Orgel Kultur Rhein Sieg Kreis
Bildarchiv Orgelbau Johannes Klais

Durch das Vorgebirge

6. OrgelExkursion

OrgelExkursion im Rahmen des Festivals OrgelKultur im Rhein-Sieg-Kreis.

9.00 Uhr Treffpunkt an der S-Bahn Haltestelle Alfter-Impekoven,
Zur Ölmühle, 53347 Alfter

St. Mariä Himmelfahrt in Alfter-Oedekoven
Die Kirche St. Mariä Himmelfahrt wurde 1956 fertiggestellt, von dem Architekten Emil Steffan (1899-1968) geplant und gebaut, und steht heute als Baudenkmal unter Denkmalschutz. Emil Steffan gilt als einer der bedeutendsten Kirchenbaumeister des 20. Jahrhunderts. Auffällige Besonderheit der Kirche St. Mariä Himmelfahrt sind ihre Glasfenster, einerseits kraftvoll farbig, andererseits verhalten in Grauschattierungen und Gelb ausgeführt. Der Bedarf an farbigen Kirchenfenstern hielt bis in die Aufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg an und knüpft an ein typisches Wesensmerkmal rheinischer Kirchen an. Der Künstler der die Glasfenster gestaltete war Hans Lünenborg (1904–1990). Das Gotteshaus ist außen aus Grauwackebruchsteinmauerwerk, das durch mächtige Strebepfeiler verstärkt wird, und das der Kirche den Stempel unverrückbarer Festigkeit aufdrückt. Das Dach des Kirchengebäudes korrespondiert mit dem des Pfarrhauses, ergänzt durch den kleinen Glockenreiter.

Die Erschließung des schlichten, einschiffigen, weiß verputzten Kirchenraumes erfolgt vom Haupteingang unterhalb der Orgelbühne längs in West-Ost-Richtung, so dass der Altar geostet, dem Eingang gegenüber und leicht erhöht unter dem Rundbogen der kleinen Konche steht. Die Orgel wurde im Jahre 1974 von dem Bonner Orgelbauer Johannes Klais errichtet.

St. Matthäus in Alfter
Das heutige Kirchengebäude geht auf einen Bau von 1792 zurück. Der einfache Saalbau wurde Ende des 19. Jahrhundert für die wachsende Zahl der Gläubigen zu klein. Nach umfangreichen Planungen wurde an das Langhaus ein neugotisches Querhaus angebaut, in das der Chor der Kirche verlagert wurde. Im ehemaligen Chorraum finden heute Empore und Orgel ihren Platz. Zu den bedeutenden Ausstattungsstücken zählt eine Anna-Selbdritt-Skulptur aus dem späten 15. Jahrhundert. Zu den neuesten Werken gehören die zwei Ölgemälde „Tod“ und „Auferstehung“ des Kölner Künstlers Walter Prinz aus dem Jahr 1998. Bei der Orgel – ursprünglich 1941 errichtet – handelt es sich um eines der wenigen im Wesentlichen unverändert erhaltenen Instrumente des Aachener Orgelbauers Stahlhut. Die Orgel verfügt über 28 Register und drei Manuale. 2008 wurde die Orgel umfassend restauriert und durch die Orgelbaufirma Klais in Bonn reorganisiert. Drei mit Bakelit-Pfeifen besetzte Register wurden in diesem Zusammenhang durch neue Register ausgetauscht. Die Orgel verfügt heute über eine moderne Setzeranlage, deren Registrierung in 2560 Varianten programmierbar ist.

Mittagessen im Gasthaus Spargel Weber in Alfter

St. Gervasius und Protasius in Bornheim-Sechtem

Römische Fundamente und frühchristliche Zeugnisse verweisen auf eines der ältesten Gotteshäuser der Region. Das Bauwerk wurde nach 1845 im Stil des Klassizismus errichtet, langgestreckt, geostet und äußerlich klar als Saalkirche angelegt. Bewundernswert ist heute noch die Balkendeckenanlage aus dem 19. Jahrhundert, die eine positive Auswirkung auf die Akustik hat. Nach Abbau der Rokokoorgel von 1848 wurde eine Interimsorgel aus Düsseldorf per Schiff bis nach Godorf transportiert. Es handelt sich vermutlich um ein Werk von Jakob Engelbert Teschemacher, dem berühmtesten Orgelbauer des Bergischen Landes. 1911 erbaut die Firma Klais eine neue Orgel im alten Prospekt. 1917 entgingen die zinnernen Orgelpfeifen durch einen Anstrich mit Silberbronze knapp einer kriegsbedingten Demontage. Die Orgel verfügt heute über 24 Register auf zwei Manualen und Pedal.

St. Aegidius in Bornheim-Hersel
Die neugotische Kirche wurde 1899 nach einem Entwurf des Architekten Eduard Endler gebaut und 1901 eingeweiht. Vorgängerkirche war der ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Aegidiussaal, der 1744 als Barockkirche errichtet wurde. Über der Orgel sind drei der von Kurfürst Clemens August für die Barockkirche gestifteten Fenster eingebaut, auch die barocke Kanzel wurde übernommen.

Die Orgel wurde 1905 von Johannes Klais (1852-1925), dem Gründer der Klais-Werkstatt und Urgroßvater des heutigen Geschäftsführers erbaut. Sie verfügt über 17 klingende Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal mit ursprünglich pneumatisch gesteuerten Kegelladen, die später elektrifiziert wurden. Die Orgel wurde 1973 elektrifiziert, der Spieltisch dabei erneuert. Das Instrument ist in seiner Grundsubstanz noch weitgehend original erhalten, wichtige Bestandteile wie Windladen, ein großer Teil des Pfeifenwerks und das Gehäuse sind original. Die vorhandene Originalsubstanz weckte den Wunsch, die Orgel wieder in ihren originalen Zustand zurück zu versetzen, den vorhandenen Originalbestand zu restaurieren und die fehlenden Originalteile zu rekonstruieren.

16.00 Uhr Ende der Exkursion in Bornheim Hersel

Ablauf

Mitwirkende u.a.
• Engelbert Hennes (Alfter, Oedekoven), Joachim Stahl (Sechtem, Hersel)
• Dr. Hans-Wolfgang Theobald, Orgelbau Klais

Leitung
• Andreas Würbel, Thomas-Morus-Akademie Bensberg

Leistungen
• Programm
• Einführungen in die Geschichte der Kirchen
• Orgelvorführungen und Kurzkonzerte in den Kirchen
• Mittagessen im Gasthaus Spargel Weber in Alfter

Hinweise
Ein eigenes Fahrrad und ausreichende Kondition werden vorausgesetzt.

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

Leistungen

Kostenbeitrag
Preis: 20,00 €
Ermäßigungen: Jugendliche von 7-17 Jahren 10,00 €, Kinder bis 6 Jahre frei.

Hinweise
Ein eigenes Fahrrad und ausreichende Kondition werden vorausgesetzt.

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