Stromaufwärts an der Sieg entlang

Vier Orgeln, abwechslungsreiche Klänge und eine Fahrradtour durch das Siegtal: Die dritte OrgelExkursion verband musikalische Entdeckungen mit Bewegung und kulturgeschichtlichen Einblicken.

Auftakt im Morgennebel

Noch zog leichter Morgennebel durch das Siegtal, als sich die Fahrradgruppe vor St. Simon und Judas in Hennef traf. Andreas Würbel vom Rhein-Sieg-Kreis begrüßte die Teilnehmenden und stellte den Tagesablauf vor. ADFC-Tourenleiter Robert Seepold erläuterte die wichtigsten Regeln für die gemeinsame Fahrt.

Den musikalischen Auftakt gestaltete Regionalkantor Norbert Schmitz-Witter an der Rieger-Orgel in St. Simon und Judas. Das 2006 erbaute Instrument zählt mit 42 klingenden Registern und einem Glockenspiel zu den größten Orgeln im Rhein-Sieg-Kreis. Mit Auszügen aus Louis Viernes dritter Orgelsinfonie, einem bedeutenden Werk der französischen Spätromantik, brachte er ihre Klangvielfalt zur Geltung.

Ein Blick ins Innere der Orgel

Anschließend führte die Tour entlang der Sieg nach Hennef-Greuelsiefen. In der kleinen, 1974 erbauten Kirche erwartete die Gruppe eine Oberlinger-Orgel mit zehn Registern. Eine Besonderheit des Instruments ist ein verglaster Bereich, der Einblicke in die Technik ermöglicht und die Verbindung zwischen Tasten und Pfeifen sichtbar macht. Norbert Schmitz-Witter stellte die Orgel mit Werken von Johann Sebastian Bach vor.

Zurück auf dem Siegradweg ging es weiter nach Merten und schließlich auf dem Radweg entlang der Siegtalstraße nach Eitorf. Dort bot ein gemeinsames Mittagessen Gelegenheit zur Stärkung und zum Austausch.

Zwischen romantischem und barockem Klangideal

Die nächste Station war die katholische Pfarrkirche St. Patricius. Johannes Klüser führte kurz in die Kirche ein und erläuterte anschließend die wechselvolle Geschichte der Klais-Orgel.

Das 1934 errichtete Instrument mit seinem charakteristischen Freipfeifenprospekt war ursprünglich romantisch ausgerichtet und verfügte über 35 klingende Register. Beim Umbau 1963 orientierte man sich an den Idealen der Orgelbewegung: Für einen klareren, eher barocken Klang wurde unter anderem das Register „Schwebung“ entfernt. Mit der letzten Renovierung 2011 wurden diese Veränderungen teilweise rückgängig gemacht. Heute besitzt die Orgel 39 Register. Mit Werken von Dietrich Buxtehude, Georg Böhm und Marcel Dupré machte Johannes Klüser ihre klanglichen Möglichkeiten erlebbar.

Musikalischer Abschluss in Eitorf

Das letzte musikalische Ziel war die evangelische Kirche in Eitorf. Nach einem Brand im Jahr 2002 war dort die Anschaffung einer neuen Orgel notwendig geworden. Das Instrument der Orgelbaufirma Weimbs verfügt über 22 klingende Register. Organist Markus Wolters stellte mit verschiedenen Werken seine charakteristischen Klangfarben vor.

Hier endete der offizielle Teil der OrgelExkursion. Einige Teilnehmende traten vom Eitorfer Bahnhof aus die Heimreise mit dem Regionalzug an. Etwa die Hälfte der Gruppe entschied sich für die Rückfahrt mit dem Fahrrad.

Mit kulturellen Zwischenstopps zurück nach Hennef

Auf dem Rückweg entlang der Sieg ergänzten kleine Stopps mit kulturgeschichtlichen Impulsen zu Kloster Merten, zum Ort Auel und zur hoch über der Sieg gelegenen Stadt Blankenberg das Tagesprogramm.

Am frühen Abend erreichte die Gruppe wohlbehalten und mit vielen neuen Eindrücken wieder Hennef. Das sonnige Wetter hatte seinen Teil zu einem gelungenen Tag beigetragen, der Musik, Landschaft und gemeinsames Entdecken auf besondere Weise verband.