(c) gemeinfrei

Kunst im Auftrag von Adel und Bürgertum

Vom Burgunderhof bis ins Goldene Zeitalter der Niederlande

Die weiten Ebenen an den Mündungen von Schelde und Rhein sowie die Lagunen zwischen Küste und Hinterland bieten ideale Voraussetzungen für das Blühen von Handel und Seefahrt. In der Folge entstehen reiche Städte wie Brügge, Gent, Antwerpen und Brüssel. Im Herzogtum der Burgunder entsteht Kunst von allerhöchster Qualität, die altniederländische Spätgotik. Maler wie Hubert und Jan van Eyck oder Rogier van der Weyden sind die ersten Vertreter einer langen Reihe großer Meister. Erben dieser Fülle werden die Habsburger, deren politische Herrschaft durch die Glaubenskriege des 16. Jahrhunderts und die Abspaltung der protestantischen nörd­lichen Niederlande geprägt ist. Die Kunst im katholischen Süden des Landes wird durch den Maler und Diplomat Peter Paul Rubens geprägt, während der reformierte Norden von der bürgerlichen Malerei eines Rembrandt van Rijn oder eines Jan Vermeer dominiert wird. Wo sind die Kontinuitäten in der Kunst der Niederen Lande, wo trennen historische und religiöse Bruchlinien das kulturelle Erbe?

Samstag, 8. Mai 2021

14.00 Uhr
Voraussetzungen und die Kunst der Spätgotik
Die Anfänge auf den Burgunderhöfen
Die ältesten Klöster und Pfalzen Flanderns entstammen dem ottonischen Zeitalter, doch erst mit der Romanik und Frühgotik sind in Tournai, Brügge oder Gent bedeutende Bauten erhalten. Mit der Hofkultur der Burgunder verbreitet sich die französische Kathedralgotik in die burgundischen Provinzen. Doch nicht allein die Architektur, auch die Schatzkünste blühen im 15. Jahrhundert am Herzogshof auf.

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause

15.45 Uhr
Künstlerische Blüte
Die altniederländische Malerei
Höchsten Rang hat ab etwa 1430 die Entwicklung der Malerei in Flandern: Die Bildtafeln des Robert Champin, der „Genter Altar“ der Brüder van Eyck, die Ältäre, Portraits und Gerechtigkeitsbilder der frühen Meister bis gegen 1500 sind Zeugen wirtschaftlicher und künstlerischer Höchstleistung in Antwerpen, Brüssel oder Gent.

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Bildersturm in Zeichen des Glaubens
Die Religionskriege und der Zerfall der Niederen Lande
Über Maria von Burgund erben die Habsburger die Niederen Lande. Nach 1500 prägen neue Künstler die Kulturlandschaft, darunter der rätselhafte Hieronymus Bosch. Schließlich ist Kaiser Karl V. Erbe der Provinzen. An seiner Stelle regieren Tante und Schwester als Statthalterinnen. Bald prägen die Schrecken der Glaubenskriege die Region und die Kunst, in der Pieter Breughel das Grauen eindrucksvoll dokumentiert.

21.15 Uhr
Ende des Veranstaltungstages

Sonntag, 9. Mai 2021

ab 7.00 Uhr
Frühstück für Übernachtungsgäste

8.00 Uhr
Gelegenheit zum Besuch eines katholischen Gottesdienstes in der Edith-Stein-Kapelle
Aufgrund der aktuellen Sicherheitsstandards ist eine Anmeldung unter https://bit.ly/2SijQIQ erforderlich.

9.30 Uhr
Allegorische Bildsprache mit mythologischer Symbolik
Die Blüte des katholischen Südens
Als unter König Philipp II. der Druck unerträglich wird, sagen sich die nördlichen Provinzen mit Wilhelm von Oranien 1580 vom Reich los. Die Spannungen zwischen Katholizismus und Reformierter Kirche zeigen sich in Glasmalereien und Tafelbildern und münden in einen eigenartigen Antwerpener Manierismus. Erst im Zeitalter eines Peter Paul Rubens triumphiert die römische Kirche erneut – doch allein in den südlichen Niederlanden.

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr
Reichtum und Macht
Das Goldene Zeitalter des protestantischen Nordens
In den Handelsstädten des Nordens blüht im 17. Jahrhundert die Malerei im Bürgertum. Reiche Kaufleute bestellen Portraits, Allegorien, Stillleben und Landschaften, Gildebilder halten die stolzen Bürger auf Leinwand fest. Rembrandt van Rijn und Frans Hals sind die Hauptmeister, neben die etwa ein Jacob van Ruisdael als Landschaftsmaler, ein Jan Vermeer als Maler rätselhafter allegorischer Interieurs tritt. Nirgends in Europa entstehen in dieser Epoche mehr Bilder als in Delft, Leiden und Amsterdam. Daneben zeugen die blaue Delfter Keramik sowie gediegen ausgestattete Handelshäuser vom barocken Reichtum der Niederlande.

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende des Seminars

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

.