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Meister der Harmonie

Maler und Architekt der Hochrenaissance: Raffael zum 500. Todestag

Raffael gehört mit Michelangelo und Bramante zu den drei großen Künstlern, die die Ewige Stadt in der Hochrenaissance geprägt haben. Kaum ein Jahrzehnt wirkte der Genius aus Urbino am päpstlichen Hof, doch es waren prägende Jahre für die Künste: in der Malerei und der Architektur schuf Raffael zusammen mit den Humanisten und Theologen Roms eine Form, deren Schönheit und Sinngehalt noch 500 Jahre später Gültigkeit hat. Ob in den Stanzen, der Villa Farnesina, der Villa Madama oder im Petersdom – Raffaels Kunst wirkt bis in die Gegenwart, ist Vorbild für nachfolgende Generationen und hat nichts an ihrer Kraft verloren.

Samstag, 4. Juli 2020

14.00 Uhr
Die Zeitenwende
Nach dem problematischen Borgia-Pontifikat kommt im Jahr 1503 Papst Julius II. auf den Thron Petri. Sofort beginnt der Papst mit der politischen und kulturellen Erneuerung der Ewigen Stadt. Der Neubau von Sankt Peter wird durch Bramante geplant. Die Größe und Ausstattung verspricht den Künstlern Aufträge auf Jahrzehnte. In diesen Jahren erarbeitet sich Raffael in Florenz seinen Ruf als herausragender Maler, der ihn nach Rom und an den päpstlichen Hof führen wird.

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr
Die Stanzen
Der erste und wichtigste Auftrag des Papstes an Raffael ist ab 1509 die Ausmalung seiner Privatgemächer. In nur drei kleinen Räumen des Palastes entstehen Fresken, deren Harmonie und Gehalt den künstlerischen und geistigen Höhepunkt der Renaissance markieren. Vor allem das Arbeitszimmer des Papstes mit den Bildern zur Theologie, Philosophie, Literatur und Gerechtigkeit ist ein Kompendium des Wissens und der Werte seiner Zeit. Dabei huldigt Raffael in diesen Bildern auch seinen Kollegen Bramante und dem so gänzlich anders gearteten Michelangelo, dessen Sixtinische Decke gleichzeitig entstanden.

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Der Nachfolger
Auf Julius II. folgt 1513 Papst Leo X. aus dem Hause Medici. Raffael ordnet die Bildprogramme der noch unvollendeten Stanzen neu und entwirft die Ausstattung für den päpstlichen Thronsaal. Hinzu kommen die Teppiche der Sixtinischen Kapelle und als zusätzliche Herausforderung die Bauleitung für die Peterskirche. Nach Bramantes Tod 1514 wird Raffael der Architekt des Petersdoms und leitet die Änderungen in der Konzeption. Ein Langhaus und Türme ergänzen den ursprünglichen Plan der gewaltigen Kuppelkirche.

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 5. Juli 2020

Frühstück für Übernachtungsgäste ab 7.00 Uhr

Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes in der Edith-Stein-Kapelle.

9.30 Uhr
Andere Auftraggeber
Neben den offiziellen päpstlichen Aufträgen beschäftigt sich Raffael in seinen römischen Jahren mit weiteren Werken. Für den Freund Agostino Chigi entstehen die Malereien in den Festräumen der Villa Farnesina, später entwirft der Meister die unvollendet gebliebene Villa Madama. Die in dichter Folge gemalten Altarbilder und Portraits sind auch von hoher Qualität und können nicht als „Nebenarbeiten“ angesehen werden. Eher schon gilt das für die weitgehend von Gehilfen ausgemalten Loggien im Vatikan mit Raffaels „Bilderbibel“.

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Nachfolger und Wirkung
Nach dem Tode Raffaels im Jahr 1520 führen die Künstler seiner Werkstatt die begonnenen Arbeiten zu Ende. Unter Papst Clemens VII. erhält die Werkstatt ab 1523 kaum noch neue Aufträge. Michelangelo geht nach Florenz, die meisten Maler des Raffaelkreises bemühen sich jedoch um eine Anstellung an den oberitalienischen Fürstenhöfen. Giulio Romano etwa trägt die Kunst seines Meisters nach Mantua an den Hof der Gonzaga.

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende des Kunstgeschichtlichen Seminars

 

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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