Gerd Altmann auf PixabayWenn der Tod anders gedacht wird
Interreligiöse Perspektiven auf Jenseitsvorstellungen und Opferschutz
Notfallseelsorge, Krisenintervention, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste begegnen Menschen in Ausnahmesituationen – oft geprägt von unterschiedlichen religiösen, kulturellen und weltanschaulichen Vorstellungen von Tod, Sterben und Jenseits. Vorstellungen davon, was Tod bedeutet, was nach dem Tod kommt und wie mit Verstorbenen umzugehen ist, können dabei weit auseinanderliegen. Was für die einen selbstverständlich erscheint, kann für andere eine religiöse Grenze berühren.
Die Fachtagung fragt deshalb nach einer interreligiös und interkulturell sensiblen Begleitung in existenziellen Krisensituationen. Wie prägen religiöse Vorstellungen den Umgang mit Tod, Trauer und Abschied? Welche besonderen Fragen stellen sich nach einem Suizid? Was geschieht, wenn religiöse Überzeugungen und staatliche Vorgaben bei Leichenschau oder Obduktion aufeinandertreffen? Und wie kann Kommunikation und Unterstützung gelingen, wenn Sprache, religiöse Deutungen und kulturelle Erfahrungen voneinander verschieden sind?
Fachliche Impulse und Erfahrungen eröffnen unterschiedliche Zugänge. Ein gemeinsamer Round Table richtet schließlich den Blick auf die Praxis: Was bedeutet gute Notfallbegleitung aus Sicht der Betroffenen? Wo entstehen Lücken – etwa durch sprachliche, kulturelle oder religiöse Barrieren und spezifische Bedürfnisse? Und was brauchen Einsatzkräfte, Religionsgemeinschaften und Institutionen voneinander, damit kultursensible Begleitung gelingt?
Die Tagung lädt dazu ein, die eigene Perspektive zu erweitern, Handlungssicherheit zu gewinnen und miteinander darüber ins Gespräch zu kommen, wie Opferschutz und menschliche Begleitung auch dort gelingen können, wo der Tod anders gedacht wird.
Referierende u.a.: Prof. Dr. Thomas Lemmen, Katholische Hochschule NRW; Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin; Institut für Rechtsmedizin Greifswald
Herzlich laden wir Sie nach Bensberg ein.
Anmeldungen sind über das Anmeldeformular möglich.
Veranstalter
• Behörden Spiegel-Stiftung
• Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Ihre Tagungsleitung
Montag, 2. November 2026
14.00 Uhr
Was kommt danach?
Todes- und Jenseitsvorstellungen in ausgewählten Religionen und ihre Bedeutung für die Krisenintervention
Prof. Dr. Thomas Lemmen, Honorarprofessor an der Katholischen Hochschule NRW
15.30 Uhr
Kaffeepause
16.00 Uhr
Wenn der Tod selbst gewählt ist
Suizid im interreligiösen Kontext: Deutungen, Tabus und Herausforderungen für die Notfallseelsorge
Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Professor für Theologische Ethik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin
17.30 Uhr
Endet der Opferschutz mit dem Tod?
Eine kritische Analyse ausgewählter Fälle
Bewertungen der Todesursache
Dr. med. Julia Wudtke, Ltd. Oberärztin/ stellv. Direktorin am Institut für Rechtsmedizin Greifswald
19.00 Uhr
Abendessen
20.00 Uhr
Sprachlosigkeit aushalten
Kontakt und Kommunikation mit Angehörigen aus unterschiedlichen (nicht-)religiösen Kontexten
Pfarrer Dr. Uwe Rieske, Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Neunkirchen und Trainer für Krisenintervention
21.30 Uhr
Ende des Veranstaltungstages
Dienstag, 3. November 2026
ab 7.00 Uhr
Frühstück für Übernachtungsgäste
9.00 Uhr
Jüdische Community Resilience nach dem 7. Oktober
Krisen- und Schnittstellenarchitektur jenseits physischer Sicherheit
Yael Blanka Rauová, International Advisor for Crisis Governance and Resilience Systems in Jewish Institutions
10.30 Uhr
Kaffee- und Teepause
11.00 Uhr
Wenn Hilfe auf unterschiedliche Lebenswelten trifft
Betroffenenperspektiven, religiöse Bedürfnisse und Konsequenzen für die Notfallbegleitung
Statements und Round Table
Melanie Miehl, Muslimische Notfallbegleitung Köln
Serra Motih, Muslimische Notfallbegleitung Köln
Dr. Anastassia Pletoukhina, Direktorin der Jewish Agency for Israel in Berlin und Vorstandsvorsitzende des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks
12.45 Uhr
Abschluss und Verabschiedung
13.00 Uhr
Mittagessen
Ende der Tagung
Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.










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