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Beratung in irritierten Systemen

nach (Vorwürfen von) sexueller Gewalt

Im Kontext der Fälle von sexuellem Missbrauch haben die Diözesen vieles erarbeitet und erlassen: Es wurden Erstansprechpersonen beauftragt und Präventionsbeauftragte ernannt; es wurden Vorschriften, Rahmenrichtlinien und Ausführungsbestimmungen erlassen sowie zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Diözesen fortgebildet. Nach der Veröffentlichung der MHG-Studie im September 2018 ist die Notwendigkeit von Beratung in irritierten Systemen weiter gestiegen.

Die Konferenz der Diözesanverantwortlichen für Supervision/Coaching in den deutschsprachigen Bistümern und die Bundeskonferenz Kirchliche Organisationsberatung haben in den Jahren 2010 bis 2012 und 2018 bereits drei Fortbildungsangebote zum Thema „Beratung in irritierten Systemen nach (Vorwürfen von) sexueller Gewalt“ für Supervisoren*innen und kirchliche Organisationsberater*innen durchgeführt. Aufgrund der aktuellen Nachfrage bieten wir 2020 erneut diese Fortbildung an.

Ziele
Kennen und Einschätzen von Täterstrategien
Kennen der Auswirkungen von Täterverhalten auf die jeweiligen Systeme
Kennen von innerpsychischen und sozialen Prozessen bei Traumatisierungen
Kennen von institutionellen Dynamiken
Kennen der Interventionsstrategien im jeweiligen (Erz-)Bistum
Entwicklung von Settings von Beratungsmöglichkeiten bzw. Konfliktklärungsverfahren

Die Fortbildung ist in zwei Module unterteilt, die nur zusammen buchbar sind.

Modul I
29. September bis 1. Oktober 2020 (Di.-Do.)

Inhalte
Täter- und Opferdynamiken
Psychotraumatologie
Erfahrungen und Konsequenzen für die Beratungsarbeit, Situation in den Diözesen, Praxisbeispiele und Herausforderungen

Referentin
Zum Thema Täterstrategien und Psychotraumatologie:
Susanne Egerding, Münster
Psychoanalytisch-systemische Therapeutin, Psychotraumatherapeutin [DeGPT], Fallsupervisorin und Fortbildnerin
Marek Spitczok von Brisinski, Berlin
Trainer, Seminarleiter, Coach, Supervisor, Therapeut, seit 2014 Beauftragter zu Fragen von sexualisierter Gewalt in Institutionen des Jesuitenordens

Modul II
2. bis 4. Februar 2021 (Di.-Do.)

Inhalte
Interventionsweisen der unterschiedlichen Bistümer
Institutionsstrategien
Haltung von Supervisor*innen und die Beratungspraxis
Handlungsspielräume in der Beratung

Referentin/Referent
Zum Thema Institutionsstrategien, Haltung von Berater*innen und Handlungsspielräume:
Annette Haardt-Becker, Köln
in freier Praxis tätige Supervisorin (DGSv, GwG) und Fortbildnerin, gemeinsam mit
Marek Spitczok von Brisinski, Berlin
Trainer, Seminarleiter, Coach, Supervisor, Therapeut, seit 2014 Beauftragter zu Fragen von sexualisierter Gewalt in Institutionen des Jesuitenordens

Die Module umfassen jeweils Information und Theorie, Reflexion sowie Übungssequenzen zum beraterischen Handeln.

Beide Module finden in der Thomas-Morus-Akademie im Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg statt.

Beginn ist jeweils 14.00 Uhr, Ende um 14.00 Uhr nach dem Mittagessen

Leitung

  • Ulla Stollenwerk, Erzbistum Köln, Diözesan­stelle für pastorale Begleitung, Gemeinde­referentin, Supervisorin, kirchliche Organisa­tionsberaterin, Mediatorin
  • Thomas Goltsche, Erzbistum München und Freising, Pastoralreferent, Supervisor (DGSv), Sprecher der Konferenz der Diözesanverantwortlichen für Supervision/Coaching in den deutschsprachigen Bistümern

Fachtagung für Menschen in Supervision und kirchlicher Organisationsberatung in Zusammenarbeit mit der Konferenz der Diözesanverantwortlichen für Supervision/Coaching in den deutschsprachigen Bistümern und der Bundeskonferenz Kirchliche Organisationsberatung

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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