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Anschauung und Hingabe

Goethes Zugang zur Welt

Goethes Zugang zur Welt entstand aus Begegnung — mit Menschen, Landschaften, Kunstwerken, Ideen und fremden Kulturen. Erkenntnis bedeutete für ihn nicht Distanz, sondern Teilnahme. Seine besondere Form der Anschauung verband Sinnlichkeit und Geist, Erfahrung und Bildung, Nähe und Reflexion.
Freundschaften formten ihn geistig ebenso wie die Frauen, die sein Leben und Denken prägten. Auch seine Reisen dienten der Anschauung und Erfahrung: Auf seiner Italienreise begegnete Goethe in Rom der Antike, Winckelmanns Kunstideal und einer neuen Weise, die Welt zu sehen. Auch die intensive Begegnung mit einer Römerin prägte Goethe nachhaltig. Später entstanden aus diesen Erfahrungen die „Römischen Elegien“.
Exkursionen nach Altenburg sowie in das neu eröffnete Weimarer Schloss ergänzen das Programm und eröffnen neue Perspektiven auf das geistige und kulturelle Umfeld der Weimarer Klassik.
Wir laden Sie herzlich ein, mit uns zum Jahreswechsel Goethe als einen Menschen, der die Welt mit außergewöhnlicher Offenheit, Aufmerksamkeit und Intensität wahrnahm, neu zu entdecken.

Ihre Tagungsleitung

Montag, 28. Dezember 2026
Busreise von Köln (8.00 Uhr) und Bensberg (8.45 Uhr) zum Dorint Hotel Am Goethepark Weimar.

15.30 Uhr
Willkommen in Weimar!
Begegnungen und Gespräche bei einer Kaffeetafel
Andrea Hoffmeier Akademiedirektorin, Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Dr. Folker Metzger, Leiter des Stabsreferats Kulturelle Bildung, Klassik Stiftung Weimar
Dr. Robert Benjamin Biskop, Universität Leipzig

16.30 Uhr I Vortrag und Gespräch
Goethe und Schiller
Zwei Zugänge zur Welt
Schiller war Philosoph, Goethe Naturforscher – und natürlich waren beide Dichter. Schiller las, und Goethe sammelte Steine. Schiller war der „Idealist“, er lebte in der „Ideenwelt“, und Goethe, der „Realist“, verwahrte Dinge in seinem Haus. Wir nähern uns beiden großen Autoren an, indem wir ihre Unterschiedlichkeit vergleichen. Dass sie dennoch so gut befreundet waren, nannte Goethe ein „glückliches Ereignis“.
Dr. Paul Kahl, Literatur- und Kulturhistoriker

19.00 Uhr
Regional. Köstlich.
Empfang und Abendmenü mit korres­pondierenden Weinen
Informative Unterbrechungen
Dr. Robert Benjamin Biskop
Andrea Hoffmeier
Dr. Folker Metzger


Dienstag, 29. Dezember 2026
Frühstück
9.15 Uhr I Stadtführung
Weimarer Liebespfade
Goethe, Schiller und die Frauen, die ihr Leben und ihre Literatur prägten Weimar war nicht nur ein Ort großer Literatur, sondern auch persönlicher Leidenschaften und Beziehungen. Der Rundgang führt zu den Wohn- und Wirkungsstätten Goethes, Schillers und ihrer Zeitgenossen und erzählt von den Frauen an ihrer Seite. Welche Spuren hinterließen Liebe, Nähe und Sehnsucht in ihrem Leben – und wie fanden diese Erfahrungen Eingang in ihre Werke?
Cornelia Lukoschek, Stadtführerin

10.45 Uhr
Gespräche bei Kaffee, Tee und Gebäck

11.15 Uhr I Vortrag mit Textrezitation
Zwischen Heldenverehrung und weiblichem Eigensinn
Damen, Salons und Lustbarkeiten der Weimarer Klassik
Von Anna Amalia, Charlotte von Stein und Luise von Göchhausen über Corona Schröter, Christiane Vulpius und Bettina von Arnim bis zu Johanna Schopenhauer: Die Frauen der Weimarer Klassik führten neben den Verpflichtungen ihres Standes ein hochinteressantes Eigenleben, dessen nähere Betrachtung sich allemal lohnt. Zugleich stand jede von ihnen in besonderem Kontakt zu Goethe. Die Literaturwissenschaftlerin und Musikerin Dr. Ulrike Müller forscht und publiziert seit 30 Jahren zu historischen Frauenpersönlichkeiten. Sie nimmt Sie in ihrem Vortrag mit auf die Spuren wichtiger Protagonistinnen der Weimarer Klassik und bietet im anschließenden Gespräch Gelegenheit, einzelne Aspekte zu vertiefen.
Dr. Ulrike Müller, Autorin, Kultur & Reisen WEIMAR WEIBLICH

