Auf dieser Kulturreise geht es nach Schleswig-Holstein.
Achim Scholty, Pixabay, gemeinfrei

Land zwischen den Meeren

Vielfältiges Schleswig-Holstein

Laut dem 1460 geschlossenen Vertrag von Ripen sollten die Herzogtümer Schleswig und Holstein „up ewig ungedeelt“ sein. Die Geschichte hat sich über Vertragswerk und Herzogtümer hinweggesetzt, wie das nun einmal ihre Eigenart ist. Heute befinden sich die historischen Lande beiderseits der deutsch-dänischen Grenze. Umstritten war diese häufig. So war das Land zwischen den Meeren deutschen und dänischen Einflüssen ausgesetzt und hat sich doch eine ganz eigene Prägung zu geben gewusst. Mit seiner Geschichte wollen wir uns auf dieser Reise auseinandersetzen, mit ihren Zeugnissen seit früher Besiedelung, aber auch mit dem Naturraum sowie eng mit der Region verbundenen Künstlern und Literaten.

Freitag, 2. Juli 2021
Moin! Willkommen im Norden
Individuelle Anreise nach Lübeck.
Begrüßungs-Aperitif im Hotel und gemeinsames Abendessen.

Samstag, 3. Juli 2021
Lübeck – Königin der Hanse
Ein gut erhaltenes Stadtbild zeichnet Lübeck aus, das noch heute von den Kirchtürmen geprägt wird. Die alte Hansestadt an der Trave erschließt sich bei einem Stadtrundgang mit ihren romantischen Straßen und Gängen. Die Lage des Domes im Süden zeigt, dass der Bischof nicht die Hauptrolle in der Stadt spielte, die Bürger waren es. In ihrer Marienkirche, errichtet am höchsten Punkt der Stadt, spiegeln sich ihr Stolz und Wohlstand. Im Museum St. Annen sind wichtige Kunstschätze versammelt. Gleich drei Nobelpreisträger sind mit der Stadt verbunden: Thomas Mann, Willy Brandt und Günter Grass. Vom Wasser aus, bei einer Bootsfahrt auf der Trave, ergeben sich noch einmal völlig andere Blicke auf die Königin der Hanse.

Sonntag, 4. Juli 2021
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes.
Hinaus aufs Land
Die alte Residenzstadt Eutin wartet mit einer Lage auf, die ihresgleichen sucht. Umgeben von Seen, inmitten von Parkanlagen liegt das Schloss, das zu den eindrücklichsten in Schleswig-Holstein gehört. Im Rahmen der Landesgartenschau 2016 wurde das Areal neu gestaltet und lädt heute zum Schauen und Verweilen ein. Das ehemalige Benediktinerinnen-Kloster Preetz zählte einst zu den bedeutendsten in ganz Schleswig-Holstein. Die Nonnen entstammten den ehrbarsten Geschlechtern des Landes. Der Nord-Ostsee-Kanal verbindet die beiden Meere, an denen Schleswig-Holstein liegt, und erinnert auch im Binnenland an die weite Welt, wenn Ozeanriesen sich an kleinen Dörfern vorbeischieben. Für den Landverkehr stellt seine Fahrrinne ein beachtliches Hindernis dar. In Rendsburg hat man sich durch eine Eisenbahnbrücke geholfen, die zu den herausragendsten technischen Denkmalen Deutschlands gehört.

Montag, 5. Juli 2021
Die Nordsee und Emil Nolde
Die schleswig-holsteinische Nordseeküste präsentiert sich durch das weite Watt mit seinen Inseln und Halligen. Auf einer Fährfahrt zur Insel Föhr lernt man diesen Naturraum kennen. Ein Bummel auf der Insel führt zur alten Kirche St. Nicolai, die aus dem 13. Jahrhundert stammt und sich recht farbenfroh präsentiert. Nicht weniger sehenswert ist der Friedhof mit seinen sprechenden Grabsteinen. In Seebüll erinnert ein Museum an Emil Nolde, der hier lebte und arbeitete. Während der NS-Zeit malte der Expressionist seine „Ungemalten Bilder“. Noldes Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus ist jedoch zwiespältig. Keineswegs war er jener Oppositionelle, zu dem er sich nach dem Krieg geschickt stilisierte.

Dienstag, 6. Juli 2021
Zeitreisen
Malerisch an der Schlei liegt Schleswig. Der dortige Dom und die beschauliche ehemalige Fischerinsel Holm laden zu einem Spaziergang ein. Schloss Gottorf, die größte Barockanlage in Schleswig-Holstein, präsentiert mit seinen Sammlungen die Kunst- und Kulturgeschichte des Landes. Noch weiter in die Vergangenheit führen die archäologischen Fundorte im Wikingerdorf Haithabu. Sie zeugen von der merkantilen Bedeutung der Region als Drehscheibe für einen Handel, der Skandinavien mit West- und Südeuropa verband.

Mittwoch, 7. Juli 2021
Deichgrafen und Schimmelreiter
Das Watt vor der Westküste Schleswig- Holsteins ist ein besonderer Naturraum. Bestimmt vom Wechsel der Gezeiten unterliegt es einem ständigen Wandel. Diesen Raum zu erforschen und zu erhalten ist Aufgabe der Schutzstationen Wattenmeer. Das Leben und Ringen des Menschen mit dem Meer hat Theodor Storm eindrücklich beschrieben. Sein Schimmelreiter spielt in dieser Gegend. Storm stammte aus Husum, dem Nordseehafen hinterm Watt, wo sich ein Museum seinem Andenken widmet. Südlich Husums befindet sich die kleine Feldsteinkirche St. Jakobi in Schwabstedt. Sie birgt in ihrem Innern ein sehenswertes Retabel aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Donnerstag, 8. Juli 2021
Rund um die Flensburger Förde
Die Marienkirche in Sörup gilt als eine der ältesten in ganz Angeln. Die Flensburger Förde zieht sich weit ins Land hinein, ihr nördliches Ufer gehört zu Dänemark, das südliche zu Deutschland. Deutsch und Dänisch werden beiderseits der Grenze gesprochen. In der Vergangenheit ging es nicht immer so friedlich zu: Hier an der Förde führten 1866 Preußen und Österreich Krieg gegen Dänemark. Ein Bild des Friedens hingegen bietet das Wasserschloss Glücksburg. Es gehört zu den beliebtesten Fotomotiven der Region und gab einer Linie der europäischen Hocharistokratie ihren Namen, deren Vertreter noch heute die Monarchen Dänemarks und Norwegens stellen. Flensburg liegt idyllisch um seinen Hafen, vom Zentrum des Rumhandels haben sich noch Spuren erhalten. Im Flendsborghus hat der Südschleswige Verein, der Dachverband der Dänischen Minderheit in Deutschland, seinen Sitz.

Freitag, 9. Juli 2021
Abschied von Marschen, Geest und Förden
Es heißt Abschied nehmen. Bus­transfer zum Hamburger Hauptbahnhof. Von dort individuelle Rückreise (ab 11.30 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

.