Münchens-Kunstszene-von-1850-bis-1914-Ferienakademie-der-Thomas-Morus-Akademie-Bensberg
© München Tourismus

Zwischen Tradition und Moderne

Münchens Kunstszene von 1850 bis 1914

Zwischen 1850 und 1914 galt München als eines der wichtigsten europäischen Kunstzentren. Im Umfeld der Akademie der bildenden Künste mit ihren zahlreichen internationalen Studierenden entstand im 19. Jahrhundert die sogenannte Münchner Malerschule. Dass akademische Malerei nicht langweilig sein muss, belegen die Werke und Marktstrategien des Münchner Malerfürsten Franz von Lenbach, der am Königsplatz residierte. Ein weiterer Absolvent der Akademie war Franz von Stuck, der Ende des 19. Jahrhunderts die Münchner Secession („Abspaltung“) mitbegründete. Damit war in München ein wichtiger Meilenstein für die Verbreitung internationaler moderne Kunst gesetzt worden. Und schon kurze Zeit später formierte sich in München die Neue Künstlervereinigung München (N.K.V.M), eine Gruppe expressionistischer Kunstschaffender, aus der 1911 der „Blaue Reiter“ hervorgehen sollte. Dessen Verständnis von Kunst formulierten Wassily Kandinsky und Franz Marc: „Das ganze Werk, Kunst genannt, kennt keine Grenzen und Völker, sondern die Menschheit.“
Die Ferienakademie geht diesen verschiedenen Entwicklungen nach und beleuchtet vor den relevanten Kunstwerken sowohl den kometenartigen Aufstieg einiger Künstler als auch die radikalen Umbrüche der avantgardistischen Kunstströmungen. Neben den Künstlerinnen und Künstlern kommen auch andere Akteure der Zeit – Kunsthändler und -verleger sowie adelige und neureiche Sammler – zu Wort. Bei Stadtspaziergängen werden Ausstellungs- und Aufbewahrungsorte erkundet und die Ziele, Strategien und Wirkungen der Kunstszene erörtert.

Mittwoch, 4. Mai 2022
Individuelle Anreise zum Hotel Erzgiesserei Europe**** in München.
16.00 Uhr
Begrüßungskaffee und Einführungsvortrag zur besonderen Rolle Münchens als europäisches Kunstzentrum zwischen 1850 und 1914.

Donnerstag, 5. Mai 2022
Der Münchner Malerfürst Franz von Lenbach
Den Programmauftakt bildet der Besuch in der Villa des Münchner Malerfürsten Franz von Lenbach (heute Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau). Franz von Lenbach (1836–1904) war der Inbegriff eines erfolgreichen Künstlers. Ende des 19. Jahrhunderts spielte er eine wichtige Rolle in Münchens Kunstszene und Gesellschaft. Aus einfachen Verhältnissen stammend, stieg Lenbach zu den höchsten Kreisen auf und führte ein öffentlichkeitswirksames Leben in seiner prachtvollen Villa am Königsplatz. Die dort rekonstruierten historischen Räume vermitteln einen Eindruck dieses gründerzeitlichen Lebens und dokumentieren den Kunstgeschmack der Zeit, der aber bald aus der Mode kam. Die Begegnung mit Münchens Kunstszene des 19. Jahrhunderts vertiefen Blicke auf die unterschiedlichen Richtungen der akademischen Malerei in den Sammlungen der Pinakothek.

Freitag, 6. Mai 2022
Auf den Spuren der Münchner Secession
Bereits Ende des 19. Jahrhundert bildeten sich in vielen Ländern Europas modernistische Tendenzen aus. Im Jahr 1892 vollzog eine Gruppe bildender Künstler die Abspaltung von der konservativen Münchner Künstlergenossenschaft: die Münchner Secession war geboren. Eine der führenden Persönlichkeiten dieser Vereinigung war Franz von Stuck (1863–1928), der heute als Vertreter des Jugendstils und des Symbolismus gilt. Stuck stand zwischen Tradition und Moderne: dem Status als Malerfürst und der Neupositionierung im 20. Jahrhundert. Am Beispiel einiger seiner berühmtesten Werke und der prachtvollen Villa (heute Museum Villa Stuck) werden seine modernen und oft skandalträchtigen Themen und Ausdrucksformen vorgestellt. In Münchens Kunstsammlungen sind neben Stuck weitere Künstler der Münchner Secession vertreten, etwa Lovis Corinth.

Samstag, 7. Mai 2022
Der „Blaue Reiter“
Anfang des 20. Jahrhunderts suchten Kunstschaffende nach neuen Ausdrucksformen und Werten in der Kunst und schufen mit ihrer Kunstauffassung die Grundlagen für die Befreiung der Malerei. Die in München lebenden Russen Wassily Kandinsky (1866–1944) und Alexej von Jawlensky (1864–1941) gehörten, zusammen mit der Münchnerin Gabriele Münter, zu den Gründungsmitgliedern der expressionistischen Neuen Künstlervereinigung München. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über künstlerische Zielsetzungen,ging daraus 1911 der „Blaue Reiter“ hervor, eine der wohl berühmtesten und bedeutendsten Künstlergruppen überhaupt. Sie vereinte verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten bis zur Abstraktion, mit dem Ziel, eigene Vorstellungen und Seelenzustände wiederzugeben.
Die Sammlungen in München sind im Besitz einiger der Schlüsselwerke dieser Gruppe. Der Streifzug durch Münchens Kunstszene endet, wo er begonnen hat: im Lenbachhaus. Doch diesmal gilt die Aufmerksamkeit der einzigartigen Sammlung von Werken des „Blauen Reiters“, die Gabriele Münter der Städtischen Galerie vermacht hat. Hier lassen sich noch einmal die künstlerischen Strömungen Münchens Revue passieren.

Sonntag, 8. Mai 2022
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes.
Servus, München!
Nach einem letzten Spaziergang beginnt die individuelle Heimreise.

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

.