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Pietät und Bürgerstolz

Kölner Familienstiftungen

Kölner Kirchen sind nach wie vor – trotz der Verwerfungen der Franzosenzeit und der Zerstörungen des Weltkriegs – voller Spuren vergangenen Bürgerstolzes. Die Kölner Familien Hackeney, Hirtz, Hardenrath und Rinck haben im 15. Jahrhundert Familienkapellen, Seelenmessen und grandiose Kunstwerke gestiftet, die sich oft an der höfischen Kultur des benachbarten Burgunds orientieren. Ein Rundgang durch die Kölner Kirchen und das Wallraf-Richartz-Museum macht die oft aufregenden Geschichten dieser Familien und die berückende Schönheit ihrer Stiftungen erlebbar.

Mittwoch, 5. Mai 2021
Treffpunkt vor der Kirche St. Maria im Kapitol in Köln (9.00 Uhr).

St. Maria im Kapitol
In der Kirche Sankt Maria im Kapitol befindet sich ein imposanter Lettner, der unter anderem durch zwei Mitglieder der Goldschmiede- und Bankiersfamilie Hackeney gestiftet wurde. Die Künstler stammten aus dem benachbarten Burgund, vom Hof der Statthalterin Margarete von Österreich. Direkt daneben befindet sich eine üppig ausgestattete Kapelle der Bürgermeisterfamilie Hardenrath, die ebenfalls einen später für Kaiser Friedrich III. tätigen Bildhauer engagiert hatte. Am gegenüberliegenden Ende der Kirche liegt eine Kapelle der Familie Hirtz, die schon im 14. Jahrhundert zum Patriziat der Stadt gehört hatte.

Overstolzenhaus und Wallraf-Richartz-Museum
Das Kölner Overstolzenhaus wurde um 1225 für eine der wichtigsten Kölner Patrizierfamilien errichtet. Es ist das älteste noch benutzte mittelalterliche Haus der Stadt Köln und zeichnet sich durch die Pracht seiner Fensterbögen und seines Treppengiebels sowie Ritterfresken im Inneren aus. Im Wallraf-Richartz-Museum dokumentieren Schlüsselwerke des Mittelalters das Mäzenatentum u.a. der Familien Hackeney, Neuenahr und Rinck.

St. Ursula
In Sankt Ursula unterstützte die Familie Hirtz den Bau und die Ausstattung einer besonders großen Kapelle. Im 17. Jahrhundert stiftete der kaiserliche Rat Johan von Crane ein Ursulagrab und die goldene Kammer neu. Das religiöse Mäzenatentum wurde also in die Barockzeit weitergeführt, so gülden und reliquienlastig wie ehedem.

Ende der Veranstaltung an der Kirche St. Ursula in Köln (ca. 17.00 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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