Kora27 (CC BY-SA 4.0), commons.wikimedia.org

Rund um den Blocksberg

Der Harz zwischen Romanik und Romantik

Der Harz ist das höchste Gebirge Norddeutschlands. Der Brocken, windumbraust und sagenumwoben, schien den Menschen schon immer geheimnisvoll und ist als Blocksberg Gegenstand vieler Geschichten. Im Kalten Krieg diente er als Horchposten und war Sperrzone, was den Geheimnissen, die ihn umgeben, weitere hinzufügte. Früh nutzte der Mensch den Harz, siedelte in seinem Vorlande, plünderte seine Wälder bis zum völligen Kahlschlag, schürfte in seinen Bergen nach Schätzen. Vor allem der Bergbau versprach Reichtum, und so entstanden in der Region Burgen, Klöster, Städte und Pfalzen. Besonders das nördliche Harzvorland ist reich an kulturträchtigen Orten. Hier haben sich viele alte Kirchen und Klöster erhalten, die heute durch die Straße der Romanik erschlossen werden. Erkunden Sie mit Daniel Leis die Orte der Romanik sowie die Städte mit ihren Museen, Sammlungen und Gedenkstätten, die sich den berühmten Persönlichkeiten dieser Gegend widmen. Aber auch dem besonderen Naturraum dieser Mittelgebirgslandschaft widmet diese Reise angemessen Aufmerksamkeit.

Donnerstag, 13. Mai 2021 (Christi Himmefahrt)
Busreise von Bensberg (7.45 Uhr) und Köln (8.30 Uhr).
Reise in die Romanik
Im westlichen Harzvorland liegt Bad Gandersheim, in ottonischer Zeit ein wichtiges Herrschaftszentrum. Sofia von Gandersheim, die Tochter Kaiser Ottos II. und seiner Gemahlin Theophanu, wirkte hier als Äbtissin. Roswitha von Gandersheim gilt als erste deutsche Dichterin. Beeindruckend sind die Klosterkirchen in Bad Gandersheim und im Vorort Clus, die noch heute an die romanischen Zeiten erinnern.

Freitag, 14. Mai 2021
Adlige Damen und ein Bauhaus-Künstler
Quedlinburg ist als UNESCO-Welterbe und Fachwerkstadt mit gut erhaltenem, geschlossenem Stadtbild und verwinkelten Gassen weithin bekannt. Alles überragend: Das ehemalige Damenstift auf dem Hügel mitten in der Stadt. Nicht nur wegen seiner stadtbildprägenden Stellung gilt es als eines der eindrücklichsten Bauwerke am Nordharz. Friedrich Gottlieb Klopstock ist ein Sohn der Stadt. Sein Geburtshaus befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Lyonel-Feininger-Galerie, wo Werke des Künstlers ausgestellt sind.

Samstag, 15. Mai 2021
Burgen stolz und kühn
Am nordöstlichen Harzrand liegt Ballenstedt, Ursprungsort der Askanier, heute eine verträumte Kleinstadt, deren Schloss hoch über dem von Peter Joseph Lenné gestalteten Park liegt. Dem Schloss inkorporiert ist eine romanische Basilika mit beeindruckendem Westwerk. Im Schloss befindet sich ebenfalls eine Ausstellung höfischen Wohnens, die den verfeinerten Geschmack des 18. Jahrhunderts zeigt.
Von der mittelalterlichen Anlage der Konradsburg, die als Benediktinerkloster ausgebaut wurde, hat sich nur der Chor der ehemaligen Kirche mit Krypta erhalten. Sankt Cyriakus in Gernrode stellt ein imposantes Zeugnis ottonischer Architektur dar. Die Kirche des ehemaligen Damenstifts hat beachtliche Teile ihres Ursprungsbaus bewahrt.

Sonntag, 16. Mai 2021
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes.
Junges Leben in alten Mauern: Wernigerode
Wernigerode gilt neben Quedlinburg als die schönste und besterhaltene Stadt der ganzen Region. Weniger stark vom Tourismus geprägt, durch die Studierenden der Hochschule belebt, lohnt sich ein Bummel durch die romantischen Gassen der Stadt. Überragt wird sie von einem Schloss, das zu DDR-Zeiten als Feudalmuseum eingerichtet wurde. Westlich Wernigerodes liegen die Klöster Drübeck und Ilsenburg, die Teil der Straße der Romanik sind und sehenswerte romanische Anlagen bewahrt haben.

Montag, 17. Mai 2021
Einmal quer durch den Harz – und zurück
Die Selketalbahn gehört zu den schönsten Strecken der Harzer Schmalspurbahnen, die noch heute den Harz befahren, oftmals unter Dampf. Große Höhen, enge Täler mit scharfen Felsen finden sich immer wieder, am eindrücklichsten vielleicht im Bodetal, das von der Rosstrappe überschaut werden kann.
Dünn besiedelt ist der Harz und beschwerlich waren die Wege, die durch ihn hindurch führten. Davon kann man auch heute noch einen Eindruck gewinnen, wenn man den Harz in Nord-Süd-Richtung quert, etwa um Stolberg zu erreichen. Die alte Stadt liegt malerisch in drei engen Tälern. Der Geburtsort Thomas Müntzers mit seinen alten Fachwerkhäusern wird vom Schloss der Stolberger Grafen überragt.

Dienstag, 18. Mai 2021
Heute Huy
Nördlich des Harzes liegt als kleiner Bruder der Huy. Im Klosterhuysburg, auf diesem Höhenzug gelegen, ist wieder benediktinisches Leben eingezogen. Die Hänge des Huy sowie das Umland sind traditionsreiche Obstanbaugebiete. Aber auch für Kulturinteressierte gibt es einiges zu entdecken. Halberstadt wartet mit einer Reihe sehenswerter Kirchen auf, wie der Liebfrauenkirche und dem Dom St. Stephanus und St. Sixtus. Der Domschatz birgt Kostbarkeiten aus anderthalb Jahrtausenden. In der Burchardikirche wird das längste Orgelstück der Welt aufgeführt. Die Komposition „As slow as possible“ von John Cage erklingt in der Kirche seit dem Jahr 2000 und wird erst im Jahr 2639 zu Ende sein. Dem Leben und Wirken Johann Wilhelm Ludwig Gleims als Dichter, Sammler und Aufklärer widmet sich das Museum in seinem ehemaligen Wohnhaus.

Mittwoch, 19. Mai 2021
Über Goslar zurück an den Rhein
Goslar, die altehrwürdige Stadt am Nordwestrand des Harzes gelegen, war in ottonischer Zeit ein wichtiges Zentrum und spielte eine bedeutende Rolle in der Hofhaltung der Kaiser. Besonders unter Kaiser Heinrich II. wurde die Pfalz ausgebaut und erweitert. Vieles aus der Zeit ist erhalten, anderes wurde im 19. Jahrhundert hinzugefügt, als die Pfalz eine zweite Blüte als Identifikationsort des zweiten Kaiserreichs erlebte.

Weiterreise nach Bensberg (Ankunft ca. 17.45 Uhr) und Köln (Ankunft ca. 18.30 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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