fancycrave1 auf PixabayEs leuchtet!
Des Lebens Glanz und Schatten
„Seht, welcher Glanz sich um sein Aug‘ ergießt! Das ist nicht das Erlöschen der Natur. Das ist der Strahl schon eines neuen Lebens.“
Friedrich Schiller, aus „Wilhelm Tell“
„Es leuchtet!“ – mit diesem Motto gehen wir in diesem Jahr dem Glanz und Schatten des Lebens auf ganz verschiedenen Ebenen nach. Freuen Sie sich auf ausgewählte Exkursionen, überraschende Vorträge, anregende Gespräche, köstliche Kulinarik und stimmungsvolle Klänge in festlicher Atmosphäre.
Licht und Schatten gehören untrennbar zusammen – in der Natur ebenso wie in Kunst, Religion und menschlicher Erfahrung. Sie stehen für Schönheit und Vergänglichkeit, für Erkenntnis und Geheimnis, für Hoffnung und Zweifel. Diesen unterschiedlichen Facetten spürt unser Programm nach und zeigt, wie Menschen zu allen Zeiten versucht haben, Licht sichtbar, hörbar und deutbar zu machen.
Unser liebevoll zusammengestelltes Programm lädt dazu ein, zwischen den Jahren innezuhalten, Neues zu entdecken und sich in gepflegter Geselligkeit von all den Bildern, Klängen und Genüssen verzaubern zu lassen, die Sie im Kardinal Schulte Haus erwarten. Genießen Sie einen Jahreswechsel voller Begegnungen, Impulse und besonderer Augenblicke.
Seien Sie herzlich willkommen und feiern Sie mit uns den Wechsel ins neue Jahr 2027! Wir freuen uns sehr darauf, Sie bei uns begrüßen zu dürfen und gemeinsam mit Ihnen auf das neue Jahr anzustoßen.
Ihre Tagungsleitung
Montag, 28. Dezember 2026
Ab 13.00 Uhr
Willkommen in Bensberg! Individuelle Anreise nach Bensberg
14.00 Uhr
Café du Plaisir
Begrüßung bei Kaffee, Tee und Kuchen
Felicitas Esser, Akademiereferentin, Bensberg
Dr. Andreas Thiel, Kunsthistoriker und Archäologe, Bad Soden
Reimund Merkens, Klavier, Pianist, Komponist und Klavierlehrer, Leverkusen
15.00 Uhr | Vortrag und Gespräch
Licht und Raum
Berührende Lichtregie architektonischer Meisterwerke
Anhand herausragender Bauwerke von Tadao Ando bis Peter Zumthor soll das Zusammenspiel von Architektur, Mensch und Natur in den Blick gerückt werden. Sowohl an sakralen wie an profanen Bauten prägt eine archaische Einfachheit die Stimmung all dieser Orte: Die wahre Wirkung entfaltet sich in ihrem Innern. Dort gelingt es durch gezielte Lichteinfälle, die Kraft der Natur hervorzuheben und einen besonderen, kontemplativen Ort zu schaffen.
Mareike Fänger, Kunsthistorikerin und Architektin, Köln
16.45 Uhr | Vortrag und Gespräch
Licht und Finsternis
Ordnung und Chaos im Alten Ägypten und ihre göttlichen Repräsentanten
Herrschaft im Alten Ägypten basierte auf der Erfahrung, dass die Natur des Menschen auch destruktive Anteile enthält. Die Ursache hierfür wurde in der menschlichen Entstehungsgeschichte gesehen, in der die Kräfte des Isfet (Unwissenheit/Chaos/Finsternis/Tod) besonders aktiv waren. Diesen destruk-tiven Kräften standen mit der Göttin Maat (Erkenntnis/Ordnung/Leben/Licht) ordnende Kräfte gegenüber, die ein gesellschaftliches Zusammenleben überhaupt erst ermöglichten. Die Hauptaufgabe des altägyptischen Königs, des Pharao, war es, Isfet zu bekämpfen, um die göttliche Ordnung auf der Erde zu sichern.
