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Religion, Romantik und Verbrechen

Bacharach, Oberwesel und die Wernerkapellen

Das obere Mittelrheintal, welches sich per definitionem auf die Strecke zwischen Bingen und Koblenz und somit auf bescheidene 5 % des Rheins beschränkt, ist seit 2002 wegen seiner Schönheit und Geschichte verdient UNESCO-Welterbe. Es ist ein Landstrich der Burgen und Schlösser, der Mythen und Märchen und einer besonders dichten Geschichte. Bacharach und Oberwesel liegen hier und glänzen mit einem malerischen historischen Antlitz, jedoch ist ein Teil ihrer Geschichte(n) ein besonders dunkles Kapitel.

Ihr/e Reiseleiter/in

Donnerstag, 22. August 2024
Busreise ab Bensberg (7.30 Uhr) und Köln, Gereonstraße (8.15 Uhr).

Bacharach
Gelegen unterhalb der Burg Stahleck, ist Bacharach bis heute einer der schönsten Orte am Mittelrhein. Die alten Gässchen und verwunschenen Winkel des Weinstädtchens faszinieren durch viele Fachwerkbauten und mittelalterliche Kirchen, hier vor allem die spätromanische Kirche Sankt Peter und die spätgotische Kirchenruine der Wernerkapelle, die einem Caspar David Friedrich-Gemälde entsprungen sein könnte. Noch heute besteht eine fast intakte Stadtmauer mit Gängen und Türmen. Es ist ein Paradebeispiel für das gemütvolle deutsche mittelalterliche Städtlein. Nachdem britische Reisende um 1800 das Mittelrheintal entdeckt hatten, wurde Bacharach zu einem bedeutsamen Zentrum der Rheinromantik. Viele Dichter hat das gemütliche Städtchen am Rhein fasziniert, darunter Victor Hugo, Clemens Brentano, Heinrich Heine und Achim von Arnim.

Oberwesel
Oberwesel leistete sich mit seiner Liebfrauenkirche und Martinskirche zwei der schönsten hochgotischen Sakralbauten des Rheinlandes. Und es baute ebenso wie Bacharach seine Wernerkapelle. Doch ein Wermutstropfen mischt sich in den süßen Wein: Im Jahr 1287 waren Bacharach und Oberwesel Schauplatz eines antisemitischen Dramas. Als man in der Karwoche jenes Jahres den Knaben Werner tot auffand, wurde behauptet, dass die Juden Oberwesels einen Ritualmord begangen hätten. Es folgte ein Pogrom mit vierzig Toten. Die Wernerkapellen wurden als Erinnerungsstätten und Wallfahrtsorte errichtet. Die Blüte beider Städte im 14. Jahrhundert hängt eng mit der sich hier entwickelnden Werner-Verehrung zusammen. Und noch Jahrhunderte später spiegelt sich das Drama beider Orte in einer Erzählung Heinrich Heines.

Ankunft in Köln, Gereonstraße (ca. 19.00 Uhr) und Bensberg (ca. 19.45 Uhr).

Änderungen im Programmverlauf und in der Organisation bleiben vorbehalten.

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