12.45 Uhr
Mittagsimbiss im Hotel

14.30 Uhr I Vortrag und Gespräch
Goethes „Römische Elegien“
Italien, Liebe und ein neuer Blick auf die Welt
Elegien sind Gedichte in Distichen, und sie sind Klagegedichte. Goethe nimmt die alte, klassische Form auf, aber nicht als Klage: Goethe besingt vielmehr den glücklichen Augenblick. Durch seine Reise nach Italien hatte er einen neuen Zugang zur Welt gefunden, auch zur Liebe. Der Blick auf Goethes Aufenthalt in Italien verbindet sich in diesem Beitrag mit der Lektüre der schönsten seiner Elegien.
Dr. Paul Kahl

17.00 Uhr
Abendessen im Hotelrestaurant

18.15 Uhr
Fußweg zum Deutschen National­theater

19.00 Uhr I optional
Einführung in die Oper La Bohème
Das Deutsche Nationaltheater Weimar bietet eine Einführung zur Oper im Foyer an.

19.30 Uhr | Opernbesuch im Deutschen Nationaltheater Weimar
La Bohème
Oper in vier Bildern von Giacomo Puccini
in italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln
Paris, junge Künstler, große Träume – und eine Liebe, der nur wenig Zeit bleibt. Puccinis „La Bohème“ erzählt von zwei Liebenden, von Freundschaft und künstlerischer Leidenschaft, von Nähe, Verlust und dem Wunsch, das Leben ganz auszukosten. Ein Opernabend, der das Thema der Reise auf besondere Weise aufnimmt: Hingabe als Lebenshaltung – mit all ihrer Schönheit und Verletzlichkeit. Operndirektor Dorian Dreher und der Erste Kapellmeister Marco Alibrando erkunden in ihrer Interpretation des Weltklassikers die Figuren und ihre Träume.
Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa, nach dem Roman „Scènes de la vie de bohème“ von Henri Murger

Rückweg zum Hotel
22.15 Uhr
Kleiner Abendimbiss im Hotel


Mittwoch, 30. Dezember 2026
Frühstück
Exkursion nach Altenburg

9.00 Uhr
Abfahrt in Weimar
11.00 Uhr | Stadtrundgang
Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.
Stadtführung durch Altenburg
2026 feiert Altenburg das 1050-jährige Jubiläum seiner ersten urkundlichen Erwähnung. Ein Stadtrundgangs gibt Einblicke in die Geschichte und besonderen Bauwerke der Stadt. Eine kleine Verkostung ermöglicht auch ein kulinarisches Kennenlernen der Region.

12.30 Uhr
Mittagspause und Zeit für eigene Erkundungen
Möglichkeit zum individuellen Besuch des Lindenau Museums (Interimsstätte), des Spielkartenmuseums im Residenzschloss oder „Stadtbummel“ ...

15.00 Uhr | Führung
Residenzschloss Altenburg
Fürstliche Repräsentation und kulturelles Erbe
Über Jahrhunderte prägten Fürsten und Herzöge das Altenburger Residenzschloss und hinterließen ein vielschichtiges Ensemble aus Architektur, Kunst und höfischer Kultur. Der Rundgang führt durch ausgewählte Räume und Sammlungen und erzählt zugleich von der Rolle Altenburgs als Residenzstadt.

16.15 Uhr | Gespräch im Bachsaal
Kultur als Zukunftskapital
Die Altenburger Museen im Aufbruch zur Bildungslandschaft
Gespräch mit Dr. Roland Krischke, Direktor der Altenburger Museen
Was kann Kultur für die Zukunft einer Stadt leisten? Altenburg wagt darauf eine bemerkenswerte Antwort: Schloss, Museen und historische Sammlungen sollen zu einer neuen Bildungslandschaft zusammenwachsen und weit über ihre bisherigen Grenzen hinauswirken. Dr. Roland Krischke, Direktor der Altenburger Museen, stellt die Ideen hinter diesem Aufbruch vor – und zeigt, wie sich eine traditionsreiche Residenzstadt neu positionieren will.
Dr. Roland Krischke, Direktor der Altenburger Museen

ca. 17.30 Uhr
Rückfahrt nach Weimar

19.30 Uhr
Abendessen im Hotelrestaurant


Donnerstag, 31. Dezember 2026
Frühstück
9.30 Uhr | Vortrag und Gespräch im
Goethe-Nationalmuseum
Weltöffnung
Italien, Winckelmann, Kunstideal
Johann Joachim Winckelmann (1717–1768) ist eine zentrale Gestalt der Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts. Mit ihm beginnt eine neue Sicht auf die Antike. Er konzipiert sie neu als Maßstab für Kunst und Gesellschaft. Vorbildhaft ist für ihn vor allem die Offenheit des antiken Denkens und Gestaltens. Goethe nimmt viele Gedanken Winckelmanns auf, und er orientierte sich insbesondere an dessen künstlerischen Idealen. Das machen beispielhaft die Architekturprojekte deutlich, an denen Goethe persönlich beteiligt war.
Prof. Dr. Christian Hecht, Kunsthistoriker