Dr. Anja Kootz, Institut f. Ägyptologie, Universität zu Köln
19.00 Uhr Abendessen
20.15 Uhr | Vortrag und Gespräch
„Ewige Sonne und reines Licht“
Barocke Musikwelten in Rom und Venedig
Alessandro Scarlatti, Komponist des Oratoriums „Cain, ovvero il primo omicidio“ (1707), das wir als „Kain und Abel“ in der Kölner Oper besuchen werden, wirkte inmitten einer Musiktradition, die sich aus dem Glanz des päpstlichen Hofes und der ihn umgebenden Adelswelten speiste. Untrennbar verbunden war diese „multimediale“ Festkultur mit den Palästen, Kirchen und Plätzen Italiens – einer Kulisse von einzigartiger Pracht zur Zeit des Papstes Clemens XI., der weltliche Opern verboten hatte.
Dr. Martina Grempler, Musikwissenschaftlerin, Berg. Gladbach
Dienstag, 29. Dezember 2026
ab 7.00 Uhr
Frühstück
8.00 Uhr | Morgenimpuls | Ed.-Stein-Kap.
9.15 Uhr | Vortrag
Ein Haus aus Gold und Licht
Der Heribertusschrein - Ein Beispiel für die Heiligenverehrung in Köln
Die Schatzkammer von St. Servatius in Siegburg verfügt über eine Vielzahl von Reliquienschreinen, die durch den beherzten Einsatz von Siegburger Bürgern im 19. Jahrhundert vor der Zerstörung bewahrt wurden. Am Beispiel des Heri-bertusschreins sollen Aufbau und Ausstattungsmerkmale solcher Reliquienschreine mitsamt ihrer Aussagen skizziert werden.
Dr. Arno-Lutz Henkel
10.00 Uhr Abfahrt nach Siegburg
10.45 Uhr | Geführte Besichtigung
Abtei St. Michael und Benediktus-Fenster
Dr. Andrea Korte-Böger, Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Michaelsberges e.V.
11.30 Uhr Mit dem Reisebus zu St. Servatius
12.00 Uhr | Meditation an der Klais-Orgel
Lumen Christi: Vom Morgenstern zum Ostermorgen
Orgelwerke von Bach, Malling, Langlais sowie Improvisationen
An der großen Klaisorgel in St. Servatius erklingen Orgelwerke und Improvisationen, die das Thema „Licht“ auf ganz unterschiedliche Art Klang werden lassen.
Dr. Dirk van Betteray, Servatiuskantor und Seelsorgebereichs-musiker, Siegburg
12.30 Uhr | Geführte Besichtigung
Pfarrkirche St. Servatius
St. Servatius wartet mit einer Vielzahl allegorischer Anspielungen in Architektur und Liturgie auf die Kirche als „Himmlische Stadt“ hin. Im Rahmen einer Erkundung, insbesondere der Reliquienschreine in der Schatzkammer, entdecken wir, wo Menschen früherer Zeiten in dieser Kirche den Himmel offen sahen.
Dr. Arno-Lutz Henkel
13.30 Uhr Saisonaler Mittagstisch
Kranz Parkhotel, Siegburg
14.45 Uhr Rückfahrt nach Bensberg
15.00 Uhr
Café du Plaisir
Kaffee, Tee, Kuchen und Musik
Reimund Merkens, Klavier
17.00 Uhr | Vortrag und Gespräch
Sensationsfund Höhle
Ein paläozoisches Riff im Ennepetal
Seit seiner Jugend ist Stefan Voigt in den Höhlen NRWs unterwegs. Dort entdeckte er eines der weltweit besterhaltenen paläozoischen Korallenriffe; 2019 wurde das Höhlensystem als Nationales Natur-monument Deutschlands anerkannt. Voigt berichtet über seine umfangreichen Neuentdeckungen: Die Kluterthöhle ist seit 2026 (wieder) die längste Höhle NRWs. Voigt und seine Entdeckungen wurden u.a. von Terra X (ZDF) filmisch porträtiert.
