Dargenta & Salvador Dali The persistance of MemoryDargenta & Salvador Dali The persistance of Memory_CC-SA_4.0
Dargenta & Salvador Dali The persistance of Memory_CC-SA_4.0

Zeit und die Kunst des Verweilens

Geschichte, Krise und Wiederentdeckung „qualitativer” Zeit

Wir Menschen sind alle mit Zeit konfrontiert. Wir messen sie, planen mit ihr, verlieren sie, versuchen sie individuell wie kollektiv einzusparen und geraten so doch ständig unter ihren Druck. Zeit bestimmt unser Leben, erschwert oder erleichtert gelingende Gegenwart und macht gerade heute die Frage nach Verweilen neu dringlich.

Das Seminar verbindet philosophiegeschichtliche Orientierung mit existenzieller Reflexion. Es fragt nach der Krise unseres Zeitverständnisses und nach Möglichkeiten, qualitative Zeit neu zu entdecken: nicht als Flucht aus der Welt, sondern als vertiefte Weise, in ihr anwesend zu sein. Gemeinsame Lektüren, Bild-, Film und Diskussionsimpulse öffnen einen Denkraum, in dem historische Einsichten und eigene Zeiterfahrungen miteinander ins Gespräch kommen – ruhig, aufmerksam und zugleich philosophisch anspruchsvoll. Das Ziel ist nicht Antwort, sondern eine veränderte Haltung anzubahnen, in unserem In-der-Welt-Sein gegenwärtig(er) zu sein. Denn: „Ein Mal jedes, nur ein Mal.“ (Rilke)
Wegweisend ist für uns die Frage, was in der Moderne verloren geht, wenn das vielschichtige Phänomen der Zeit einseitig metrisch verstanden wird. Welche Bedeutung haben Weile, Muße, Rhythmus, Wiederholung, Erinnerung, freier Umgang mit Möglichem, erfüllte Gegenwart? Warum könnte Verweilen mehr sein als Entschleunigung – nämlich eine Kunst, ganz gegenwärtig zu sein? Und welche Art von Gegenwart wäre das dann?

Wir laden Sie herzlich nach Bensberg ein, um Zeit anders als nur effizienzorientiert zu denken und unsere Zeitlichkeit anders zu erleben!

Ihr/e Referent/in
Ihre Tagungsleitung

Samstag, 31. Oktober 2026

14.00 Uhr
Zeit und Erzählung
Jan Assmann zu „Zeit und Ewigkeit“ im alten Ägypten

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr
„Sein und Zeit“ in Antike und Christentum
Die klassischen Zeitbestimmungen bei Platon, Aristoteles, Plotin und Augustinus

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Zeitphilosophische Veranschaulichungen und Übergang zur Moderne
Paradigmatische Bild- und Kunstwerke, Film-Ausschnitte und die Langzeit-Performances des amerikanisch-taiwanesischen Künstlers Tehching Hsieh

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages


Sonntag, 1. November 2026

ab 7.00 Uhr
Frühstück für Übernachtungsgäste

8.00 Uhr
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes in der Edith-Stein-Kapelle

9.45 Uhr
„Time is money.“
Voraussetzungen und Auswirkungen
Max Webers „Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“

11.15 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Philosophische Gegenbewegungen und die Kunst des Verweilens
Nicht-metrische Zeiterfahrungen im Gelassensein und Seinlassen

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende der Veranstaltung

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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