Jahreswechsel in Bensberg
© F. Verrecchia, unsplash, gemeinfrei

Im Wandel der Zeit

Veränderung als einzige Konstante

Sehr herzlich laden wir Sie am Ende dieses Jahres ein, mit uns dem Wandel in Kunst, Kultur und Gesellschaft nachzuspüren. Zeiten ändern und wandeln sich. Architektur, Malerei, Musik, Literatur – und selbst die Kulinarik – greifen diese Veränderungen mit ihren je eigenen Ausdrucksformen auf. Sie reagieren auf gesellschaftlichen Wandel, reflektieren und gestalten ihn, treiben ihn oft sogar voran.
Auch in diesem Jahr haben wir wieder ein besonderes Programm für Sie komponiert. Entdecken Sie mit uns bei festlicher Atmosphäre, stimmungsvollen Begegnungen, interessanten Gesprächen sowie inspirierenden Erkundungen Wegmarken der Vergangenheit und Gegenwart.
Das Kardinal Schulte Haus bietet für Ihren Aufenthalt einen komfortablen und für die künstlerischen sowie kulinarischen Genüsse besonderen Rahmen.
Was die Menschheitsgeschichte im Großen durchlebt, erfahren wir Menschen individuell im Kleinen. Mit dem Jahreswechsel verbinden wir eine Zäsur. Ein Neuanfang ist möglich, an Schönes kann sich erinnert, Durchlebtes hoffentlich zurückgelassen werden. Genießen Sie mit uns den Wechsel ins neue Jahr.

Dienstag, 28. Dezember 2021

Ab 13.30 Uhr
Willkommen in Bensberg!
Individuelle Anreise nach Bensberg.

14.30 Uhr
Café du temps
Begrüßung bei Kaffee, Tee und Kuchen

  • Andrea Hoffmeier
    Akademiedirektorin, Bensberg
  • Dr. Andreas Thiel
    Kunsthistoriker und Archäologe, Bad Soden
  • Reimund Merkens, Klavier
    Pianist, Komponist und Klavierlehrer, Leverkusen

15.30 Uhr I Vortrag und Gespräch
Alles fließt?
Wandel und Kontinuität in der Geschichte der Philosophie
Seit Menschen denken, machen sie sich Gedanken über das Verhältnis von Wandel und Kontinuität. Von Heraklits griffiger Formel panta rhei („alles fließt“) über René Descartes Vorstellung der Welt als res extensa, die sich allen Veränderungen entzieht, bis zur modernen Vorstellung des „Unterwegsseins“ (z.B. bei Martin Heidegger oder Gabriel Marcel) prägt die Auseinandersetzung mit dem Werden, Entstehen und Vergehen unser Denken. Aber auch dieses Denken unterliegt dem Wandel.
Welche Phasen und Wegmarken, Kehrtwenden und Umbrüche lassen sich im philosophierenden Umgang mit Wandel und Kontinuität ausmachen?
Professor Dr. Armin G. Wildfeuer
Katholische Hochschule NRW, Köln

17.15 Uhr
Wirtschaft in Köln zwischen Aufbruch, Umbruch und Innovation
Zwei Jahrhunderte Geschichte des Wandels
Wirtschaft lebt vom Wandel. Gerade in Köln zeigt sich dies deutlich. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts war das Wirtschaftsleben der Domstadt wechselnden Rahmenbedingungen unterworfen. Wie hat sich die Kölner Wirtschaft von der ersten Dampfmaschine bis zur digitalen Revolution entwickelt? Welche herausragenden Unternehmer prägten die rheinische Wirtschaftsmetropole? Ausgehend von der Zeit unter französischer Herrschaft nimmt der Vortrag die Um- und Aufbrüche vom „preußischen Jahrhundert“ bis in die Gegenwart unter die Lupe.
Philipp Schaefer M.A.
wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Köln

