Mondrian – zum 150 Geburtstag - Ferienakademie der Thomas-Morus-Akademie Bensberg
© Liam Mcgarry, unsplash.com

Mondrian – zum 150. Geburtstag

Von der Landschaft zur Abstraktion

Der niederländische Maler Piet Mondrian ist eine Schlüsselfigur der Moderne. Aus Anlass seines 150. Geburtstages lädt diese Ferienakademie zur Spurensuche in das Land seiner Herkunft ein. Seine frühen Jahre in den Niederlanden prägten Mondrian entscheidend. Als Sohn eines Lehrers erwarb er zunächst selbst die Lehrbefähigung als Zeichenlehrer für höhere Schulen, bevor er sich für die Künstlerlaufbahn entschied. Zunächst arbeitete er, angeleitet durch Vater und Onkel, als Landschaftsmaler in der Tradition der Haager Schule. Bei seinem ersten Aufenthalt in Paris vor dem Ersten Weltkrieg kam Mondrian mit dem Kubismus in Berührung. Nach seiner Rückkehr in die Niederlande gehörte er 1917 zu den Mitbegründern der bahnbrechenden Künstlervereinigung De Stijl, die nicht zuletzt auch das Weimarer Bauhaus beeinflusste. Wieder in Paris entwickelte Mondrian seine Idee der „Nieuwe Beelding“ (neue Gestaltung), die er dann in den berühmt gewordenen abstrakten Kompositionen bis zu seinem Tod 1944 in New York realisierte. Aus streng calvinistischem Hause stammend, beschäftigte sich Mondrian intensiv mit religiösen Fragen. Seine Neigung zur Theosophie fand Niederschlag in seinem Werk. Mondrians faszinierende Werke sind in einigen bedeutenden Sammlungen der Niederlande präsent. Auf dieser Reise werden daher einerseits die niederländischen Schauplätze von Mondrians Leben besucht und andererseits in den Museen ein umfassender Einblick in sein Œuvre und das seiner Zeitgenossen gewonnen.

Dienstag, 21. Juni 2022
Heimat und Herkunft
Fahrt mit dem Reisebus von Bensberg (7.00 Uhr) und Köln (7.45 Uhr) nach Winterswijk, wo ein Besuch der Villa Mondriaan auf dem Programm steht. Hier lebte Mondrian von 1880 bis 1892. In benachbarten Bau befand sich damals die Evangelische Grundschule, deren Direktor Mondrians Vater war. Heute verbindet ein moderner Zwischentrakt beide Gebäude zu einem Museum. Seit 2013 zeigt es nicht nur Materialien zu Kindheit und Jugend des Malers, sondern auch frühe Originalwerke, von denen viele bisher noch nie ausgestellt worden sind. Gemeinsamer Mittagsimbiss im Museumscafé.
Das Geburtshaus
Anschließend geht die Fahrt weiter nach Amersfoort. Am 7. März 1872 wurde Pieter Cornelis Mondriaan im historischen Zentrum der Stadt geboren. In seinem Geburtshaus befindet sich heute ein Museum. Die innovative Multimedia-Schau „De wereld van Piet Mondriaan“ erschließt die Welt des Malers und seine künstlerische Suche für alle Sinne. Eine originalgetreue Rekonstruktion seines Pariser Ateliers in der Rue du Départ, das dem Bahnhof von Montparnasse weichen musste, stellt Mondrians Wirkungsstätte in der französischen Hauptstadt plastisch vor Augen. Nach dem Besuch der Ausstellung geht es weiter nach Utrecht.

Mittwoch, 22. Juni 2022
Von De Stijl zur „Nieuwe Beelding“
Am Vormittag führt ein kunsthistorischer Vortrag in das Œuvre Mondrians ein. Anschließend besichtigen Sie das Rietveld-Schröder-Haus an der Prins Hendriklaan. Das architektonische Gesamtkunstwerk des Architekten Gerrit Rietveld aus dem Jahr 1924 setzt die Ideen von De Stijl dreidimensional um. Mit seinen rechtwinkligen Flächen und den wirkungsvollen Farbakzenten in Rot, Gelb und Blau weist das 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Gebäude unübersehbar Parallelen zum Werk Mondrians auf.
Die Geburtstagsschau
Von Utrecht geht es nach Den Haag. Nach einer individuellen Mittagspause besuchen Sie das Kunstmuseum Den Haag, das zu Mondrians 150. Geburtstag eine Sonderausstellung ausrichtet. Schon das von Hendrik Petrus Berlage entworfene und 1935 eröffnete Gebäude lohnt eine Besichtigung. Es beherbergt die weltweit größten Mondrian-Sammlung, in der jede Schaffensphase von frühen Landschaftsbildern bis zu den abstrakten Kompositionen prominent vertreten ist. Einen Höhepunkt bildet Mondrians letztes, unvollendet gebliebenes Gemälde „Victory Boogie Woogie“. Es lässt das herbeigesehnte Ende des Zweiten Weltkrieges erahnen. Die für seine früheren Werke charakteristische strenge Komposition hat Mondrian hier aufgelockert und sich dabei von den Musiktempi des Boogie Woogie und dem dynamischen Treiben in den Straßen Manhattans inspirieren lassen.

Donnerstag, 23. Juni 2022
Mondrian in der Metropole
Heute führt der Weg nach Amsterdam, wo das Stedelijk Museum zu einem ausführlichen Besuch einlädt. Mondrian lebte von 1892 bis 1911 in Amsterdam unter zehn verschiedenen Adressen und frequentierte theosophische Zirkel. Anfangs studierte er an der Rijksakademie in der Stadthouderskade, bevor er später in eigenen Ateliers arbeitete. Im damals gerade eröffneten Stedelijk Museum sah Mondrian Arbeiten von Künstlerkollegen. Bei der ersten Ausstellung der Künstlervereinigung Moderne Kunstkring im Jahr 1911 zeigte er dort sechs eigene Werke. Das Stedelijk Museum widmete Mondrian 1946 dann auch die erste umfassende Retrospektive nach seinem Tod.
Am Nachmittag bietet sich die Gelegenheit, an einem fakultativen Spaziergang auf den Spuren Amsterdamer Künstlerinnen und Künstler teilzunehmen oder die Zeit für eigene Unternehmungen zu nutzen.

Freitag, 24. Juni 2022
Kunst drinnen und draußen
Auf der Rückfahrt wird der Naturpark Hoge Veluwe bei Otterlo erreicht, wo sich eine ausgiebige Kunstpause anbietet. Denn im nördlichen Teil des Parks lockt das Kröller-Müller Museum nicht nur mit der zweitgrößten Van-Gogh-Sammlung der Welt. Es besitzt auch vierzehn Gemälde Mondrians. Helene Müller hatte Mondrian persönlich gefördert und erste Ankäufe getätigt, bevor sie seinem Weg in die Abstraktion nicht mehr folgen mochte. Ein Spaziergang im Park rundet den Besuch ab, bevor es dann heimwärts nach Köln (Ankunft ca. 17.30 Uhr) und Bensberg (Ankunft ca. 18.15 Uhr) geht.

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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