Gemeinschaft: Was wir gemeinsam tragen – und was nicht

Gemeinschaft – klingt nach Einheit und Harmonie. Doch was, wenn Glaube gerade von Unterschiedlichkeit lebt? Eine persönliche Spurensuche zwischen Urgemeinde, Zweifel und der Sehnsucht nach echter Verbundenheit.

Der Teufel in Moskau – und auf deutschen Bühnen

Der Teufel besucht wieder die Bühnen – und mit ihm einer der faszinierendsten Romane des 20. Jahrhunderts. Michail Bulgakows Der Meister und Margarita wird derzeit an großen Theatern neu entdeckt und begeistert auch im Kino ein breites Publikum. Warum dieses Werk aus der Zeit der sowjetischen Zensur heute eine so erstaunliche Aktualität besitzt – und weshalb es uns mehr über Macht, Wahrheit und Freiheit erzählt, als man zunächst vermuten würde –, zeigt ein Blick auf seine ungewöhnliche Geschichte.

Joseph Beuys: Kunst als gesellschaftliche Kraft

Kaum ein Künstler des 20. Jahrhunderts hat Kunst und Gesellschaft so radikal zusammengedacht wie er. Im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Dr. Bettina Paust geht es um Beuys’ Idee der „Sozialen Plastik“, seine bis heute spürbare Wirkung – und darum, warum sein Denken gerade heute wieder spannend ist.

Neues Halbjahresprogramm der Thomas-Morus-Akademie

„Wenn die Welt lauter wird, muss Bildung tiefer gehen.“
Unter diesem Leitgedanken stellt die Thomas-Morus-Akademie Bensberg ihr neues Halbjahresprogramm vor.

Gerade in Zeiten zunehmend verkürzter Debatten und gesellschaftlicher Polarisierung möchte die Akademie Räume eröffnen, in denen Geschichte, Kultur, Religion und Gesellschaft nicht vereinfacht, sondern vertieft bedacht werden. Orte, an denen Argumente zählen und Menschen einander zuhören. Das Programm lädt ein zum Innehalten, zum Dialog und zur differenzierten Auseinandersetzung – in einem vielfältigen Angebot aus Akademietagungen, Seminaren, Workshops und kulturellen Veranstaltungen.

Themenvielfalt im Überblick

  • Philosophie & Theologie
    Begegnungen mit prägenden Gestalten – von Franz von Assisi und Ignatius von Loyola bis zu aktuellen kirchlichen Fragestellungen.
  • Kunst & Kultur
    Von Dürer und den großen Flamen bis zu Joseph Beuys – im interdisziplinären Dialog mit Literatur, Musik, Naturwissenschaft und Theologie.
  • Musik & Literatur
    Große Werke neu hören und lesen – im historischen Kontext und mit Blick auf ihre bleibende Aktualität.
  • Gesellschaft & Verantwortung
    Formate zu Schule und Erziehung, Kirche und Gesellschaft sowie AkademieBusiness – für Menschen, die beruflich und ehrenamtlich Verantwortung tragen.

Ein besonderer Akzent liegt zudem auf der Einladung, die Ostertage gemeinsam in Bensberg zu verbringen.

Renommierte Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft, Kultur und Praxis begleiten die Teilnehmenden durch das Halbjahr und eröffnen neue Perspektiven auf zentrale Fragen unserer Zeit.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Katholische Akademien setzen das Jahresthema 2026: „Fürchtet Euch nicht!“

Vertrauen und Zuversicht als gesellschaftliche Schlüsselressourcen

Die Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Akademien stellt das Jahr 2026 unter das gemeinsame Jahresthema „Fürchtet Euch nicht!“. Mit diesem Motto reagieren die Katholischen Akademien im deutschen Sprachraum auf die wachsenden Verunsicherungen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Weltordnung und setzen bewusst einen mutmachenden Akzent. Den Auftakt hat die Arbeitsgemeinschaft bei ihrer Frühjahrskonferenz in der Kommende Dortmund und der Katholischen Akademie Schwerte gemacht. Im Lauf des Jahres werden die mehr als 20 Katholischen Akademien Formate anbieten, die dieses Thema ausbuchstabieren.

„Angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche, internationaler Krisen, wirtschaftlicher Unsicherheiten und ökologischer Herausforderungen erleben viele Menschen Verunsicherung und Überforderung. Die ständige Zuspitzung öffentlicher Debatten und die Gleichzeitigkeit von Krisenerfahrungen bergen die Gefahr, lähmend zu wirken und den Blick für Gestaltungsmöglichkeiten zu verstellen“, analysiert Stephan Loos, Co-Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Akademien und Direktor der Katholischen Akademie Hamburg. Angela Reinders, seine Kollegin im Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft und Direktorin der Akademie des Bistums Aachen, ergänzt: „Mit dem Jahresthema ‚Fürchtet Euch nicht‘ setzen wir als Katholische Akademien bewusst einen Gegenakzent: Es geht um die Einladung, sich den Herausforderungen nüchtern, reflektiert und verantwortungsvoll zu stellen, ohne sich von Angst oder Alarmismus treiben zu lassen. Vertrauen in demokratische Prozesse, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Fähigkeit zur gemeinsamen Problemlösung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, Zukunft offen und gestaltbar zu denken.“

„Ohne Vertrauen und Zuversicht bleiben demokratische Gesellschaften nicht lange handlungsfähig und solidarisch“, warnt Karsten Kreutzer, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft und Direktor der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg. Niklas Wagner, viertes Vorstandsmitglied und Leiter des Katholischen Forums im Land Thüringen, betont: „‚Fürchtet Euch nicht!‘ ist weit mehr als ein Trostwort. Es ist ein Ausdruck unserer Hoffnung, die den öffentlichen Diskurs und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.“

Gesellschaftliche Herausforderungen und Antwortoptionen aus christlicher Perspektive waren auch Thema des Gesprächs, das die Leitungen der Katholischen Akademien mit dem Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz in der Katholischen Akademie Schwerte führten. Bentz sieht die Katholischen Akademien als Dienst der Kirche inmitten der Gesellschaft und für die Gesellschaft. Katholischen Akademien als breiten Kontaktflächen über den binnenkirchlichen Raum hinaus komme damit trotz schwindender kirchlicher Ressourcen eine Schlüsselfunktion für Kirche wie Gesellschaft zu.

Copyright: © Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

Sinn – Wovon leben wir? – Jenseits von Funktionieren und Erfolg

Zwischen Terminen, Erwartungen und Erfolgsdruck gerät leicht aus dem Blick, was unserem Leben wirklich Bedeutung gibt. Der folgende Beitrag lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten – und neu darüber nachzudenken, was sich nicht planen oder herstellen lässt, aber vielleicht gerade deshalb trägt.

Wenn Shakespeare unsere Gegenwart beleuchtet

Kann ein 400 Jahre alter Text unsere Gegenwart erhellen? Sir Ian McKellen zeigt in einer eindrucksvollen Rezitation, wie aktuell Shakespeares Worte über Fremdenhass, Recht und Menschlichkeit sind. Im Mittelpunkt steht Thomas Morus – Humanist und Gewissensmensch. Warum diese Szene heute eine besondere Dringlichkeit entfaltet und was sie uns über Bildung und Verantwortung lehrt, lesen Sie in unserem neuen Blogbeitrag.

Verantwortung: Was uns fordert – und was wir gestalten können

Im Januar ging die letzte Vollversammlung des Synodalen Weges zu Ende – doch der Weg selbst ist nicht abgeschlossen. Aufarbeitung, Erneuerung und glaubwürdiges Handeln bleiben Auftrag für uns alle. Verantwortung beginnt nicht nur in Gremien, sondern dort, wo wir Kirche ein Gesicht geben: durch Haltung, durch Worte, durch Mut. Hoffnung sichtbar zu machen – hier und jetzt.

Am Ende der Welt beginnt das Denken

In unserem Seminar „Die literarische Vermessung der Welt“ zeigen wir seinen Film „Begegnungen am Ende der Welt“. Eine Reise in die Antarktis – und zu den großen Fragen hinter der Landschaft: Was treibt uns an die Ränder der Welt? Was sagt uns die Stille des Eises über uns selbst?
Ein poetischer Film zwischen Natur, Philosophie und Staunen – und eine Einladung zum gemeinsamen Weiterdenken.

„Auf Gleisen reisen“, „Der Weg ist das Ziel“ – oder: „D’r Zoch kütt!“

Panoramafenster statt Windschutzscheibe, Kehrtunnel statt Autobahn, Gornergrat statt Rastplatz: Reiseleiter Daniel Leis nimmt Sie mit auf eine außergewöhnliche Bahnreise von Interlaken bis Chur – durch grandiose Alpenlandschaften, u.a. nach Luzern, Montreux und Zermatt. Im Gespräch mit Sandra Gilles erzählt er, wie aus einer Kindheitsleidenschaft für Eisenbahnen ein neues Reisekonzept für die Thomas Morus-Akademie wurde, das Landschaft intensiv erfahrbar macht – und warum ein Wintereinbruch in St. Moritz und die perfekte Organisation der Schweizer Bahn unvergessliche Momente schenken.
Neugierig? Lesen Sie hier das ganze Gespräch