Die Sandale
In unserer Sommerreihe „Sommer der Nebensachen“ schauen wir auf Alltagsdinge, die viel älter und bedeutungsvoller sind, als sie auf den ersten Blick wirken.
Die Sandale ist der sommerlichste aller Schuhe. Offen, leicht, unkompliziert – und doch kulturgeschichtlich erstaunlich belastbar.
Schon in der Antike gehörten Sandalen zum Alltag. Sie schützten den Fuß, ohne ihn einzusperren. Auf Bildern und Skulpturen begegnen sie uns an Göttern, Soldaten, Philosophen und Reisenden. Auch in biblischen Erzählungen spielen Sandalen eine Rolle: Sie stehen für Aufbruch, Demut, Weg und Bodenhaftung.
Die Sandale ist ein Schuh der Nähe zur Erde. Man spürt Staub, Stein, Wärme und Weg. Vielleicht passt sie deshalb so gut zum Sommer: Sie macht den Gang leichter und erinnert daran, dass Fortbewegung nicht immer Eile bedeuten muss.
Heute ist sie Mode, Urlaubssymbol und Alltagsbegleiterin. Aber in jeder Sandale steckt noch ein wenig Antike, ein wenig Pilgerschaft und ein wenig Freiheit.
Pia von Boeselager – Referentin Öffentlichkeitsarbeit, Thomas-Morus-Akademie Bensberg