19.00 Uhr
Abendessen

20.15 Uhr I Soiree
LustWandel
Abendausklang mit Kunst und guter Gesellschaft
Die visionären Skulpturen des Bildhauers Georg Becker und die einfühlsamen Gedichte der Lyrikerin Gisela Becker-Berens regen zu Gedanken über Beständigkeit und Vergänglichkeit an.
Begegnung und Gespräch mit

  • Gisela Becker-Berens, Bergisch Gladbach
  • Georg Becker, Bergisch Gladbach

Mittwoch, 29. Dezember 2021

7.15 Uhr I Morgenimpuls
„Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“ (Kohelet 3, 1)

Frühstück
8.45 Uhr I Exkursion
Hinweis: Dieses Ziel wird von jeweils einer Gruppe am 29. und 30. Dezember besucht.

Neanderthal Museum, Mettmann
10.00 Uhr I Museumsführung
Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?
Der Mensch – im Wandel
Es begann im August 1856: Der Fund von Skelettteilen bei Steinbrucharbeiten löste eine Sensation aus – denn er eröffnete den Blick in die 40.000 Jahre zurückreichende Geschichte des Neandertalers. Die Spuren unserer Vorfahren – von ihrer langen Reise aus den Savannen zu den Großstädten heutzutage – stellt das Neanderthal Museum eindrücklich anhand von Funden und Rekonstruktionen dar.
Ausstellungsführung in zwei Gruppen

An die Führungen schließt sich ein Gespräch über die aktuelle Forschungslage zur Menschheitsgeschichte an.
Christian Hildebrandt
Archäologe und Humanwissenschaftler, Mettmann

12.30 Uhr
Mittagessen im Restaurant Ristorante Gavi

14.00 Uhr I Rückfahrt nach Bensberg

14.45 Uhr I Ankunft in Bensberg

15.15 Uhr
Café du temps
Kaffee, Tee und Kuchen, Musik und Rezitationen
Reimund Merkens, Klavier
Dr. Andreas Thiel, Rezitationen

16.00 Uhr I Vortrag und Gespräch
Block oder Zeile?
Leitbilder des Städtebaus im Wandel der Zeit
Unsere Städte sind gebauter Ausdruck wechselnder gesellschaftlicher und politischer Leitbilder. Wie sie geplant und gebaut wurden, spiegelt Ziele und Erwartungen, Weltanschauungen und Ideologien, Träume und Ängste unserer Gesellschaft wider. Die Leitbilder wechseln, aber immer wieder muss der Städtebau wichtige Fragen beantworten: Soll der städtische Raum den Fußgängern oder dem Autoverkehr gehören? Sollen Wohnviertel dicht oder durchgrünt gestaltet werden? Soll in Innenstädten vorwiegend gewohnt oder gearbeitet werden? Von der Antike bis zur Gegenwart hat jede Epoche neue Herausforderungen bereitgehalten, auf die der Städtebau manchmal ganz überraschende Antworten gefunden hat.
Johannes Buchhammer
Dipl.-Ing., Architekt, Gründer von Kepler 32 - Atelier für Architektur, Köln

17.30 Uhr I Vortrag und Gespräch
Die vergessenen Komponistinnen
Entdeckung und Erfolge von Frauen in der Musikgeschichte
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die englische Komponistin Ethel Smyth berühmt, aber nach ihrem Tod vergaß sie der Musikbetrieb. Das war nicht nur ihr Schicksal. Frauen kamen als Komponistinnen nicht vor, ja man(n) sprach ihnen das schöpferische Genie ab. Dies änderte sich langsam, aber stetig. Die Gesänge von Hildegard von Bingen wurden entdeckt, Leben und Werk der italienischen Komponistinnen Barbara Strozzi und Francesca Caccini erforscht. Biographien zu Fanny Hensel, geb. Mendelssohn Bartholdy und Clara Schumann erschienen. Stetig wurden und werden die Komponistinnen des 20. Jahrhunderts bekannter. Die Uraufführung des 2. Violinkonzerts von Sofia Gubaidulina fand im Rahmen des Lucerne Festivals mit Anne-Sophie Mutter und den Berliner Philharmonikern statt. Selbstverständlich ist die Präsenz der Komponistinnen immer noch nicht. Aber es geht weiter ...
Prof. Dr. Ute Büchter-Römer
Institut für Musikpädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln

