Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0
Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0

Wasser, Eisen und Textil

240 Jahre Industriekultur im Bergischen Land

Der enorme Wasserreichtum des Bergischen Landes ließ es zu einer der ersten und bedeutendsten Industrieregionen Deutschlands werden. Schon im Mittelalter schlugen mit Wasserkraft betriebene Hämmer die aus der Erde gewonnenen Erze, mahlten Mühlen Korn und später Schwarzpulver, das als wichtiger Exportartikel im Dreißigjährigen Krieg Verwendung fand. Andere Wassermühlen rissen und zerfaserten seit eben dieser Zeit Lumpen oder Holz für die Herstellung von Papier, dem bis vor wenigen Jahrzehnten wichtigsten Datenträger überhaupt.

Ablauf

Mittwoch, 7. Oktober 2020
Busreise ab Köln (8.00 Uhr) und Bensberg (8.45 Uhr) nach Engelskirchen.

Hämmern
Der Oelchenshammer im Tal der Leppe bei Engelskirchen-Bickenbach ist einer der letzten mit Wasserkraft betriebenen Schmiedehämmer des Rheinlands. Seinen ersten Schlag machte er im Jahre 1787. Die Schmiede demonstriert anschaulich die Arbeitsbedingungen zur Zeit der Frühindustrialisierung.

Spinnen
1837 gründete Friedrich Engels sen., Vater des bekannten Gesellschaftstheoretikers und Sozialrevolutionärs, eine Baumwollspinnerei in Engelskirchen. Ende des 19. Jahrhunderts zählten Ermen & Engels zu den größten Arbeitgebern im Bergischen Land. Die erhaltenen Fabrikationsgebäude, die Villa „Braunswerth“ und die auf Initiative der Familie Engels errichtete evangelische Kirche künden von der Entwicklung der Früh- zur Hochindustrialisierung im Aggertal.

12.00 Uhr
Mittagessen im Restaurant Hardter Hof in Engelskirchen

Schmieden
Im 20. Jahrhundert übernahm die Firma Gustav Grimm den frühindustriellen und historisch sogar bis ins 15. Jahrhundert zurückzuverfolgenden Hilbertshammer in Remscheid-Lüttringhausen. Am Hilbertshammer erlernen die Auszubildenden der europaweit agierenden Firma für einige Wochen das traditionelle Schmiedehandwerk. Eine Werksführung zeigt heutige Produktionsprozesse der Freiformschmiede.

Wirken
Das Textilmanufakturwesen war schon Mitte des 18. Jahrhunderts eine der wichtigsten Vorläufer der Industrialisierung. Das Bandwirkermuseum in Wuppertal-Ronsdorf demonstriert vom 180 Jahre alten Mühlstuhl bis zum elektrisch betriebenen Bandstuhl den Übergang dieses Gewerbes in seine industrialisierte Form.

Rückreise nach Köln (ca. 18.45 Uhr) und Bensberg (ca. 19.30 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

Leistungen

Der Preis für die kulturgeschichtliche Erkundung beträgt 135,00 € und umfasst:

  • Busreise ab Köln und Bensberg sowie zurück;
  • Zwei-Gänge-Mittagessen im Restaurant Hardter Hof in Engelskirchen;
  • Werksführung mit Götz Grimm durch das Edelstahlwerk Gustav Grimm in Remscheid;
  • Führung durch Walter Abram im Bandwirkermuseum in Wuppertal-Ronsdorf;
  • Führungen und Eintritte.
.