© Pixabay, gemeinfrei
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„Utopie und Untergang“

Kunst in der DDR: Themen, Protagonisten, Politik

30 Jahre nach dem Fall der Mauer widmet sich der Kunstpalast in Düsseldorf mit einer großen Ausstellung der Kunst aus der DDR. Diese wurde bis 1990 in der Bundesrepublik häufig gezeigt, danach aber eher kritisch betrachtet, weil einige Kunstschaffende mit dem Staat eng verbunden waren. Andere wiederum rieben sich an den strengen Vorgaben des Sozialistischen Realismus. Ihre künstlerischen Strategien entwickelten sie oft unter Druck: zurückgezogen wie Carlfriedrich Claus und Gerhard Altenbourg oder in rebellischem Widerspruch zum Staat wie A. R. Penck und Cornelia Schleime.

Wie zahlreiche andere Künstlerinnen und Künstler mit DDR-Biografie wurde Penck später Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. Punkig-expressive Frauenfiguren von Angela Hampel, existenzialistische Gemälde Michael Morgners und abstrakte Arbeiten des „Patriarchen der Moderne“ Hermann Glöckner zeigen die stilistische Vielfalt. Wie haben die Künstlerinnen und Künstler ihren eigenen Weg gefunden, zwischen Anpassung an die Staatsideologie oder im stillen Widerstand, zwischen Utopie und Untergang? Auf welche Weise wurde die Kunst aus der DDR im Westen rezipiert? Welche Konsequenzen hatte die Rezeption für die Kunstschaffenden im Osten?

Leistungen

Der Preis für die Veranstaltung beträgt 69,00 € pro Person und umfasst:

  • Tagungsbeitrag,
  • Mittagsimbiss,
  • Mineralwasser und Kaffee,
  • Kaffee-/Teepause am Nachmittag,
  • Eintritt und 60-Minuten-Führung in Gruppen durch die Ausstellung im Kunstpalast.
Ablauf

Freitag, 29. November 2019

11.30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Andreas Würbel, Thomas-Morus-Akademie Bensberg

„Utopie und Untergang"
Kunst in der DDR
Gespräch über die Entstehung der Ausstellung mit
Steffen Krautzig, Kurator der Ausstellung „Utopie und Untergang“, Kunstpalast, Düsseldorf

12.00 Uhr
Hirnfinger. Oder: Mir fehlen Kabelbinder.
Cornelia Schleime und Carlfriedrich Claus zwischen Schrift und Bild, Fläche und Raum
So wie sich Carlfriedrich Claus als „experimentelle Existenz in experimenteller Arbeit“ verstand und durchgängig als „Hirnschreiber“ (nicht-)lesbarer „Sprachblätter“ auf transparenter Fläche agierte, so ist das Werk der Künstlerin Cornelia Schleime verschiedensten Wandlungen in Material und Medium unterworfen. Auf diese Weise wird die Eigenwilligkeit zweier Künstlerinnen und Künstler deutlich, die zwischen Schrift und Bild, Fläche und Raum wechselt.
Dr. Verena Meis, Literaturwissenschaftlerin, Dramaturgin und Autorin, Düsseldorf

13.00 Uhr
Gang zum Restaurant PONG

13.15 Uhr
Mittagsimbiss im Restaurant PONG

14.30 Uhr
Von der documenta bis zum Mauerfall
Kunst aus der DDR im Westen
Die Teilnahme von Kunstschaffenden aus der DDR an der documenta 6 löste 1977 in der Bundesrepublik große Diskussionen aus. Zur gleichen Zeit erwarb der Aachener Sammler Peter Ludwig die ersten Kunstwerke aus der DDR. Bis zum Fall der Mauer wurden im Westen zahlreiche Ausstellungen einer kleinen Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern gezeigt. Doch in den letzten 30 Jahren war in der DDR entstandene Kunst in der alten Bundesrepublik kaum mehr zu sehen. Wie stellte sich das Beziehungsgeflecht zwischen Kunst, Politik und Markt anhand von Kunstwerken dar, die oft Stellvertreterrollen im deutsch-deutschen Bilderstreit einnahmen.
Georg Herzberg, Freier Kurator, Kunsthistoriker und Philosoph, Düsseldorf

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause im Museum

16.00 Uhr
„Utopie und Untergang"
Kunst in der DDR
Führung in Gruppen durch die Sonderausstellung im Kunstpalast, Düsseldorf

17.00 Uhr
Ende der Veranstaltung und Gelegenheit zum individuellen Besuch der Ausstellung bis 18 Uhr.

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.