Harrie Gielen (CC BY-SA 3.0)/wikimedia

Parma, Modena, Piacenza …

Unterwegs auf der westlichen Via Emilia

Die westliche Emilia-Romagna umfasst die weite Ebene zwischen dem Fluss Po und dem Apennin. Es ist das Land großer Renaissance- und Barockdynastien wie der d‘Este und der Farnese. Aber auch die Mailänder Familie Visconti oder die Familie Gonzaga aus dem benachbarten Mantua prägten mit ihrer höfischen Kultur die zuerst von den Römern, später von mächtigen Bischöfen beherrschte Region. Es ist das Land der Markgräfin Mathilde von Canossa ebenso wie das Land des Don Camillo. Es ist auch das Land Giuseppe Verdis oder Enzo Ferraris.
Rückgrat der Landschaft ist die Via Emilia, an deren schnurgrader Trasse die meisten der bedeutenden Städte liegen, während der Adel auf seinen Burgen die vielen Flusstäler des Apennins zu beherrschen suchte.
Ausgehend vom familiär geführten, traditionsreichen Hotel Villa Fiorita**** im ebenso traditionsreichen Kurort Salsomaggiore Terme begleitet Sie der Kunsthistoriker Dr. Andreas Thiel zu herausragenden Sehenswürdigkeiten der westlichen Emilia-Romagna.

Montag, 8. Juni 2020
Eurowings-Flug von Köln/Bonn (10.50 Uhr) nach Bologna (12.25 Uhr).
Über Reggio Emilia nach Salsomaggiore Terme
Die Fahrt mit dem Reisebus zum Hotel Villa Fiorita**** in Salsomaggiore Terme wird mit einem Halt in Reggio Emilia unterbrochen. Denn hier lohnt ein Blick auf die spektakuläre Architektur des Hochgeschwindigkeitsbahnhof Mediopadana, der nach den Entwürfen des Architekten Santiago Calatrava aus weißem Stahl und aus Glas erbaut wurde.

Dienstag, 9. Juni 2020
Salsomaggiore Terme, Castel‘Arquato und Fidenza
Ein Spaziergang durch Salsomaggiore macht mit der eigentümlichen Schönheit des Kurbades bekannt: Die wichtigste Therme und das traditionsreiche Grandhotel sind bedeutende und in Europa einzigartige Werke eines an die Wiener Sezession angelehnten Jugendstils, ergänzt um asiatische Elemente. Hier wurden Szenen des Films „Der letzte Kaiser“ gedreht, aber ebenso gut könnten die phantastischen Räume auch Aufführungsorte von „Turandot“ oder sogar von „Nabucco“ sein. Am Nachmittag beeindrucken das Bergstädtchen Castel‘Arquato mit der Collegiata und dem Castello, die Domfassade von Fidenza sowie das Zisterzienserkloster Chiaravalle Milanese.

Mittwoch, 10. Juni 2020
Parma und Umgebung
Vielleicht bietet neben dem Mittelrheintal die Emilia die höchste Dichte an Burgen in Europa. Ein Höhepunkt dieser Architekturform ist sicher das Castello von Torrechiara südlich von Parma. Eine Burg wie aus dem Bilderbuch, die mit herrlichen Fresken aus der Spätgotik und dem Manierismus ausgestattet ist. Die Goldene Kammer mit Malereien von 1460 ist in Italien einzigartig. Zentrum der Region ist Parma mit dem monumentalen romanischen Dom und dem verwinkelten Herzogspalast. Die romanischen Skulpturen von Benedetto Antelami und die Renaissancemalerei Correggios prägen die Stadt. Mit dem Teatro Farnese besitzt Parma zudem eine der ältesten Bühnen Europas – vielleicht das erste Opernhaus überhaupt.

Donnerstag, 11. Juni 2020
Roncole und Cremona
Die Ebene vor Salsomaggiore ist die Heimat Giuseppe Verdis. In Roncole blieb sein Geburtshaus erhalten, im nahen Busseto hält ein liebevoll eingerichtetes kleines Museum und ein Opernhäuschen den Komponisten und sein Werk in Ehren – obwohl er dem Ort eher abgeneigt war. Vorbei an Verdis Alterssitz Sant‘Agatha geht es am Nachmittag nach Cremona, der Heimat der Violinen von so berühmten Herstellern wie Andrea Amati, Guarneri del Gesù und Antonio Stradivari. Neben den zarten Instrumenten beeindruckt hier einmal mehr die Domkirche der Stadt mit ihrem himmelstrebenden Campanile.

Freitag, 12. Juni 2020
Mantua und Umgebung
Durch die weite Ebene, in der Don Camillo und Peppone „daheim“ sind, geht die Fahrt nach Norden über den Po, denn in Sabbioneta versuchte ein exzentrischer Spross der Familie Gonzaga eine Residenz en miniature mit Palast, Galerie und Theater zu gestalten. Es gelang – fast … Prachtvoll sind die Denkmale der Gonzaga in Mantua erhalten: Im Castello di San Giorgio begeistern die Fresken Mantegnas und die Raumfolgen eines der größten Paläste Italiens, im Palazzo Te überwältigen die phantasiereichen Fresken Giulio Romanos. Auch in Mantua gibt es eine bedeutende Kirche: Es ist hier nicht der eher bescheidene Dom, sondern Albertis Riesenbau Sant‘Andrea, eine direkte Vorstudie zur römischen Peterskirche.

Samstag, 13. Juni 2020
Piacenza und der Hochapennin
Auch in Piacenza herrschte einst die Familie Farnese. Jedoch sind hier die mittelalterlichen Kirchen und Klöster sowie die gotische Rathaushalle weit bedeutender als der Palast der Renaissancedynastie. Den Höhepunkt bildet in dieser Stadt wieder der gewaltige romanische Dom. Am Nachmittag führt eine landschaftlich reizvolle Panoramafahrt in eines der Täler des Hochapennin zur Klosterstadt Bobbio, die einst Sitz einer bedeutenden Abtei war. Wildromantische Schluchten mit türkis-klarem Wasser und der Blick auf die vielleicht noch schneebedeckten Gipfel der ligurischen Alpenkette entschädigen für das Verlorene.

Sonntag, 14. Juni 2020
In Modena bietet sich Gelegenheit, einen katholischen Gottesdienst zu besuchen.
Modena
Auf dem Weg zum Flughafen Bologna ein letzter Halt: Denn in Modena erhebt sich strahlend der älteste romanische Dom der Emilia. Der Architekt und Bildhauer Wiligelmus entwarf ihn und Mathilde von Canossa war bei der Weihe zugegen. Vor allem die Skulptur der Kirche hat Weltrang. Ebenso ist Modena eine elegante Stadt und ihre Cafés sind wie geschaffen, um zu verweilen, bevor der Rückflug von Bologna mit Eurowings (17.50 Uhr) nach Köln/Bonn (19.25 Uhr) startet.

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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