Faszinierendes Andalusien

Juden, Christen und Mauren in Südspanien

Andalusiens märchenhaft wirkenden Städte Sevilla, Córdoba, Granada und Ronda legen in besonderer Weise beredtes Zeugnis ab von der mittelalterlichen Epoche der Convivencia: von der einstigen friedlichen Koexistenz von Juden, Christen und Muslimen.
Angesichts dieses bis heute eindrucksvollen architektonischen und literarischen Erbes laden wir Sie herzlich ein, mit dem Religions- und Islamwissenschaftler Matthias Franze, der seit vielen Jahren in Andalusien lebt, Spuren religiöser Toleranz zu folgen und zu deuten: Welche Monumente, Stadtteile, Straßenzüge, Verzierungen … zeugen von jener Zeit? Was prägte hier einst das Zusammenleben von Angehörigen der drei Buchreligionen? Welche gesellschaftlichen und auch religiösen Gegebenheiten ermöglichten dieses relativ friedliche Miteinander?
Antworten auf diese und weitere Fragen bietet Ihnen diese Ferienakademie ebenso wie Sie die Landschaftsvielfalt sowie Küche und Keller Andalusiens erleben werden.

Wenn Sie mehr über Matthias Franze sowie über seine Sicht Andalusiens erfahren möchten, so lesen Sie das Interview mit ihm und schauen sich seine Präsentation in unserer „Akademie in den Häusern“ an.

Mittwoch, 4. November 2020
¡Bienvenidos a Andalucía!
Flug mit Lufthansa von Frankfurt/Main (11.55 Uhr) nach Málaga (14.50 Uhr) sowie Empfang durch Matthias Franze. In der quirligen Stadt Málaga bietet ein Spaziergang Eindrücke von der Kathedrale, die aufgrund ihres fehlenden Südturms im Volksmund auch La Manquita („Die Einarmige“) genannt wird. Er führt auch vorbei am Picasso-Museum und zur Alcazaba-Burg. Ziel der Fahrt entlang der Axarquía-Küste ist später das Hotel Villa Flamenca***.

Donnerstag, 5. November 2020
Granada: Symbol für das maurische Andalusien
Über die wenig befahrene und spektakuläre Bergstraße der Sierra Almijara wird Granada erreicht, wo die maurische Kultur ihre letzte Blütezeit vor der Reconquista erlebte. Der Spaziergang führt durch das lebendige Albaicín-Viertel. Interessant ist auch die Madrasa, die 1349 von Yusuf I. gegründete Koranschule und Universität Granadas, an der Recht, Medizin und Mathematik unterrichtet wurden. Weitere Akzente setzen die Besuche des von den Nasriden erbauten Corral del Carbón („Kohlenhof“) sowie des früheren Seidenmarktes.

Freitag, 6. November 2020
Granada: Faszination Alhambra
Heute steht vor allem die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt im Zentrum des Interesses: Die Alhambra fasziniert mit der weitläufigen reich ausgestatteten Palastanlage der nasridischen Könige und gilt als Höhepunkt der islamischen Baukunst. Unvergessen bleiben unter anderem auch die Eindrücke von den zahlreichen Innenhöfen, darunter der bekannte „Löwenhof“, und den arabischen „Paradies-Gartenanlagen“ des Generalife. Nach Rückeroberung durch die katholischen Könige Isabella I. und Ferdinand II. entstand auf der Alhambra der Palast Karls V., für den Teile der ursprünglichen Nasridenpaläste abgerissen wurden. Zurück in der Innenstadt, lohnen Besuche der Kathedrale und der Capilla Real, die als Grabkapelle der katholischen Könige nach der Rückeroberung Spaniens von den Arabern errichtet wurden.

Samstag, 7. und Sonntag, 8. November 2020
Córdoba und die Blüte von al-Andalus
Nach einer Fahrt durch endlos scheinende Ölbaumhaine wird Córdoba erreicht, wo einst al-Andalus seine politische und kulturelle Blüte erlebte. Unterbrochen wird die Fahrt durch einen Besuch bei einer traditionellen Ölmühle im Familienbetrieb (Besichtigung und Tapas-Mittagessen). Auch wenn nur Ruinen erhalten sind, lohnt auch ein Stopp bei der ehemaligen Residenzstadt der omayyadischen Kalifen Medinat Az-Zahra.
Córdoba: Im Spiegel maurischer und jüdischer Kultur
Die heutigen Etappen der Erkundungen verdeutlichen, wie das Erscheinungsbild der Stadt durch maurische und jüdische Einflüsse geprägt ist. Beredte Zeugnisse sind u. a. die Mezquita-Catedral de Córdoba sowie die Juderia, das ehemalige Judenviertel mit der Synagoge und der kleinen Casa Andalusí. Ziel des Weges durch die östliche Altstadt ist das Erinnerungszentrum Casa de Sefarad, wo der Vortrag eines andalusischen Historikers weitere Aufschlüsse über jene Blütezeit bietet. (Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes)

Montag, 9. und Dienstag, 10. November 2020
Sevilla: „Königin Andalusiens“
Durch das Tal des Flusses Guadalquivir erfolgt die Fahrt nach Sevilla, wo später der Spaziergang an der Plaza América startet und durch den María-Luisa-Park bis zur imposanten Plaza de España führt, auf der farbenfrohe Kacheln Szenen der spanischen Geschichte widerspiegeln. Ziele sind auch das Hospital de la Caridad mit einer Kirche, die als barockes Gesamtkunstwerk konzipiert wurde, der weitläufige Alcázar-Palast, der von maurischen Architekten für einen christlichen König erbaut wurde und Elemente des Mudéjar-Stils sowie der Gotik vereint, sowie die drittgrößte Kathedrale der Welt mit dem berühmten Giralda-Turm. Auch die Architektur des Pilatus-Hauses, des schönsten Zivilpalastes der Stadt, ist „typisch andalusisch“.

Mittwoch, 11. November 2020
Über Jerez de la Frontera nach Cádiz
Die Fahrt in die „Stadt des Lichtes und des Windes”, wird in Jerez de la Frontera unterbrochen, die als „Stadt der Pferde und des Weines“ gilt. So darf hier die Besichtigung eines Sherry-Weinkellers inklusive Weinverkostung nicht fehlen. Später zeigt der Spaziergang in Cádiz die Altstadt, die weithin sichtbare Catedral Nueva auf dem Domplatz, das Oratorium San Felipe Neri, das ehemalige Frauenhospital, auf dessen Außenfassade die Vorgaben der bürgerlichen Architektur des frühen 18. Jahrhunderts abgebildet sind, und den Torre Tavira.

Donnerstag, 12. und Freitag, 13. November 2020
Über die Route der Weißen Dörfer nach Málaga
Vom Atlantik geht es über die Route der Weißen Dörfer ins malerisch auf einem Felsplateau gelegene Ronda, das auch Literaten wie Rainer Maria Rilke oder Ernest Hemingway faszinierte. Hier beginnt der Rundgang bei der berühmten Brücke über die Guadelevín-Schlucht, führt an der Stierkampfarena vorbei nach Santa María la Mayor sowie zum eindrucksvoll gelegenen modernistischen Don Bosco-Haus, das direkt am Felsen über der 100 m tiefen Schlucht El Tejo erbaut wurde. Nach einem Stopp in San Pedro de Alcántara wird in Málaga das zentral gelegene Hotel Molina Lario**** erreicht.
¡Hasta luego Andalucía!
Nach Gelegenheit für eigene Erkundungen startet der Rückflug mit Lufthansa von Málaga (15.40 Uhr) nach Frankfurt/Main (18.40 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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