Der Brunnen
In unserer Sommerreihe „Sommer der Nebensachen“ rücken wir Dinge in den Mittelpunkt, die oft übersehen werden – obwohl sie seit Jahrhunderten unser Leben verschönern.
Ein Brunnen ist im Sommer mehr als Stadtmöbel. Er ist Versprechen: von Kühle, Bewegung, Leben. Wo Wasser plätschert, bleibt man stehen. Man hört anders, atmet anders, schaut anders.
In Städten waren Brunnen lange lebensnotwendig. Sie versorgten Menschen und Tiere mit Wasser, waren Treffpunkte, Nachrichtenbörsen und Orte des Alltags. Gleichzeitig wurden sie zu Bühnen der Repräsentation: Mit Figuren, Wappen, Heiligen oder antiken Göttern erzählten sie von Macht, Glauben und städtischem Selbstbewusstsein.
Der Brunnen verbindet das Praktische mit dem Poetischen. Er löscht Durst, aber er schmückt auch Plätze. Er erinnert daran, dass Wasser nie selbstverständlich war – und dass eine Stadt ohne Wasserklang ärmer klingt.
Gerade im Sommer entfaltet der Brunnen seine stille Magie. Er lädt nicht ausdrücklich ein. Aber wer an ihm vorbeikommt, bleibt meist doch einen Moment länger.
Pia von Boeselager – Referentin Öffentlichkeitsarbeit, Thomas-Morus-Akademie Bensberg



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