11.05 Uhr
Gang zum Museum (1,2 km)

11.45 Uhr | Führung
Bildung durch Kunst
Eine Spurensuche im Museum Neues Weimar
Im Museum Neues Weimar begegnen sich zwei Epochen, die mehr verbindet, als es auf den ersten Blick scheint. Winckelmann verstand die Antike nicht als Vorbild zum Kopieren, sondern als Maßstab für die Gegenwart. Goethe griff diesen Gedanken auf. Er war überzeugt, dass die intensive Auseinandersetzung mit der antiken Kunst den Menschen bilden könne – nicht nur ästhetisch, sondern im umfassenden humanistischen Sinn.
Rund hundert Jahre später verfolgten Harry Graf Kessler und Henry van de Velde im „Neuen Weimar“ ein ähnliches Ziel. Auch sie sahen in Kunst, Architektur und Design eine Kraft zur Erneuerung des Menschen und der Gesellschaft. So wird das Museum zu einem Ort, an dem sich Goethes Idee lebenslanger Selbstbildung bis in die Moderne verfolgen lässt.
anschl.
Individueller Gang zum Hotel

13.15 - 15.00 Uhr
Mittagessen im Hotelrestaurant

15.15 Uhr
Gang zur Weimarhalle (1,2 km)

16.00 Uhr I Konzert in der Weimarhalle
Nessun Dorma
Silvesterkonzert der Staatskapelle Weimar
Was verbindet italienische Oper mit heiterer Wiener Muse? Große Stimmen, starke Gefühle und die Freude an der Musik. Zum Jahreswechsel führt die musikalische Reise des Silvesterkonzertes von Verdi, Bellini, Puccini und Mascagni zu Klassikern der Operette. Bekannte Melodien sorgen für Eleganz, Esprit und feinen Humor – und einen beschwingten musikalischen Ausklang des Jahres.

17.45 Uhr
Rückweg zum Hotel (1,2 km)

19.30 Uhr
Empfang und Gala-Dinner
musikalisch begleitet vom Pianisten Felix Reuter
„Ich steh´ auf Klavier“
Felix Reuter ist Pianist und Entertainer in einem. In seinem Programm erweckt er die Welt der Klassiker auf humorvolle und kreative Weise zu neuem Leben. Gemeinsam mit einem festlichen Gala-Dinner bildet sein Programm den musikalischen und unterhaltsamen Rahmen für den Ausklang des Jahres 2026.
00.00 Uhr
Viel Glück!
Herzlich willkommen: Das Jahr 2027


Freitag, 1. Januar 2027
Frühstück
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen bzw. eines evangelischen Gottesdienstes

12.30 Uhr
Neujahrsbrunch im Hotelrestaurant

14.30 Uhr
Gang zum Stadtschloss

15.15 Uhr I Führung (2. Führung um 15.45 Uhr)
Ausstellung „Weimarer Klassik“
Vom historischen Weimar zum kulturellen Mythos
Das Stadtschloss Weimar ist nach einer umfassenden Sanierung wiedereröffnet worden und präsentiert im Ostflügel eine neu konzipierte Dauerausstellung zur Weimarer Klassik. In dieser wird der Frage nachgegangen, wie das berühmte Bild der „Weimarer Klassik“ entstanden ist - nicht nur Johann Wolfgang von Goethe trug maßgeblich dazu bei, wie Stadtschloss und seine Epochen rezipiert wurden.
anschl.
Individueller Gang zum Hotel

18.00 Uhr
Abendessen im Hotelrestaurant

19.45 Uhr
Goethes Sommer 1772
Film und Gespräch
Wetzlar, Sommer 1772: Der junge Goethe begegnet Charlotte Buff – und erlebt eine Liebe, die unerfüllt bleibt, aber literarische Kraft entfaltet. Wenig später verarbeitet er Erfahrungen und Gefühle im „Werther“. Der Film erzählt diese prägende Lebensphase mit einigen dichterischen Freiheiten.
Dr. Robert Benjamin Biskop


Samstag, 2. Januar 2027
Frühstück
9.30 Uhr | Rundgang mit Führung
Erinnerungsort Weimar
Der historische Friedhof
Zum Abschluss führt der Weg an einen Ort, an dem sich Weimars Geschichte auf besondere Weise verdichtet. Russisch-Orthodoxe Kapelle (Innenbesichtigung), Fürstengruft (Außenbesichtigung) und Historischer Friedhof erzählen von Goethe und Schiller, vom Weimarer Fürstenhaus und von Persönlichkeiten, die das kulturelle Leben der Stadt prägten.
Dr. Robert Benjamin Biskop

11.30 Uhr
Rückfahrt mit dem Reisebus nach Bensberg und Köln
Ankunft in Bensberg (ca. 17.15 Uhr) und Köln (ca. 18.00 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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