Die Mücke
In unserer Sommerreihe „Sommer der Nebensachen“ darf auch das Unbequeme nicht fehlen – denn selbst Plagegeister haben Kulturgeschichte.
Die Mücke ist kein beliebtes Sommerthema. Sie summt, sticht und raubt den Schlaf. Und doch gehört sie zu warmen Nächten fast so zuverlässig wie Grillenzirpen und offene Fenster.
In der Kulturgeschichte sind kleine Plagegeister oft Anlass für Spott, Geduld und Selbstprüfung. Sie erinnern daran, dass der Mensch die Natur nie ganz im Griff hat – schon gar nicht im Schlafzimmer. Die Mücke ist winzig, aber wirkungsvoll. Sie braucht keine Größe, um Aufmerksamkeit zu erzwingen.
Auch literarisch hat das Kleine und Lästige seinen Platz. Es stört die großen Gedanken, unterbricht die Andacht, bringt den Menschen aus der Fassung. Vielleicht ist die Mücke deshalb eine heimliche Lehrmeisterin der Demut.
Natürlich macht sie das nicht sympathischer. Aber vielleicht ein wenig interessanter. Und wer weiß: Selbst ein Mückenstich kann eine kleine Erinnerung daran sein, dass der Sommer lebt.
Pia von Boeselager – Referentin Öffentlichkeitsarbeit, Thomas-Morus-Akademie Bensberg










