KulturDinner Spanien in Bensberg
© unsplash.com, gemeinfrei

Hispania Antiqua

Kultur und Küche der Iberischen Halbinsel

Hispanien, die Iberische Halbinsel mit ihren Archipelen der Balearen und der Kanaren, ist uns fremder als wir gemeinhin glauben. Das liegt zuerst an der Historie der Region, die von langer Herrschaft des Berberischen Islam aus Nordafrika weiß, aber auch an der Weite des Landes selbst, dessen Gebirge, Hochebenen und Küsten nur schwer zu bewältigen sind. Der Camino Santiago, die Wallfahrt quer durch Nordspanien zum Apostelgrab in Galizien, war ersehnt und gefürchtet das ganze Mittelalter hindurch. Kastilien, das Zentrum der Halbinsel, wird durch eine Fülle an gotischen Burgen und Kathedralen geprägt, während jenseits der Sierra der fremdartige Süden liegt, der erst 1492, zu Beginn der Neuzeit, von den christlichen Königen zurückerobert werden konnte. Daher sind romanische und gotische Kunst in Hispanien auch durch den Einfluss des Islam aus dem Süden völlig einzigartig.
Ähnliches gilt für die Küche des Landes. Entlang der Küsten von Biskaya, Atlantik und Mittelmeer werden die Schätze des Meeres auf den Tafeln ausgebreitet, im Hirtenland der Gebirge und in den bäuerlichen Weiten der Ebenen dominieren Fleisch und Eintöpfe, grobe Kost vom Rost und aus dem Tiegel. Die islamische Kultur des Südens verfeinert wie in der Kunst, so auch in der Küche das ländliche Hispanien: Datteln und Feigen geben süß-fruchtige Noten, Zucker und Mandeln kommen zusammen zum feinsten Marzipan, exotische Gewürze von den Märkten Afrikas und Asiens bereichern die Kost. Und der Safran, ein Juwel unter den Gewürzen, schlägt sogar Wurzeln in der Erde Kastiliens.

Wir laden Sie ein, mit Dr. Andreas Thiel und dem Küchenteam des Kardinal Schulte Hauses auf eine Entdeckungsreise von Nord nach Süd über die Iberische Halb-insel.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Ihr/e Referent/in

Freitag, 12. Mai 2023

18.00 Uhr
Herzlich willkommen

Aperitif und Vorspeise
Brot, Oliven, spanischer Käse, Eier-, Wurst- und Schinkenspezialitäten
Gedichte aus dem Alten Spanien

Apocalipsis cum figuris
Im gebirgigen Norden Spaniens, in Asturien, Galizien und Kantabrien entstehen im Frühen und Hohen Mittelalter Meisterwerke der Buchkunst. Der Mönch Beatus von Liebana kommentiert bereits im 8. Jh. die Offenbarung des Johannes, seine Texte werden in den Skriptorien der Klöster vielfach kopiert und bis ins 10. Jh. farbenfroh illuminiert. So erstrahlen der Untergang der Welt und das Himmlische Jerusalem in leuchtender Chromatik, eine einzigartige, rein hispanische Spielart der Buchmalerei.

Gazpacho Andaluz

Los Reyes Católicos
Gegen Ende des 15. Jh. erblüht eine reiche spanische Spätgotik unter Isabella I. von Kastilien und Leon und Ferdinand II. von Aragon und Navarra. Das königliche Paar erobert Andalusien mit Granada, sendet Columbus gen Westindien und vereint die Teilreiche Hispaniens zur kommenden Weltmacht. Es sind die Großeltern Kaiser Karls V. Beide stiften Klöstern und Kathedralen in Kastilien: herrliche Ausstattungen, Lettner, Monstranzen und dynastische Grablegen in faszinierend fragilen spätgotischen Formen.

Hauptgang
Spanferkel mit geschmortem Gemüse und Kartoffeln

Vegetarischer Hauptgang
Kartoffel mit grünem Spargel gefüllt und Schmorgemüse

Die Häuser sind den Augen eine Lust
Im frühen 8. Jh. dringt der Islam in Hispanien ein, um für fast 800 Jahre dessen Kultur zu prägen. Herrlich sind bereits die Paläste und Moscheen der Kalifen von Cordoba aus dem 10. Jh., doch werden diese noch übertroffen von der Schönheit der Al Hambra, der Akropolis von Granada. Der geometrische sowie florale Wandschmuck in Marmor und Stuck überwältigt das Auge und blumige Inschriften preisen die Räume, Höfe und Gärten aus dem 14. Jh. Es ist das Wunder von Al Andaluz, Spaniens Süden.

Spanische Dessertvariation & Kaffee
Gedichte aus dem Alten Spanien

21.15 Uhr
Ende der Veranstaltung

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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