Kora27, CC by SA 4.0, wikimedia

Dem Himmel entgegen

Der Kölner Dom als Gesamtkunstwerk

Die lange Baugeschichte des Kölner Doms und die Qualität seiner Ausführung machen ihn zu einem Monument, das immer wieder neu und anders entdeckt werden kann. Seine Größe fordert die Augen, die Literatur über ihn füllt Bibliotheken, der überbordende Reichtum seiner Ausstattung in Stein, Glas, Holz und edlem Material ist kaum zu ermessen. Herzlich laden wir Sie ein, dieses Hauptwerk der Gotik an drei Tagen aus immer wieder neuen Perspektiven zu betrachten. Ein besonderes Erleben bietet der abendliche Besuch des „stillen“ Doms. Prosa, Lyrik und Anekdoten zu Kölns Kathedrale, die der Kunsthistoriker und Germanist Markus Juraschek-Eckstein für Sie ausgewählt hat, bieten weitere interessante Zugänge.

Dienstag, 5. Oktober 2021
Individuelle Anreise zum Maternushaus in Köln.
10.00 Uhr I Vortrag
Im Wandel der Zeit
Die äußere Gestalt des Kölner Doms und seine Einbindung in das städtische Umfeld geben bei genauerem Hinsehen aufschlussreiche Hinweise auf seine Baugeschichte. Das 1248 begonnene und erst 1880 fertiggestellte Bauwerk erfuhr in seiner langen Entstehungszeit weniger Veränderungen im Baustil als in seinen Funktionen: Als Grabeskirche der Heiligen Drei Könige begonnen, wurde der Dom als deutsches Nationaldenkmal vollendet.
nachmittags | Führungen
Abglanz des Himmels
Deutschlandweit besitzt der Kölner Dom den größten Schatz an Glasfenstern; ihre Entstehungszeit reicht vom 13. bis zum frühen 16. Jahrhundert. Doch auch moderne Fenster, wie das viel diskutierte Kunstwerk von Gerhard Richter, das 2007 im Südquerhaus fertiggestellt wurde, verleihen der nach Transzendenz strebenden hochgotischen Architektur Ausdruck.
Tief gegründet: Die Ausgrabungen unter dem Dom
Die 1946 begonnenen Ausgrabungen ermöglichen tiefe Einsichten in die Vorgeschichte des Doms. Zwischen den mächtigen gotischen Fundamenten liegt die Geschichte seiner Vorgänger aus dem 6. und 9. Jahrhundert offen. Besichtigt wird auch das Taufbecken des frühchristlichen Baptisteriums.

Mittwoch, 6. Oktober 2021
vormittags | Führungen
„Dein Atem ist Weihrauch“
Texte aus zwei Jahrhunderten nehmen den Dom in den poetischen Blick. In einer Führung mit Texten von Forster, Schlegel und Heine bis Apollinaire, Böll und Wellershoff wird dem Bauwerk als romantische Idealgestalt und Quell der dichterischen Phantasie nachgespürt.
nachmittags | Ausflug
Die bergische Schwester: Der Altenberger Dom
Zeitgleich mit den ersten Bauausführungen am Kölner Dom wurde in Altenberg eine neue, gotische Zisterzienser-Abteikirche errichtet. Ähnlichkeiten im Grundriss sowie andere Details lassen die Mitarbeit der damaligen Kölner Bauhütte auf der Baustelle im Bergischen Land vermuten. Auch im 19. Jahrhundert zeigen sich erstaunliche Parallelen.
abends | Nachtführung
Der Dom bei Nacht
Wie anders wirkt der Kölner Dom am Abend! Die Stille und das gedämpfte Licht vermitteln zu später Stunde, wenn der Dom frei von anderen Besucherinnen und Besuchern ist, einen einzigartigen Eindruck des gewaltigen Raums und seiner hochgotischen Chor­ausstattung, dem Dreikönigenschrein, den Seitenaltären und den Heiligenfiguren.

Donnerstag, 7. Oktober 2021
vormittags | Führung
Erste der Heiden
Die Wallfahrt zu den Heiligen Drei Königen zählte bis ins 17. Jahrhundert zu den bedeutendsten der Christenheit. Vom Beginn der Verehrung dieser drei Männer führt ein langer Weg bis zu einer heute bisweilen kurios anmutenden Volksfrömmigkeit.
nachmittags | Führung
Camera Aurea
In der Domschatzkammer werden nicht nur liturgische Geräte, Reliquiare, Insignien und Paramente vom Mittelalter bis zur Gegenwart gezeigt. Die historischen Kellerräume in 13 Metern Tiefe bergen auch die originalen mittelalterlichen Portalskulpturen sowie spektakuläre frühmittelalterliche Funde der Domgrabung.
spätnachmittags | Führung
Dem Dom aufs Dach gestiegen
Wörtlicher Höhepunkt der Ferienakademie ist die Auffahrt zum hohen Dach der Kathedrale. Die bis 1860 nach der Idee von Dombaumeister Zwirner realisierte eiserne Dachkonstruktion zählt zu den bedeutendsten Bauingenieurleistungen des 19. Jahrhunderts. Bei gutem Wetter ermöglicht die Aussicht von der 70 m hohen Aussichtsplattform des Dachreiters einen Weitblick bis ins Siebengebirge.

Ende der Ferienakademie vor dem Kölner Dom ca. 17.30 Uhr.

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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