© Johannes Maria Schlorke Fotografie

Die Ostseeküste – Blickwechsel

Von Stralsund über Usedom nach Rostock

Ein Blick vom Turm der Stralsunder Marienkirche gibt Hinweise auf das, was diese Ferienakademie vermitteln möchte: Am Horizont streift der Blick die Südspitze von Hiddensee, die Kreidefelsen von Rügen sind in der Ferne zu ahnen. Weiter östlich scheinen die Augen die Ausläufer der Insel Usedom oder den Dom in Greifswald zu entdecken. Und dann wird der Blick über dieses einmalige Panorama sozusagen von der neuen Rügenbrücke in Stralsund und etwas weiter westlich durch das Ozeaneum aufgehalten. In der lieblichen Landschaft Rügens ist in unmittelbarer Nachbarschaft des traditionsreichen Ostseebades Binz der „Koloss von Rügen“, das ehemalige KdF-Seebad am Strand unübersehbar. Neben den drei Kaiserbädern auf Usedom findet sich im Nordwesten der Insel mit der Heeresversuchsanstalt Peenemünde ein weiteres Zeugnis des NS-Regimes.
So nimmt einerseits die liebliche Ostsee-Landschaft ein. Andererseits sind auch Narben, welche die deutsche Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts riss, nicht zu übersehen. Darüber hinaus steht von Stralsund über Greifswald bis Rostock wiederum großartige Architektur hanseatischer Tradition neben Zeugnissen der Zeiten vor und nach 1989.
Interessant ist es daher, mit Christian Gänsicke, der diese Region seit vielen Jahren kennt und die Entwicklungen beobachtet, auf Entdeckungsreise zu gehen und mit ihm immer wieder die Perspektive zu wechseln.

Montag, 1. Juni 2020
Willkommen in Stralsund!
Individuelle Anreise zum Romantik Hotel Scheelehof****s in Stralsund.
20.00 Uhr
Begrüßung und Abendessen

Dienstag, 2. Juni 2020
Rügen – Bäderarchitektur, Prora und die „Weiße Stadt“
So wie das traditionsreiche Seebad Binz von der Badekultur zu Beginn des letzten Jahrhunderts erzählt, spiegelt das sich über 4,5 km erstreckende „KdF-Seebad Rügen“ die Architektur der Moderne im Nationalsozialismus wider und ist wichtiges sozialgeschichtliches Zeugnis. Im Kontrast zu dieser seelenlos wirkenden Architektur von Prora glaubt man sich in Putbus in den englischen Ort Bath versetzt. Und in der Tat legte Fürst Wilhelm Malte I. den Circus Putbus, umsäumt von klassizistischen weißen Gebäuden und einer streng gegliederten Parkanlage im Innern, nach diesem Vorbild an.

Mittwoch, 3. Juni 2020
Stralsund – Backstein, Moderne und das Meer
Während Rot die dominante Farbe von Kirchen wie St. Nicolai oder St. Marien, des Rathauses und der Bürgerhäuser in der Stadt ist, setzen die Rügenbrücke und das Ozeaneum architektonische Kontrapunkte. Daher prägen Blickwechsel den Spaziergang und die Besuche: hier Zeugen des Seehandels und der Hanse, die einst Reichtum und Wohlstand nach Stralsund brachten, dort das strahlend weiße, futuristisch wirkende Gebäude des Deutschen Meeresmuseum Ozeaneum auf einer Hafeninsel, eingerahmt von Backsteingebäuden.

Donnerstag, 4. Juni 2020
Über Greifswald und Wolgast auf die Insel Usedom
Mit den berühmten gotischen Giebelhäusern am Markt, mit dem Dom St. Nikolai, mit der Marienkirche und dem Rathaus zählt Greifswald zu den bedeutenden Stationen auf der Europäischen Backsteinroute. Welche Entwicklung die Stadt vor und nach 1989 nahm, gilt es ebenso zu erörtern wie die Vision, bis 2030 in der Stadt am Ryck 2 500 Wohnungen zu bauen. Auch Wolgast prägt ein Mix aus Tradition und Moderne: Die historische Altstadt mit den farbigen Fassaden restaurierter Bürgerhäuser, mit der St.-Petri-Kirche oder dem Rathaus betrachten Sie auf der Durchfahrt zur Peenebrücke. Dass mit ihr Wolgast das „Tor nach Usedom“ ist, verdeutlicht die Überfahrt nach Heringsdorf.

Freitag, 5. Juni 2020
Heute haben Sie die Wahl: Entweder Sie gestalten individuell Ihren Tag oder Sie entscheiden sich für einen Ganztagesausflug mit einem Elektrofahrrad (Gesamtstrecke ca. 25 km, Leihgebühr: 21,00 €).
Usedom: Insel-Perspektiven
Vom Seebad Heringsdorf geht es über das Seebad Bansin vorbei an schönen Zeugnissen der Bäderarchitektur des auslaufenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts in Richtung Ückeritz und durch einen Buchenwald, der immer wieder den Blick auf die Ostsee freigibt. An der Bäderbahn entlang führt die Fahrt zurück nach Heringsdorf; lohnend ist der Halt in einem Café am Ufer des idyllisch gelegenen Schloonsees.

Samstag, 6. Juni 2020
Kontrastreich: Heringsdorf, Peenemünde und Zinnowitz
Während in Ahlbeck die mit Türmchen und Kolonaden ausgestattete Seebrücke und mondäne Villen auf vergangene Zeiten luxuriösen Badelebens und die touristische Entwicklung verweisen, befinden sich am nordwestlichen Zipfel der Insel die einstigen Versuchsanstalten Peenemünde. In diesem riesigen militärischen Forschungszentrum arbeiteten zwischen 1936 und 1945 bis zu 12 000 Menschen gleichzeitig an Waffensystemen wie der Rakete V2; über jene Zeit informiert und reflektiert das Historisch-Technische Museum Peenemünde. Dagegen verspricht das Seebad Zinnowitz den Gästen „Urlaub für die Sinne“. Einen wiederum gänzlich anderen Akzent setzt abends in Heringsdorf der Besuch eines Restaurants im Marc O‘Polo Conceptstore. Dieser spricht im einstigen DDR-Kulturhaus mit puristischem Design und diversen Geschäften, Restaurants oder Bars eine eigene Sprache.

Sonntag, 7. Juni 2020
Von Warnemünde nach Rostock
Durch die mecklenburgische Landschaft führt die Fahrt ins Seeheilbad Warnemünde. Ob hier am längsten Sandstrand der deutschen Ostseeküste der Strandkorb erfunden wurde, gilt es zu klären. Sicher ist, dass von hier nicht nur Kreuzfahrtschiffe in See stechen, sondern auch kleinere Schiffe Warnemünde mit Rostock verbinden. So ist es ein besonderes Erlebnis, die Hansestadt vom Wasser aus zu erreichen. Ein Fußweg mit leichtem Gepäck führt zum zentral gelegenen Penta Hotel****. Ein spätnachmittäglicher Spaziergang zeigt das historische Zentrum und informiert über die Stadtgeschichte und ausgewählte Entwicklungen. Bei einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant am Hafen klingt die Ferienakademie aus. (Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes)

Montag, 8. Juni 2020
Individuelle Rückreise.

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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