San Francesco in Assisi-Seminar mit Dr Thiel in Bensberg
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Die Schatzkammer des Bettelordens

San Francesco in Assisi

Mit dem Heiligen Franziskus von Assisi (geboren als Giovanni di Pietro di Bernardone 1181 oder 1182, gestorben 1226) tritt in der mittelitalienischen Landschaft Umbrien zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine der bedeutendsten und wirkmächtigsten Gestalten der Kirchengeschichte in Erscheinung. Diesem Umstand tragen die folgenden Generationen Rechnung, indem sie die Grablege des „Poverello“ mit einer Kirche schmücken, die eine Schatzkammer der Künste genannt werden muss. Die ersten Meister aus Rom, Florenz und Siena malen sie vollständig aus. Giotto entwickelt kurz vor 1300 die Ikonographie zu Leben und Werk des Franziskus in engem Zusammenklang mit den Legendentexten.

Von Assisi strahlen Klosterarchitektur und Malerei rund 250 Jahre lang erst auf Mittel­italien, schließlich auf ganz Europa aus.

Wir laden Sie ein, mit Dr. Andreas Thiel in die Bildwelten des berühmten Klosters und seiner künstlerischen Umgebung einzutauchen.

Ihr/e Referent/in

Samstag, 5. November 2022

14.00 Uhr
Die Heimat
Landschaft und Geistesgeschichte
Das umbrische Hügelland zwischen Apennin und Trasimenischem See ist die Heimat des Franz von Assisi. Kleine, aber selbstbewusste und reiche Städte, bedeutende Benediktinerklöster im „Valle Umbra“ und die Rivalität zwischen Perugia und Assisi prägen das Land. Von hier strahlt das neue Frömmigkeitsideal nach Norden in die Toskana und nach Süden in das päpstliche Rom aus.

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr
Franziskus‘ Erbe
Das Kloster in Assisi
Nach dem Tod des Gründers lebt der Orden der Franziskaner kraftvoll weiter. Es entstehen die ersten Kirchenbauten für den Heiligen Franziskus in Assisi und ganz Mittelitalien. Neue Bauformen aus der südfranzösischen Gotik bestimmen das Bild ebenso wie die Notwendigkeit, gewaltige Pilgerströme zum Grab zu bringen und auf weiten Plätzen zu ihnen über Leben und Wirken des Heiligen zu predigen. In den Kirchen werden von Florentinischen und Römischen Meistern die Glaubenswahrheiten von der Erschaffung der Welt bis zum Jüngsten Gericht an Wände und in Gewölbe gemalt – 250 Jahre vor der Sixtinischen Kapelle.

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Ins Bild gebracht
Leben und Legenden
Die Ausstattung der Grabeskirche durch den „Franziskusmeister“ formuliert bereits um 1270 einen großen Zyklus mit Szenen aus Leben und Wirken des Heiligen. Doch erst das Genie des jungen Giotto findet gegen 1290 zu jenen Bildformeln, die die Vorstellung vom Heiligen Franziskus, vermittelt durch die Legendentexte des 13. Jahrhunderts, in die gesamte abendländische Welt hinaustragen.

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 6. November 2022

ab 7.00 Uhr
Frühstück für Übernachtungsgäste

8.00 Uhr
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes in der Edith-Stein-Kapelle

9.30 Uhr
Theologie und Botschaft
Bilderwelten zum Heiligen Franziskus
Neben dem Lebenszyklus und anderen, allgemein bekannten Themen wie Jugend und Passion Christi, formulieren die Künstler in Assisi erstmals auch „dogmatische“ Bilder zur franziskanischen Theologie von Armut, Keuschheit und Glorie des Heiligen. Damit nimmt die Kunst Stellung im spätmittelalterlichen Streit um den Reichtum der Kirche. Gleichzeitig aber entstehen in den Kapellen Assisis „aristokratische“ Bildzyklen, die das ritterliche Ideal der Epoche widerspiegeln.

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Giottos Erben
Wirkungen der Kunst in Assisi
Giottos Bildideen prägen nicht nur seine Schüler, die weite Teile der Unterkirche in Assisi ausstatten, sondern wirken darüber hinaus über fast zwei Jahrhunderte weiter: Den Sieneser Meistern des gotischen 14. Jahrhunderts dienen sie ebenso zur Vorlage wie den Florentiner Malern der Frührenaissance.

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende des Seminars

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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