wikimedia/gemeinfrei

Künstlerkolonie Worpswede

Personen, Landschaften, Wirkungen

Als intensive Begegnung mit den Protagonisten der „Künstlerkolonie Worpswede“ – mit Fritz Mackensen, Hans am Ende, Otto Modersohn, Fritz Overbeck, Heinrich Vogeler und selbstverständlich auch mit Rainer Maria Rilke sowie Paula Modersohn-Becker – ist diese Ferienakademie konzipiert.
Bei Rundgängen in Worpswede und Fischerhude, bei Besuchen der herausragenden Museen in diesen kleinen Orten sowie in Bremen werden Inspirationsquellen und Akzentsetzungen der Künstlerinnen und Künstler jener Zeit ebenso deutlich wie ihr Miteinander. Warum wurde Worpswede innerhalb weniger Jahre zu einer „Pilgerstätte“ für Kunstschaffende und Sinnsuchende? Wie wirkten sich die besonderen Stimmungen der Moorlandschaft auf das künstlerische Schaffen aus? Auch diese Fragen verfolgt der Kunsthistoriker Dr. Till Busse mit Ihnen. Deutlich wird zudem das Beziehungsgeflecht in der Künstlerkolonie mit manchmal turbulenten emotionalen Verwicklungen.

Mittwoch, 12. August 2020
Busreise von Köln (7.30 Uhr) und Bensberg (8.15 Uhr) nach Worpswede zum Hotel Buchenhof****; das Haus erbaute einst der Künstler Hans am Ende. Programmeinführung bei einer Kaffeetafel.
Aufbruch ins Teufelsmoor: Der Ort Worpswede
Ein erster Spaziergang führt zum Museum „Haus im Schluh“, einem malerischen Hofensemble, das vom Jugendstil geprägte Kunstwerke aus der Sammlung des Ehepaares Vogeler zeigt und in dem noch immer nach Vorlagen von Heinrich Vogeler gearbeitet wird.

Donnerstag, 13. August 2020
Worpswede: Auf den Spuren der Künstlerkolonie
Am Vormittag richtet sich der Blick auf den nahen, wunderschönen Barkenhoff, einst Wohn- und Atelierhaus von Heinrich Vogeler: Es ist ein Gesamtkunstwerk des Jugendstils und war ab 1900 gesellschaftliches Zentrum der Künstlerkolonie. Das nahe gelegene sogenannte Hoetger-Ensemble umfasst gleich mehrere Einheiten: einen Skulpturengarten, das Kaffee Worpswede, im hiesigen Sprachgebrauch auch gerne „Café Verrückt“ genannt, und die Große Kunstschau, in der Werke der Worpsweder Künstler den Blick auf die jeweiligen Eigenheiten der Personen lenken.

Freitag, 14. August 2020
Fischerhude: Vater und Sohn Modersohn
Nach dem tragischen Tod seiner Frau Paula Modersohn-Becker und angesichts der zunehmenden Spannungen innerhalb der „Künstlervereinigung Worpswede“ siedelte Otto Modersohn 1908 ins kleine Fischerhude über. Das nach ihm benannte Museum mit seiner Ansammlung von alten und neuen Fachwerkhäusern liegt idyllisch etwas abseits inmitten der Wümmewiesen – jener Landschaft, mit der er sich künstlerisch so intensiv auseinandersetzte. So ist hier, am Entstehungsort vieler seiner Werke, eine Begegnung mit Otto Modersohn in besonderer Weise möglich, zumal sein Sohn Christian, selbst Künstler, bis zu seinem Tod im Jahr 2009 das Erbe des Vaters pflegte. Anschließend zeigt ein Spaziergang durch Fischerhude, dass im Ort viele von Modersohns Motiven erhalten sind und die beschauliche Siedlung auch andere Künstler anzog. Da sich diese immer wieder von der einzigartigen Landschaft des Teufelsmoores in-spirieren ließen, bietet die Fahrt mit einem Torfkahn interessante Eindrücke. Denn: Mit solchen Kähnen lieferten in früheren Zeiten die Bauern Torfbriketts nach Bremen, um ihre kargen Einkünfte zu verbessern, und so wurden die Schiffe mit ihren dunklen Segeln zum Wahrzeichen.

Samstag, 15. August 2020
Die Künstlerkolonie in der Hansestadt
Ein Ausflug ins nahe Bremen erschließt das städtische Umfeld der Worpsweder Künstlerkolonie. Unweit des Bremer Marktplatzes mit dem berühmten Roland ist in der Böttcherstraße das Paula Modersohn-Becker Museum interessant. Es ist nicht nur ein Hauptwerk expressionistischer Architektur, es ist auch das erste Museum für die außergewöhnliche Künstlerin: Da hier dauerhaft zahlreiche Meisterwerke gezeigt werden, ist in diesem Haus in besonderer Weise eine weitere Beschäftigung mit der Künstlerin möglich. In der Kunsthalle befinden sich neben Schlüsselwerken der Worpsweder Künstlerkolonie auch Werke französischer Impressionisten und der Fauves, wie etwa solche von Cézanne oder Matisse, deren Malerei Paula Modersohn-Becker bei ihren häufigen Paris-Reisen kennenlernte und die ihre Kunst veränderten. Der Besuch des Domes verdeutlicht darüber hinaus die bis ins Mittelalter zurückreichenden künstlerischen Traditionen der Stadt. Ein Spaziergang durch das beschauliche Schnoor- Viertel rundet die Eindrücke ab. Es bietet sich am frühen Abend auch die Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes.

Sonntag, 16. August 2020
Worpswede: Referenz an Paula
Zum Abschluss der Spurensuche steht der Besuch bei den Modersohns im Museum am Modersohn-Haus. Hier lebten Otto und Paula Modersohn und hier starb Paula nach der Geburt ihrer Tochter. Die Einrichtung des Hauses und die Sammlung des Ehepaares Kaufmann geben weitere Einblicke in die hohe Zeit der Worpsweder Künstlerinnen und Künstler – von Fritz Mackensen bis Paula Modersohn-Becker. Ihrer sei auch in der Worpsweder Zionskirche und auf dem angrenzenden Friedhof gedacht.

Rückreise nach Bensberg (Ankunft ca. 18.45 Uhr) und Köln (Ankunft ca. 19.30 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

.