19.30 Uhr | KulturDinner
„Du bist, was du isst“
Religiöse Speisevorschriften im Wandel
Die großen monotheistischen Religionen kennen Speisevorschriften. Ihre Ursprünge und ihre Entwicklungen sind oft nur im historischen und theologischen Kontext zu verstehen. Die Heiligen Schriften der Religionen enthalten Vorschriften zu Speisen und Getränken.
Schon früh wurde um das rechte Verständnis, was gegessen oder getrunken werden durfte, gerungen. Ebenso interessant wie diese Regeln sind die Auseinandersetzungen um ihre Begründung und Bedeutung. Speisevorschriften stiften auch Identität und prägen Kultur.
In säkularen Gesellschaften treffen die Regeln der Religionen vielfach auf Unverständnis. Doch auch heute wird in der Öffentlichkeit um das, was gegessen werden darf und soll, gestritten. (Heil-) fasten und Veganismus verzeichnen einen Aufschwung. Außerdem wurden viele durchaus wohlschmeckende Gerichte durch den kreativen Umgang mit den Verboten entwickelt. Eines gilt: Essen macht Lust.
Der Abend bietet nicht nur intellektuelle Anregung, sondern auch kulinarischen Genuss.
Dr. Werner Höbsch, Theologe, Brühl

Donnerstag, 30. Dezember 2021

7.15 Uhr I Morgenimpuls
„Meine Zeit steht in deinen Händen.“ (Psalm 31, Vers 16)

Frühstück
9.00 Uhr I Exkursion
Hinweis: Dieses Ziel wird von jeweils einer Gruppe am 29. und 30. Dezember besucht.
Bensberg. Rath-Heumar. Bonn.

Vom Wechseln und Wandeln
Die Liturgie im Spiegel der rheinischen Sakralarchitektur
Wer ist Akteur im Gottesdienst? Ist es der Zelebrant oder die Gemeinde, oder sind es vielmehr beide? Und wie agieren beide miteinander? Die neuromanische Kirche St. Nikolaus in Bensberg, die 50er-Jahre-Gemeindekirche Zum Göttlichen Erlöser in Köln-Rath und die vor wenigen Jahren für die Communio-Messfeier umgerüstete Kirche St. Franziskus in Bonn-Nordstadt sind Beispiele des liturgischen Zeitenwandels.
Markus Juraschek-Eckstein
Kunsthistoriker und Germanist, Bensberg

12.30 Uhr
Mittagessen im Restaurant Meyers Speis & Trank

14.00 Uhr I Rückfahrt nach Bensberg

14.45 Uhr I Ankunft in Bensberg

15.15 Uhr
Café du temps
Kaffee, Tee und Kuchen, Musik und Rezitationen
Reimund Merkens, Klavier
Dr. Andreas Thiel, Rezitationen

17.00 Uhr
Abendessen im Kardinal Schulte Haus

18.00 Uhr Abfahrt nach Köln und Essen
Oper oder Ballett?
Sie haben die Wahl. Bitte vermerken Sie das Ergebnis Ihrer Entscheidung bei der Anmeldung.
Die Vögel
Oper von Walter Braunfels nach der antiken Komödie von Aristophanes
Oper Köln im Staatenhaus
oder
Der Widerspenstigen Zähmung
Ballett von John Cranko nach der Komödie von William Shakespeare
Mit der Compagnie des Aalto Balletts Essen und den Essener Philharmonikern
Aalto-Theater Essen

