Was trägt? Gedanken zum Jahresbeginn
Der Januar ist ein Monat der Gegensätze: Noch liegt der Jahreswechsel in der Luft, gleichzeitig sind die Tage kurz und die Welt wirkt stiller. Vielleicht ist genau das seine Stärke. Der Januar drängt nicht nach vorn – er lädt ein, sich zu orientieren.
Viele starten mit guten Vorsätzen. Doch oft verlieren sie schnell an Kraft, sobald der Alltag zurückkehrt. Vielleicht ist es hilfreicher, nicht nur auf „Was will ich schaffen?“ zu schauen, sondern auf eine grundlegende Frage: Welche Richtung soll dieses Jahr bekommen?
Drei Impulse können dabei helfen:
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Was möchte ich bewahren?
Begegnungen, Erkenntnisse, Erfahrungen – nicht alles war schwierig. Manches darf mitgehen. -
Was darf ich loslassen?
Überfüllte Kalender, unnötiger Druck, Routinen, die nicht (mehr) tragen. -
Wem oder was will ich mehr Raum geben?
Zeit für Gespräch und Austausch, für Bildung, für Gemeinschaft – oder schlicht: für das Wesentliche.
In der Natur ist der Januar keine Zeit des Sichtbaren, aber eine Zeit des Wichtigen: Kräfte sammeln sich, Neues bereitet sich vor. Das ist ein starkes Bild. Nicht jede Phase muss laut, schnell oder produktiv sein. Manchmal ist es genug, innerlich aufzuräumen und den nächsten Schritt zu erkennen.
Gute Anfänge sind oft leise. Ein Gespräch, das lange ausstand. Ein Termin weniger. Ein fester Moment für Stille, Lesen, oder bewusstes Nachdenken. Zukunft entsteht selten im großen Entwurf – sondern in kleinen Entscheidungen, die Richtung geben.
Der Januar ist deshalb vor allem eine Einladung: zu Klarheit, Aufmerksamkeit und Hoffnung. Wer nicht sofort weiß, was das Jahr bringen wird, ist nicht zu spät – sondern mitten im Leben.


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