Stefan Voigt, Höhlenforscher und -führer, Vorsitzender Arbeitskreis Kluterthöhle e.V., Mitglied des Beirates Geopark Ruhrgebiet, Schwelm
19.30 Uhr | KulturDinner
Vom Glanz der Dinge ...
... und der hohen Kunst, Kostbarkeit(en) zu malen
Silber glänzt, Diamanten funkeln, Seide leuchtet. Doch auf der Leinwand bestehen sie alle „nur“ aus Farbe. Diese „Dinner Speech“ lädt zu einer Reise durch die Kunstgeschichte ein und zeigt, wie Maler seit Jahrhunderten das scheinbar Unmög-liche vollbringen: Glanz, Schimmer und Licht sichtbar zu machen. Von den luxuriösen Stoffen Anton van Dycks über den kostbaren Schmuck bei Ingres bis zu den funkelnden Stillleben der Niederländer entsteht eine Geschichte künstlerischer Virtuosität, in der nicht das edle Material glänzt, sondern das Können der Künstler.
PD Dr. phil. habil. Susanne Kolter, Kunsthistorikerin und Theologin, Vorsitzende Diözesankunstkommission im Bistum Münster
Mittwoch, 30. Dezember 2026
ab 7.00 Uhr
Frühstück
8.00 Uhr | Morgenimpuls | Ed.-Stein-Kap.
9.15 Uhr | Vortrag
Von Rassepferden und Schlaufüchsen
Tiere in der bildenden Kunst
Franz Marcs expressive Tierbilder stehen in einer langen Tradition. Galten in der Antike Tiere oft als Götter, so wurden sie im Mittelalter zur Allegorie. Die Menagerie der Jahrtausende soll in ausgewählten Beispielen betrachtet werden.
Dr. Andreas Thiel
11.00 Uhr Abfahrt nach Düsseldorf
12.00 Uhr Mediterraner Mittagstisch
Café-Restaurant Mutter Ey, Düsseldorf
13.30 Uhr | Museumsführung im K20
Franz Marc Ausstellung: „Die Suche nach einer besseren Welt“
Die Ausstellung widmet dem Mitbegründer des „Blauen Reiters“ die erste Einzelschau seit mehr als zwanzig Jahren. Sie bietet mit mehr als 120 Exponaten einen umfassenden Einblick in das ikonische Schaffen dieses Ausnahme-Künstlers.
15.30 Uhr Rückfahrt nach Bensberg
16.00 Uhr
Café du Plaisir
Kaffee, Tee, Kuchen und Musik
Reimund Merkens, Klavier
17.15 Uhr
Abendessen im Kardinal Schulte Haus
18.30 Uhr Abfahrt nach Köln
19.30 Uhr | Opernabend in Köln
Kain und Abel - Venezianisches Oratorium
1706 kam der Komponist Alessandro Scarlatti nach Venedig, dem damaligen Opernzentrum. Nach dem päpstlichen Verbot weltlicher Opern entstand „Kain und Abel“ als Dramatisierung der biblischen Geschichte. Erleben Sie die gefeierte Inszenierung von Dietrich W. Hilsdorf mit ihrer virtuosen visuellen Umsetzung eines zeitlosen Menschheitsthemas unter musikalischer Leitung von Rubén Dubrovsky
im jüngst wiedereröffneten Kölner Opernhaus am Offenbachplatz (mit Pause).
