Venetien – Venedigs schönes Hinterland - Ferienakademie der Thomas-Morus-Akademie Bensberg
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Prächtige Villen, reizvolle Gärten

Venetien – Venedigs schönes Hinterland

Einst schätzten die Adeligen und Mächtigen die Region Venetien für ihre Sommeraufenthalte. Sie beauftragten Architekten wie Palladio und Maler wie Tiepolo ihre „Landhäuser“ prächtig auszustatten und prägten so eine über Jahrhunderte in ganz Europa und Amerika nachwirkende Villenkultur. Auch Johann Wolfgang von Goethe zeigte sich 1786 auf seiner Italienreise begeistert von der Gegend. Auf der „terra ferma“ gab es berühmte Städte wie Verona, Padua oder Vicenza, aber auch Kleinstädte wie Arqua Petrarca, Castelfranco oder Monselice, die noch heute Besuche lohnen. Und wie ließe sich eine der kulturell reichsten Regionen Italiens besser entdecken, als auf den Spuren des venezianischen Adels und Johann Wolfgang von Goethes wandelnd?

Freitag, 2. September 2022
„Heute Abend hätte ich können in Italien sein …“
Flug mit Lufthansa von Frankfurt (16.20 Uhr) nach Venedig (17.40 Uhr) und Fahrt mit dem Reisebus zum Hotel Villa Michelangelo****.

Samstag, 3. September 2022
„Es lässt sich denken, dass Palladio auch diesmal an allen Orten und Enden war.“
An den ersten Ausläufern der Alpen liegt Maser mit der Villa Barbaro, deren Ruhm weniger die Architektur Palladios als die Innenausstattung von Paolo Veronese begründet. Im nahen Asolo erheben sich die meisten Villen auf den Hügeln, eine perfekte Sommerfrische des Fin de Siècle. Die Villa Emo bei Fanzolo präsentiert in besonders reiner Form Palladios Gedanken zur Gestalt eines adeligen Hofgutes, während die Villa Cornaro in Piombino Dese mit ihrer zweifachen Säulenfassade als Urahnin klassizistischer Villen gelten kann.
„Der venezianische Maler muss alles klarer und heiterer sehen als andere Menschen.“
Im nahen Castelfranco Veneto verwahrt die Domkirche ein Juwel der venezianischen Hochrenaissance: Giorgiones „Madonna von Castelfranco“.

Sonntag, 4. September 2022
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes in Padua.
„So verweil ich auch gern in der Kirche …“
Die Stadt Padua ist untrennbar mit dem heiligen Antonius verbunden. „Seine“ Kirche ist die gotisch-venezianische, mit Fresken reich ausgestattete Basilica del Santo. Hier schuf Donatello den herrlichen Hauptaltar und das Reiterstandbild auf dem Vorplatz.
„Es ist erfreuend und belehrend, unter einer Vegetation einherzugehen, die uns fremd ist.“
Nach einem Besuch der Kapelle des heiligen Antonius mit der Arca di Sant‘Antonio und wunderbaren Marmorreliefs führt der Spaziergang durch den ältesten Botanischen Garten Europas zu einer Palme mit „literarischer Lizenz“: Diese inspirierte Goethe zu den Überlegungen über die Metamorphose der Pflanzen.

Montag, 5. September 2022
„Ich ging auf der Kante des amphitheatralischen Kraters …“
Verona kann seine römische Vergangenheit nicht leugnen: Die Arena genießt Weltruhm; Triumphbögen, Brücken und Stadttore sind edel gestaltet. Doch auch mächtige romanische Kirchen, allen voran der Dom und die Basilica San Zeno Maggiore, gotische Burgen und Paläste sowie feinste Renaissancearchitektur rund um die Piazza delle Erbe schmücken die Stadt.

Dienstag, 6. September 2022
„Besonders muss ich die Vicentiner loben …“
Zahlreiche Stadtpaläste, die Basilika und nicht zuletzt das Teatro Olimpico bezeugen in Vicenza Ideen, Prinzipien und Schaffenskraft des Architekten Andrea Palladio: Wohl proportioniert und vornehm wirkt seine Basilika, das Teatro Olimpico errichtete er aus Holz und Stuck nach antiken Vorbildern.
„Inwendig kann man es wohnbar, aber nicht wöhnlich nennen.“
Wie eine Skulptur erstrahlt auf der Kuppe eines Hügels vor den Toren der Stadt Palladios „Villa Rotonda“, die längst eine Ikone der Weltarchitektur ist. Aber auch mit Meisterwerken der Malerei z.B. von Giovanni Bellini und Paolo Veronese sowie mit Tiepolos herrlichen Fresken in der Villa Valmarana ai Nani ist Vicenza gesegnet.

Mittwoch, 7. September 2022
„So entwickelte sich die Kunst nach der barbarischen Zeit.“
Von der altehrwürdigen Universität Paduas führt der Weg zum riesigen Stadtpalast, zum Caffè Pedrocchi und vor allem zur Kapelle an der römischen Arena: Giottos Fresken markieren – einhundert Jahre vor der Renaissance – den Beginn einer neuen Epoche der Malerei. In der nahen Chiesa degli Eremitani spiegeln selbst die Reste der Fresken, die Andrea Mantegna schuf, seine visionäre Kraft wider.
„Die Fahrt auf der Brenta ist anständig und angenehm …“
Ziel des Nachmittags ist die einstige Sommerfrische der Venezianer: die Villenlandschaft am Brenta-Kanal. Inmitten kleiner Orte wie Stra, Dolo oder Mira liegen bis zur Mündung der Brenta in die Lagune von Venedig die Herrenhäuser der Renaissance und des Barocks dicht an dicht. Während die Villa Pisani schon den Charakter eines Schlosses hat, zeigt Palladios ältere Villa Foscari „La Malcontenta“ die Form eines antiken Quellheiligtums.

Donnerstag, 8. September 2022
„Heut abend setzt ich mich in einen Winkel und hatte meine stille Betrachtung.“
In den Euganeischen Hügeln liegt Arqua, der Alterssitz des Dichters Petrarca. Sein Haus gilt als die erste Villa des Veneto. Später gönnten sich in der Nähe auch Kirchenfürsten ihren Landsitz, so die phantasievolle Villa Duodo von Scamozzi mit einem Pilgerweg „en miniature“ am Burgberg von Monselice.
„Der Po, ein freundlicher Fluss, zieht hier durch große Plainen.“
Auf der Fahrt zwischen den Hügeln Vicenzas und Paduas gen Süden reizt es, dem kleinen Fratta Polesine einen Besuch abzustatten. Hier schuf Palladio mit der Villa Badoer ein weiteres, herrlich proportioniertes Meisterwerk.

Freitag, 9. September 2022
„Kennst Du das Haus, auf Säulen ruht sein Dach.“
Auf dem Weg zum Flughafen Venedig liegt in den Hügeln des Weinanbaugebietes Soave die Villa Cordellina Lombardi – ein Hauptwerk von Giorgio Massari – mit bedeutenden Fresken Tiepolos.

Anschließend Flug mit Lufthansa (14.45 Uhr) nach Frankfurt (16.10 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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