Freitag, 31. Dezember 2021

7.15 Uhr I Morgenimpuls
„Das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden.“ (2 Kor 5,17)“
Frühstück

9.30 Uhr I Vortrag und Gespräch
Mit der Zeit wandelt sich alles
Kunst und Künstler zwischen den Epochen
Wenn aus dem mystischen Dunkel der Romanik die lichte Fülle der Gotik tritt, wenn die elegante Spätgotik zur rationalen Klarheit der Renaissance findet, wenn das verspielte Rokoko dem strengen Klassizismus weicht - dann wandelt sich alles.
An erster Stelle die geistigen Grundlagen: Aus dem mittelalterlichen Glauben erwächst das Interesse an der antiken Form, der barocke Absolutismus gebiert die klaren Ideen der Aufklärung. Meist ist es dann zu Beginn die Literatur, die das Neue in Worte fasst.
Dem folgen die Kunstschaffenden in Architektur, Skulptur und Malerei. Und spannend ist es zu beobachten, wie sich der eine an die Spitze des Wandels stellt und Neues hervorbringt, der andere dagegen mit dem Verlust altehrwürdiger Form hadert …
Dr. Andreas Thiel

11.00 Uhr
Kaffee- und Teepause

11.30 Uhr I Vortrag und Gespräch
Mit der Zeit wandelt sich alles
Kunst und Künstler zwischen den Epochen
Fortsetzung des kunsthistorischen Vortrags
Dr. Andreas Thiel

13.00 Uhr
Mittagessen

15.00 Uhr
Kaffee, Tee und Gebäck

15.30 Uhr I FilmMomente

18.00 Uhr I Wortgottesdienst
„Und mit euch gehen in ein neues Jahr ...“

19.30 Uhr
Silvesterempfang

20.00 Uhr
Festliches Gala-Dinner
musikalisch begleitet vom Streichquartett Ad Libitum
Ilan J. Gilad, 1. Violine
Lasse Opriel, 2. Violine
Alexander Dressler, Viola
Lev Gordin, Cello
Das Streichquartett Ad Libitum, im Mai 2006 von Ilan J. Gilad gegründet, besteht aus einem festen Stamm professioneller Musikerinnen und Musiker, Absolventen der Musikhochschulen in NRW. Die Musiker sind überwiegend ehemalige Mitglieder der Jungen Deutschen Philharmonie und des Bundesjugendorchesters.

0.00 Uhr
Ein neues Jahr!
Herzlich willkommen: Das Jahr 2022

Das Streichquartett Ad Libitum spielt im Anschluss bis 1.00 Uhr.

Samstag, 1. Januar 2022

Frühstück
10.00 Uhr I Neujahrsgottesdienst
„Siehe, nun mache ich etwas Neues. Schon sprießt es, merkt ihr es nicht?“ (Jesaja 43,19)
Zelebrant:
Prälat Josef Sauerborn
Domkapitular im Erzbistum Köln

11.15 Uhr I Neujahrs-Matinee
Ein neuer Anfang!
Texte, Musik, Gespräche
Aus, Amen, Ende ... und dann?
Gespräch mit
Pfarrer Thomas Frings
Thomas Frings studierte Theologie, Kunstgeschichte und Klassische Archäologie. Nach seiner Priesterweihe 1987 war er von 1991 bis 2016 Pfarrer im Bistum Münster. Seine Amtsniederlegung im Frühjahr 2016 und sein Buch „Aus, Amen, Ende?“ (2017) machten ihn deutschlandweit bekannt. Seit 2018 ist Thomas Frings Priester in Köln.

Rezitationen
Dr. Andreas Thiel

Musikalische Gestaltung
Bernd Kämmerling-Trio
Bernd Kämmerling, Klavier
Fritz Roppel, Bass
Christoph Freier, Schlagzeug

13.15 Uhr
Neujahrsbuffet

14.30 Uhr I Verabschiedung
Auf Wiedersehen!

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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