Das Gewitter
In unserer Sommerreihe „Sommer der Nebensachen“ geht es heute um ein Ereignis, das den Sommer für einen Moment dramatisch werden lässt.
Ein Sommergewitter kommt oft wie ein Theaterauftritt. Erst drückt die Luft, dann verdunkelt sich der Himmel, dann blitzt es – und plötzlich ist die Welt Klang, Licht und Bewegung.
Kulturgeschichtlich wurde das Gewitter selten nur meteorologisch verstanden. Es konnte Gotteszeichen sein, Naturgewalt, Warnung oder Reinigung. In der Kunst und Literatur der Romantik wurde es zum großen Stimmungsmacher: ein Moment, in dem die Natur ihre Erhabenheit zeigt und der Mensch klein wird.
Nach der Hitze bringt das Gewitter Erleichterung. Der Regen riecht nach Staub, Erde und Neubeginn. Straßen glänzen, Blätter tropfen, die Luft ist wie ausgewechselt.
Vielleicht fasziniert das Sommergewitter deshalb so sehr: Es unterbricht den Tag. Es zwingt zum Innehalten. Und danach sieht selbst das Vertraute für kurze Zeit verwandelt aus.
Pia von Boeselager – Referentin Öffentlichkeitsarbeit, Thomas-Morus-Akademie Bensberg










