Nikater (CC BY-SA 3.0)/wikimedia

Glückliche Idyllen!? Künstlerkolonien.

Hiddensee, Ahrenshoop, Schwaan

Ausgehend vom französischen Barbizon entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa zahlreiche Künstlerkolonien. Angesichts der Suche nach unverfälschter Natur, einfachem Leben, nach Abgeschiedenheit sowie einem inspirierenden Austausch mit Gleichgesinnten boten sich auch in Norddeutschland ideale Bedingungen. Bis heute hat sich das unverwechselbare kulturelle Gepräge der Orte weitgehend erhalten. Herzlich laden wir Sie daher ein, uns zu den Lieblingsorten und Motiven von Künstlerinnen und Künstlern in Ahrenshoop an der Ostsee und Schwaan zu folgen. Entdecken Sie, welchen Aufbruch jene Zeit auch für Frauen in der Malerei bedeutete. Ein Besuch auf Hiddensee stellt die Malerinnen des „Hiddensoer Künstlerinnenbundes“ vor.

Sonntag, 19. September 2021
Individuelle Anreise nach Berlin Hauptbahnhof.
14.00 Uhr Fahrt mit dem Reisebus in die Hansestadt Stralsund zum Romantik Hotel Scheelehof****s, ein erster Spaziergang.

Montag, 20. September 2021
Hiddensee: Die Malerinnen in Vitte und Gerhart Hauptmann in Kloster
Mit dem Reisebus fahren Sie nach Schaprode auf die Insel Rügen und mit dem Schiff nach Vitte. Jana Leistner, die Leiterin des Heimatmuseums Hiddensee, empfängt Sie am Hafen und begleitet Sie am Vormittag. Im Jahr 1922 ließ Henni Lehmann die „Blaue Scheune“ zum Ausstellungsort umbauen: Sie wurde zum Treffpunkt der Malerinnen, die als „Hiddensoer Künstlerinnenbund“ Bekanntheit erlangten. Elisabeth Büchsel fand hier im Alleingang und allen Widerständen zum Trotz ihren Weg und gilt als „Malerin von Hiddensee“. Der Besuch des Hauses der dänischen Schauspielerin Asta Nielsen, das 1922 erbaut wurde, führt die Bedeutung der Insel als Rückzugsort für die künstlerische wie literarische Avantgarde vor Augen. Mit einer Kutsche erreichen Sie den Ort Kloster. Das Interesse gilt dem „Haus Seedorn“ und Gerhart Hauptmann, der hier bis 1943 die Sommer verbrachte und sich mit den Aktivitäten der Künstlerinnen sehr schwer tat.

Dienstag, 21. September 2021
Stralsund: Tradition und Aufbruch
Bedeutende Bauten der Backsteingotik prägen auf engstem Raum das Bild der Altstadt. Die Nikolaikirche und das Rathaus bilden ein herausragendes städtebauliches Ensemble. Wuchtig und wehrhaft wirkt die St. Marienkirche am Neuen Markt. Ein Stadtrundgang erschließt die prachtvollen Momente der alten Hansestadt, bevor nachmittags die Fahrt nach Wustrow/Fischland startet.

Mittwoch, 22. September 2021
Ahrenshoop: Die Suche nach Licht, Weite und Natur
Eine Wanderung entlang der Steilküste nach Ahrenshoop bietet eindrucksvolle Blicke auf die Küstenlandschaft sowie den schmalen Streifen zwischen Meer und Boddenlandschaft. Diesen entdeckte 1889 Paul Müller-Kaempff und siedelte sich einige Jahre später mit einigen Malerkollegen in dem Fischerdorf Ahrenshoop an und eröffnete mit ihnen den „Kunstkaten“ (1909), um hier ihre Werke zu zeigen und zu verkaufen. Müller-Kaempff baute 1894 ein Pensions- und Atelierhaus für seine Malschülerinnen und benannte es nach dem Schutzpatron der Maler: „St. Lucas“. Seit Sommer 2013 ist das neue Kunstmuseum Ahrenshoop ein besonderer Anziehungspunkt. Nach dem Besuch führt der Rundgang zu markanten Stätten und Gebäuden des Ortes sowie zur Schifferkirche, die nach Plänen der Architekten Hardt-Waltherr Hämer erbaut wurde.

Donnerstag, 23. September 2021
Wustrow und seine Künstlerinnen und Künstler
Auf dem Kulturpfad durch Wustrow treffen Sie auf die Malerin Hedwig Woermann, deren Nachlass 1992 unerwartet entdeckt wurde. Sie kam mit ihrem Mann Johann Jaenischen 1919 in den kleinen Ort und lebte hier bis zu ihrem Tod im Jahr 1960. Später betrachten Sie in der Wustrower Kirche ein Ölgemälde von Hedwig Woermann. Auf dem Weg zum Fischlandhaus, einem 250 Jahre alten Hochdielenhaus, begegnen Sie weiteren Kunstschaffenden, die hier lebten und arbeiteten. Später geht es über den Darß zur Vinetastadt Barth mit Hafen, Marienkirche und Marktplatz. Im Stadthafen von Ribnitz steht seit 2009 die Skulptur „Der Zirkus kommt“ von Jo Jastram (1928-2011).

Freitag, 24. September 2021
Entdeckt. Vergessen. Wieder­entdeckt: Die Künstlerkolonie Schwaan
Vor mehr als 120 Jahren ließen sich nach dem Studium der Landschaftsmalerei in Weimar vorwiegend einheimische Kunstschaffende in Schwaan nieder. Gründer und treibende Kraft der Künstlerkolonie war Franz Bunke (1857-1939). Rudolf Bartels, Peter Paul Draewing und der gebürtige Hamburger Alfred Heinsohn zählten zu den bekanntesten Vertretern dieser Künstlerkolonie. Über die „Malfrauen“ in der Kolonie ist dagegen nur sehr wenig bekannt. Der Erste Weltkrieg setzte dem gemeinsamen Schaffen ein Ende. Mit dem Tod von Bunke und Bartels geriet die Kolonie vollends in Vergessenheit. Seit 2002 werden jedoch Werke der Schwaaner Künstler in einer ehemaligen Mühle ausgestellt. Durch die „Kunstmühle“ führt Sie Museumsleiter Heiko Brunner.
Ribnitz-Damgarten: Bernstein, Lyonel Feininger und Jo Jastram
In der historischen Anlage des Ribnitzer Klarissenklosters betrachten Sie im Deutschen Bernsteinmuseum grandiose Bernsteinkunst. Eine kleine Dauerausstellung in der „Galerie im Kloster“ erinnert an Lyonel Feininger, der zwischen 1905 und 1921 im Ort zu Gast war; Motive von Ribnitz sind zeitlebens in seine Kunst eingeflossen. Ebenfalls zu sehen ist hier auch die Bronzestatue „Gestürztes Pferd“ von Jo Jastram aus dem Jahr 1970.

Samstag, 25. September 2021
„Das Fischland ist das schönste Land der Welt.“ (Uwe Johnson in „Jahrestage“)
Nach einem letzten Spaziergang am Ostsee-Strand startet die Fahrt mit dem Reisebus nach Berlin Hauptbahnhof (ca. 14.00 Uhr). Verabschiedung und individuelle Rückreise.

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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