ca. 22.00 Uhr Rückfahrt nach Bensberg
Donnerstag, 31. Dezember 2026
ab 7.00 Uhr
Frühstück
8.00 Uhr | Morgenimpuls | Ed.-Stein-Kap.
9.30 Uhr | Vortrag und Gespräch
Gedichte als gemalte Fensterscheiben
Tausend Jahre sakrale Glasmalerei (Teil I)
Farbiges Glas, mit Blei zu großen Kirchenfenstern gefügt: Kaum eine Kunstform steht so für den Glanz des Lichtes und die Schönheit seiner Brechung wie die Glasmalerei. Sind romanische Farbgläser noch eine Seltenheit, so blüht die Technik durch die architektonischen Meisterleistungen der Gotik auf. Riesige Fensterflächen und Rosetten sind ab dem späten 12. Jahrhundert zu füllen. Noch die Renaissance kennt reiche Bildzyklen in Glas, sei es in katholischen, sei es in protestantischen Kirchen. Barock und Klassizismus verzichten weitgehend auf Farbgläser, doch in der klassischen Moderne leuchten sie wieder, die figuralen und abstrakten Scheiben von Chagall bis Meistermann und Richter.
Dr. Andreas Thiel
11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause
11.30 Uhr | Vortrag und Gespräch
Gedichte als gemalte Fensterscheiben
(Teil II)
Dr. Andreas Thiel
13.00 Uhr
Mittagessen
14.00 Uhr-14.45 Uhr
Kaffee, Tee und Kuchen
15.00 Uhr | Film und Gespräch
FilmMomente
Ursula Klemm-Mayer, Historikerin, Leverkusen
18.00 Uhr | Gottesdienst zum Jahresende
„Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“
(Psalm 36,10)
20.00 Uhr
Festliches Gala-Dinner
musikalisch begleitet durch das Pleyel Quartett Köln
1. Violine - Ingeborg Scheerer
2. Violine - Stefanie Irgang
Viola - Andreas Gerhardus
Violoncello - Nicholas Selo
Beseeltheit, Feuer, virtuoses Leuchten, telepathisches Ensemblespiel sind die Attribute, mit denen die Kritiker von „Fono Forum“ bis „The Strad“ die CDs des Pleyel Quartetts Köln beschreiben. Schon die Wahl des Namens, die auf den Komponisten Ignaz Pleyel zurückgeht, zeigt die Richtung des Quartettes an, Ungehörtes, Unerhörtes, Vergessenes und Verkanntes wieder ins Leben zu bringen. Konzerte u.a. bei den Internationalen Haydn-Festspielen Eisenstadt sind Stationen, die zunehmend den Ruf des Ensembles als eines der führenden Streichquartette mit historischem Instrumentarium bestärken.
22.30 Uhr | Rezitation und Lesung
Weisheiten und Gewissheiten
Heiteres und Besinnliches zum Jahreswechsel
Heinz D. Haun, Theatermacher, Autor und Schauspieler, Bergisch Gladbach
Ein neues Jahr!
Herzlich willkommen 2027!
Das Pleyel Quartett spielt bis 1.00 Uhr.
Freitag, 1. Januar 2027
ab 7.00 Uhr
Frühstück
10.00 Uhr | Neujahrsgottesdienst
Neujahrs-Matinee
11.00 Uhr | Gespräch
„Ein Raum, der sich Schicht für Schicht öffnet“
Gesprächspartnerin
Katja Nötzold, Malerin und Vorsitzende des Arbeitskreises der Künstler e.V., Bergisch Gladbach
Durch das Übereinanderlegen von Farben entsteht in Katja Nötzolds Arbeiten eine Illusion von Tiefe, die nicht allein räumlich, sondern vor allem emotional für Betrach-terinnen und Betrachter erfahrbar wird.
Musikalische Gestaltung
Bernd Kämmerling, Klavier
Alexandra Naumann, Gesang
13.00 Uhr
Neujahrsbuffet
14.30 Uhr | Verabschiedung
Auf Wiedersehen!
Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.









Werner-Weisser-auf-Pixabay