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„Wilhelm Meisters Lehrjahre“ und „Wilhelm Meisters Wanderjahre“

Goethes Romane als Spiegel eines Epochenwandels

Goethes Romane sind in einer historischen Situation entstanden, in der sich Vormoderne und Moderne begegnen. Wird in den „Lehrjahren“, noch im 18. Jahrhundert geschrieben und veröffentlicht, ein Ideal menschlicher Bildung entworfen, das sich in einer harmonischen Verbindung von Bürger- und Adelsgesellschaft entfalten soll, so ist in den „Wanderjahren“, in erster Fassung 1821, erweitert und verändert 1829 erschienen, derlei Harmonie nicht mehr wahrzunehmen. In diesem Roman werden aktuelle Bedrohungen durch eine bürgerlich-kapitalistische Moderne signalisiert, wird erzählerische Geschlossenheit von einer multiperspektivischen Darstellung abgelöst. Hatte der Romantiker Friedrich Schlegel Goethes „Lehrjahre“ noch unter die „größten Tendenzen des Zeitalters“ eingereiht, so stießen die „Wanderjahre“ auf ein überwiegend ablehnendes Echo. Als literarische Diagnose der anbrechenden Moderne und als Zeugnis von Goethes ironisch-doppelbödigem Altersstil verdienen sie gleichwohl unsere große Aufmerksamkeit.

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