Die gefährdeten und zerstörten Städte Syriens-Seminar in Bensberg
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Requiem für eine Hochkultur

Die gefährdeten und zerstörten Städte Syriens

Wo Ägypten, Mesopotamien und die Hethiter um ihre Grenzen stritten, bauten später die Römer die östliche Reichsgrenze zum Euphrat-Limes aus. Im Austausch zwischen der hellenistisch-römischen und der persisch-sassanidischen Welt entstanden Heiligtümer wie die Baals- und Jupitertempel von Baalbek, Palmyra und Damaskus. Die wirtschaftliche Blüte der Kaiserzeit wirkte in Syrien bis weit in das spätantik-christliche Zeitalter. Die „Toten Städte“ sind Denkmäler dieser Zeit. Mit der Ausbreitung des Islam erhält Syrien eine bedeutende Hauptstadt: Das Damaskus der Omayyaden ist das Kunstzentrum der neuen Religion im frühen Mittelalter.

Grauenvolle Nachrichten schockieren nun seit Jahren die Welt. Eine der kulturell ältesten und bedeutendsten Regionen der Erde versinkt im Chaos. Tod und Zerstörung, Flucht und Diebstahl, Ignoranz und Wahnsinn bedrohen das Welterbe und die Kulturstätten dieser Region. Es gehen die Zeugnisse uralter Zivilisationen zwischen den Strömen des Euphrat und des Tigris verloren, voran die hellenistische, römische und christliche Epoche, es leiden aber auch nicht minder zahlreiche Stätten der frühen islamischen Kultur.

Wir laden Sie ein, sich mit Dr. Andreas Thiel dieser Schätze noch einmal zu vergewissern, die vielfach schon in Trümmern liegen. Eine virtuelle Reise zu den Schönheiten, die die Wüstensteppe über Jahrtausende zum Blühen brachte.

Ihr/e Referent/in und Tagungsleitung

Samstag, 10. September 2022

14.00 Uhr
Syrien – Wiege der Menschheit
Land zwischen den Kulturen

  • Landeskunde einer Durchzugsregion:
    von den Zügen Alexanders des Großen bis zum Euphrat-Limes der Römer
  • Die griechische und die mesopotamische Kultur vermischen sich
  • Die römische Monumentalarchitektur: Baalstempel und Legionslager
  • Palmyra, das verwundete Wunder in der Wüste

16.15 Uhr
Kaffee- und Teepause

16.30 Uhr
Roms Arm reicht bis zum Euphrat
Einflüsse der römischen Herrschaft im Nahen Osten

  • Von Baal, El und Christus
  • Die Kultgebäude von Dura Europos: Synagoge und Hauskirche
  • Der Wandel im 4. Jahrhundert und der frühe Kirchenbau. Die spätrömischen Mosaiken der Antiochene
  • Die Blüte des Reiches um 500

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Tote Städte und Säulenheilige
Spuren der Religionen

  • Der verbliebene Glanz der Architektur in den nordsyrischen „Toten Städten“’
  • Das südsyrische Hauran-Massiv und seine Stätten
  • Simeon der Säulenheilige und das Kloster im Kalkgebirge
  • Der jüngere Simeon auf dem Wunderberg von Antiocheia

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 11. September 2022

ab 7.00 Uhr
Frühstück für Übernachtungsgäste

8.00 Uhr
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes in der Edith-Stein-Kapelle

9.30 Uhr
Christliche Spuren in Syrien
Der Byzantinische Osten

  • Die Pilgerstadt Resafa Sergioupolis in der Wüste bei Aleppo und die justinianische Grenzfeste Zenobia
  • Das 6. Jahrhundert im syrischen Raum
  • Der Niedergang der Region durch die Perserkriege am Ende der Antike

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Die Religion aus der Wüste
Die Vorherrschaft des Islam in Syrien

  • Der Arabersturm
  • Die Omayyaden-Dynastie von Damaskus
  • Die Wüstenschlösser in Syrien und Jordanien
  • Die große Moschee von Damaskus
  • Letzte Erinnerungen an die Antike im frühmittelalterlichen Islam
  • Das zerstörte Stadtkunstwerk Aleppo: Erbe der Omayyaden

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende des Seminars

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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