrichtungen auf, die Metallverarbeitung und die Keramik, später die Architektur und die Malerei. Im 7. Jahrhundert vor Christus sind die Etrusker Herrscher über weite Teile Italiens, errichten Städte und Fürstenhäuser, regieren Rom und bestatten ihre Toten in prunkvollen Gräbern. Handel und Seefahrt bringen vor allem griechische Kunst an die etruskischen Küsten. Mit dem Aufstieg einer römischen Herrschaft zerfällt diese erste Großmacht, zur Zeit der römischen Republik und im Kaiserreich ist sie nur mehr hochverehrtes Erbe in Glaubensfragen. Was aber macht die etruskische Kultur aus? Aus welchen Quellen speist sich die Bildwelt ihrer Gräber und das Formengut ihrer Kunstschätze? Was haben die Etrusker an die römische Kultur weitergegeben?

Sonntag, 24. November 2019

14.00 Uhr
Die Vorläufer der Etrusker
Kulturzeugnisse in Bronzezeit und Eisenzeit
Im Apennin, dem Hügelland Etruriens und den weiten Ebenen Latiums, entwickelt sich bald nach 1 000 v. Chr. die „Villanova“-Kultur, aus der rund zweihundert Jahre später die etruskische Kultur hervorgeht. Früh lernte man, Erze zu schürfen, Metalle zu verhütten und neben Waffen auch feinste Bronzegüsse herzustellen. Modern anmutende Keramik und ausgefeilte Begräbnissitten belegen eine frühe Hochkultur, die sich um 700 v. Chr. zu den Stadtstaaten an der Küste und im Hinterland Mittelitaliens weiterentwickelt.

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr
Monumentale Gräber und eigenwillige Tempelbauten
Zeugnisse etruskischer Baukultur
Von den Städten der Lebenden sind nur wenige Zeugnisse erhalten geblieben. Umso beeindruckender sind die Anstrengungen der Etrusker für die Ewigen Stätten der Toten: riesige Tumulusgräber, in Felsen geschlagene Kammergräber und gemauerte, mit Skulpturen geschmückte Mausoleen entstehen bereits im 7. Jahrhundert. Etruskische Tempel unterscheiden sich stark von den griechischen Bauten, bestechen aber häufig durch feine Verkleidungen und Plastiken aus Terrakotta. Auch der kapitolinische Jupitertempel in Rom ist nach etruskischen Regeln errichtet worden.

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Früher Festglanz und späte Todesdämonen
Die Malerei der Etrusker
Nach bescheidenen Anfängen erblüht gegen 600 v. Chr. in den Gräbern der Etrusker die Wandmalerei. Frohe Festgelage, Musik, Tanz und Wettkampf sind die Themen, die auf eine heitere Vorstellung vom Jenseits schließen lassen. Viele Stilmerkmale der Malereien weisen auf einen engen Kontakt mit der griechischen Welt hin; orientalisierende, archaische, klassische und hellenistische Elemente finden sich vor allem in den Grüften Tarquinias. In der Spätzeit der Etruskerkultur ändert sich das Bildprogramm: Todesdämonen und wilde Geister verdrängen die Festgesellschaften aus den Gräbern.

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages

Montag, 25. November 2019

Frühstück für Übernachtungsgäste ab 7.00 Uhr

9.30 Uhr
Mit dem gesamten Hausrat ins Totenreich einziehen
Die Kleinkünste
Bereits in den ältesten Grabkammern der Tumuli verlangte die Sitte reiche Beigaben. Einem Mann wurden Waffen und Wagen mitgegeben, seiner Gattin Schmuck und Hausrat. Ohne die Funde aus den etruskischen Gräbern wären die europäischen Sammlungen zur griechischen Vasenmalerei leer, doch auch etrurische Kopien der wertvollen Exportware aus Korinth und Athen finden sich, dazu Geschirre in der heimischen, bleiglänzenden „Buccero“-Ware, formschön und fast modern. Nicht mehr vorhanden sind jedoch Werke, wofür einst die Etrusker, wie noch heute die Italiener im ganzen Mittelmeerraum berühmt waren: Lederwaren, elegantes Schuhwerk und die „Alta Moda“ sieht man nur noch in der Malerei und Skulptur.

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Erst Roms Könige, dann Roms erstes Opfer
Das Ende der etruskischen Herrschaft
Den Fürstengeschlechtern Etruriens entstammten die Könige des frühen Rom, die Sitten und Gebräuche der Etrusker wurden am Tiberufer und auf dem Kapitol übernommen. Götterkult lehrten die Römer König Numa Pompilius und die Auguren schenkten der römischen Kunst das Ahnenportrait. Politisch aber konnten sich die älteren Herrschaften nicht gegen den militärisch geprägten Zentralstaat behaupten, der sein etruskisches Erbe verleugnend, die Städte eroberte und romanisierte. Und dennoch: konnte man in der Kaiserzeit seine Familie bis zu den Etruskern zurückverfolgen, gehörte man zum „Uradel“ Roms.

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende der Tagung

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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