Das Eis

In unserer Sommerreihe „Sommer der Nebensachen“ widmen wir uns heute einer kühlen Kulturleistung mit großer Anziehungskraft.

Eis ist Kindheit, Spaziergang, Pause, Belohnung. Kaum etwas schmeckt so unmittelbar nach Sommer wie eine Kugel in der Waffel.

Dabei ist gekühlter Genuss lange Zeit ein Luxus gewesen. Eis, Sorbets und gefrorene Süßspeisen setzten technische Möglichkeiten voraus: Kühlung, Lagerung, Zucker, Früchte, feine Küchen. An Fürstenhöfen wurde daraus eine Kunst. Später wurde die Eisdiele zum demokratischen Sommerort – zugänglich, gesellig und oft mitten im Stadtleben.

Das Eis ist flüchtig. Man muss es essen, bevor es verschwindet. Vielleicht liegt gerade darin sein Reiz. Es ist Genuss mit eingebauter Vergänglichkeit.

Und so wird die Eisdiele bis heute zu einem kleinen sozialen Schauplatz: Menschen stehen an, wählen, vergleichen, kleckern, lächeln. Kulturgeschichte kann manchmal sehr einfach sein – und sehr gut schmecken.

Pia von Boeselager – Referentin Öffentlichkeitsarbeit, Thomas-Morus-Akademie Bensberg

Pia von Boeselager Referentin Thomas Morus Akademie Bensberg