Pfeifen im Konzertsaal

Wie klingt eine Orgel im Konzertsaal? Unterscheidet sie sich von einer Kirchenorgel? Und muss ein Organist sein Spiel an den Raum anpassen? Mit diesen Fragen im Gepäck machten sich 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 24. August 2026 auf den Weg zu zwei außergewöhnlichen Instrumenten in Köln und Bonn.

Die vollständig ausgebuchte OrgelExkursion begann am WDR Funkhaus am Kölner Wallrafplatz. Ein Mitarbeiter des WDR führte die Gruppe in den Sendesaal, wo Funkhauschef Frank Schneider die Gäste begrüßte.

Anschließend stellte George Warren die dortige Orgel vor. Der Organist von St. Kunibert in Köln ist für das Instrument im WDR mitverantwortlich und daher bestens mit seinen klanglichen und technischen Besonderheiten vertraut.

Die Orgel wurde 1950 von der Bonner Orgelbaufirma Klais erbaut und verfügt über drei Manuale und 61 Register. Sie ist bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten. In den vergangenen Jahren wurde sie lediglich um digitale Technik ergänzt, mit deren Hilfe sich Registerwechsel schneller programmieren und abrufen lassen.

Wie eindrucksvoll das Zusammenspiel von Instrument und Raum sein kann, wurde unmittelbar hörbar: Die ausgezeichnete Akustik des Sendesaals brachte die einzelnen Töne und Klangfarben besonders klar zur Geltung. Mit ausgewählten Werken der Orgelliteratur und eigenen Improvisationen ließ George Warren die große klangliche Vielfalt des Instruments lebendig werden.

Nach dem Mittagessen in der WDR-Kantine fuhr die Gruppe gemeinsam mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiter nach Bonn. Für viele Teilnehmende war bereits der erste Besuch der renovierten Beethovenhalle ein besonderes Erlebnis. Der Weg durch den Künstlereingang und der Blick in den unbestuhlten Konzertsaal ermöglichten zudem ungewöhnliche Einblicke hinter die Kulissen.

Für die Präsentation wurde der externe Spieltisch der Orgel mit einem Aufzug auf die Bühne gebracht. Markus Bendel von Orgelbau Klais erläuterte die Geschichte, die Technik und die Besonderheiten des Instruments. Die Orgel entstand – wie die Beethovenhalle selbst – im Jahr 1959 und besitzt vier Manuale und 67 Register.

Da die Beethovenhalle als Gesamtensemble unter Denkmalschutz steht, gilt dieser Schutz auch für die Orgel. Während der umfangreichen Sanierung der Halle durfte das Instrument daher nicht grundlegend verändert werden.

Wie vielseitig es dennoch klingt, demonstrierte Michael Bottenhorn, Organist an St. Joseph in Bonn-Beuel und Betreuer der Orgel. Mit zahlreichen Registern und Registerkombinationen entfaltete er ein beeindruckendes Klangspektrum. Den ebenso überraschenden wie heiteren Abschluss bildete seine große Improvisation über „Happy Birthday“, die schließlich in ein gemeinsames Geburtstagsständchen für eine Teilnehmerin mündete.

So endete eine rundum gelungene Exkursion mit seltenen Einblicken, vielfältigen Höreindrücken und zwei eindrucksvollen Antworten auf die Frage, wie Orgeln im Konzertsaal klingen können.