Hoffnung: Was uns trotz allem handeln lässt

„Was Sie tun, ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Der Satz soll Mutter Teresa einmal gesagt worden sein. Ihre Antwort ist berühmt geworden: „Ja – aber ohne diesen Tropfen wäre das Meer ein Stück kleiner.“

Darin liegt eine Form von Hoffnung, die nichts beschönigt. Mutter Teresa wusste, wie groß das Leid ist. Sie hat es täglich in den Straßen von Kalkutta, in den Gesichtern der Kranken, der Sterbenden, der Verlassenen gesehen und trotzdem gehandelt. Nicht, weil sie glaubte, alles verändern zu können. Sondern weil sie überzeugt war, dass es einen Unterschied macht, ob überhaupt jemand handelt.

Der Schriftsteller Václav Havel hat Hoffnung einmal so beschrieben: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – egal, wie es ausgeht.“

Vielleicht liegt genau darin ihr Kern. Hoffnung ist keine Garantie. Kein Optimismus, der das Schwere übersieht, sondern eine Haltung, die uns handeln lässt – trotz allem.

Die Fastenzeit führt uns an diesen Punkt. Sie erinnert an Grenzen, an Verletzlichkeit, an das, was wir nicht in der Hand haben. Und stellt zugleich eine leise Frage: Was folgt daraus? Rückzug – oder Verantwortung?

Vielleicht beginnt Hoffnung genau hier: im Entschluss, nicht gleichgültig zu werden. Im Kleinen anzufangen. Und das Eigene nicht gering zu schätzen. Nicht alles liegt in unserer Hand. Aber etwas liegt in unserer Hand. Und vielleicht ist es genau das, wovon wir leben.

Pia von Boeselager,  Referentin Öffentlichkeitsarbeit Thomas-Morus-Akademie Bensberg

Pia von Boeselager Referentin Thomas Morus Akademie Bensberg